Von Frau zu Frau

(Foto: Foto: Elite-Partner)

Heute im Interview: Lisa Fischbach, Mitherausgeberin der ElitePartner-Studie zum Thema Beziehungs- und Datingtrend 

Wie geht Liebe und Dating im Jahr 2018? Die bevölkerungsrepräsentative ElitePartner-Studie mit über 11.000 Befragten zeigt, welche Beziehungs- und Datingtrends wirklich verbreitet sind. Was sind die wesentlichen Erkenntnisse?
Frauen „ghosten“ mehr und Männer landen in der „Friendzone“. Konkret bedeutet dies, dass sich Frauen nach ein paar Treffen wesentlich häufiger nicht mehr melden, als gemeinhin angenommen wird. Jede vierte Frau hat schon einmal jemanden „geghostet“, bei den Single-Frauen bis 29 Jahre sind es sogar 36 Prozent. Dagegen verschwindet nur knapp jeder fünfte Mann (19 Prozent) beim Kennenlernen wortlos. Gerade in ihren Dreißigern verfallen Männer dagegen einem anderen Trend: „Cushioning“. Heißt: sich parallel zur Beziehung noch andere Frauen warmhalten, damit man(n) im Falle einer Trennung weich fällt (Männer, 30 bis 39 Jahre: 13 Prozent).

Woran liegt dieser Trend zur Untreue?
Offenbar kann das vermeintlich „starke Geschlecht“ nicht gut allein sein. Vor allem aber scheinen sich Männer häufig unglücklich in gute Freundinnen zu verlieben. Ganze 37 Prozent der Single-Männer sind schon einmal in der „Friendzone“ gelandet, unter den Single-Frauen ist es mit 27 Prozent „nur“ gut jede vierte.

Sie haben auch einen Trend zu „Freundschaft plus“ ausgemacht. Was steckt dahinter?
Sexuelle Selbstbestimmtheit steht weiterhin hoch im Kurs – scheint sich aber zu verändern: Statt mit Fremden hat die jüngere Generation eher Sex mit Freunden. Während Erwachsene zwischen 30 und 49 Jahren bereits zu 29 Prozent einen „One Night Stand“ erlebt haben, ist der spontane und einmalige Sex mit Fremden bei Jüngeren weniger verbreitet (21 Prozent). Unter 30-Jährige nutzen stattdessen lieber das Modell „Freundschaft plus“ (kurz „F+“), um sich zu vergnügen: eine Freundin oder einen Freund, mit dem man regelmäßig Sex hat, ohne fest zusammen zu sein. Jeder Vierte unter 30 Jahren (24 Prozent) hatte schon eine solche Freundschaft mit gewissem Extra.

Hat die Monogamie ausgedient?
Eher nicht: Die Ergebnisse der ElitePartner-Studie 2018 zeigen deutlich, dass der vermeintliche Trend zur Öffnung der Paarbeziehung keiner ist. Gerade einmal sechs Prozent der Deutschen haben schon eine offene Beziehung geführt, also in Absprache mit dem Partner Sex mit anderen gehabt. Und nur fünf Prozent haben im Sinne der Polyamorie eine Beziehung mit mehreren Personen geführt. Während die Option, die Beziehung zu öffnen, für einige Paare wertvoll sein mag, steckt offensichtlich kein massentauglicher Trend dahinter.

In puncto „Benching“ stehen sich Männer und Frauen in nichts nach?
Das vieldiskutierte Phänomen „Benching“ – sich immer mal wieder melden, ohne verbindlich zu werden – ist bei beiden Geschlechtern gleichermaßen verbreitet. 16 Prozent der Deutschen wurden schon „auf die lange Bank geschoben“, 15 Prozent geben sogar zu, selbst „gebencht“ zu haben. „Gatsbying“, der Versuch, jemanden über soziale Netzwerke zu beeindrucken, ist dagegen eher Frauensache. Jede fünfte Frau unter 30 hat schon einmal versucht, online die Aufmerksamkeit des Schwarms oder Partners zu gewinnen (20 Prozent).
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