Elektrische Zahnbürste oder Handzahnbürste

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Ist die Reinigung der Zähne mithilfe einer elektrischen Zahnbürste besser als mit einer herkömmlichen Handzahnbürste? Die Auswahl auf dem Markt fällt nicht ganz leicht, denn mittlerweile gibt es oszillierende E-Bürsten, Schall- und Ultraschallzahnbürsten. Da ist die Suche nach dem richtigen Modell schon kompliziert. Doch kann sich Hightech im Bereich der Mundhygiene tatsächlich gegenüber einer herkömmlichen Handzahnbürste durchsetzen?

Die Überlegenheit der elektrischen Zahnbürste – bereits durch Studien belegbar?



Tatsächlich zeigte die Cochrane Kollaboration aus dem Juni 2014 auf, dass die Verwendung einer elektrischen Zahnbürste eine leichte Überlegenheit gegenüber der Nutzung einer Handzahnbürste mit sich bringt, zumindest wenn eine Anwendung über genau den gleichen Zeitraum erfolgt. Dieses Netzwerk aus Wissenschaftlern berücksichtigte Studien unter streng wissenschaftlichen Aspekten und wertete diese nach bestimmten Kriterien aus. Sie kam zu dem Ergebnis, dass die elektrischen Zahnbürsten den bakteriellen Zahnbelag, der in der Fachsprache als Plaque bezeichnet wird, etwas besser beseitigten. Zudem traten bei der Verwendung von elektrischen Zahnbürsten weniger leichte Zahnfleischentzündungen auf.

Inhalt der Beobachtungen der Cochrane Kollaboration

Die Wissenschaftler zogen 56 Studien heran, die zwischen 1964 und 2011 veröffentlicht wurden und in denen 5068 Teilnehmer mit einbezogen worden sind. Das Ergebnis: Bei 11 % der Verwender einer elektrischen Zahnbürste zeigte sich weniger Plaque im Vergleich zu denen, die eine Handzahnbürste verwendeten nach einem Zeitraum von einem bis drei Monaten. Diese Reduktion erhöhte sich auf 21 % nach einem Gebrauch von drei Monaten. Bei Zahnfleischentzündungen kam es zu einer 6 %igen Reduktion nach einem bis drei Monaten und zu 11 % nach drei Monaten Nutzung der elektrischen Zahnbürste. Tatsache ist jedoch, dass die möglichen positiven Auswirkungen bei einer Langzeit-Verwendung nicht deutlich herausgestellt werden konnten, da alle Studien lediglich einen geringen Zeitraum umfassten.

Die elektrischen Zahnbürsten im Test

Regelmäßig untersuchen bestimmte Institute, wie beispielsweise die Stiftung Warentest , elektrische Zahnbürsten. Dabei müssen Sie nicht immer ein kleines Vermögen ausgeben, Sie sollten sich lediglich vor dem Kauf überlegen, was für ein Putztyp Sie sind. Eignet sich eher ein Modell mit einem Akku oder mit Batterien? Wie hoch sind die Kosten für Ersatzbürstenköpfe? Bereits für 25 Euro können Sie gute und preiswerte Modelle erhalten.

Zumeist wurden die elektrischen Zahnbürsten mit einem runden Kopf untersucht und deren Vorteile herausgestellt. Der Kopf rotiert mit etwa 70 Schwingungen pro Sekunde, diese werden als oszillierend bezeichnet. Dabei dreht sich der Kopf nicht wie ein Rad, sondern schwingt hin und zurück. Es gibt auch Modelle, die während des Putzens leicht auf den Zahn klopfen. Der Zahnbelag soll auf diese Weise noch effektiver entfernt werden.

Ausschlaggebend für die Effizienz einer elektrischen Zahnbürste ist jedoch die richtige Anwendung. Wenn Sie eine oszillierende Zahnbürste verwenden, müssen Sie jeden Zahn einzeln putzen. Die Bürste muss auf den Zahn gesetzt werden, dann langsam am Zahnfleischsaum entlang putzen, möglichst auch in den Zahnzwischenräumen. Wer nicht so penibel putzt, für den empfiehlt sich eher die Verwendung einer Schallzahnbürste. Diese verfügt über einen länglichen Kopf und putzt mit etwa 250 Schwingungen pro Sekunde. Lassen Sie sich dabei von der Bezeichnung "Schallzahnbürste" nicht in die Irre führen, sie reinigt ebenfalls mechanisch und nicht unter Anwendung von Schall.

Doch wann können Sie ein gutes Putzergebnis erkennen?

Die meisten Menschen verlassen sich auf die Zwei-Minuten-Regel, andere wenden doch eher komplizierte Putztechniken an. Aber: Es konnte nicht wissenschaftlich belegt werden, dass die eine Technik tatsächlich besser ist als die andere. Es gibt einfach zu wenige Studien darüber. Auch ob nun zwei oder drei Minuten geputzt wird, spielt keine Rolle. Mit Sicherheit kann lediglich festgestellt werden, dass täglich zweimaliges Zähneputzen unter zur Zuhilfenahme einer fluoridhaltigen Zahnpasta die Zähne vor Karies schützt. Und: Je länger Sie putzen, desto mehr Plaque entfernen Sie zudem von den Zähnen. Aber: Nach mehr als fünf Minuten wird sich keine Verbesserung mehr einstellen – egal, ob Sie eine elektrische oder eine Handzahnbürste verwenden.
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