Von Frau zu Frau

(Foto: Foto: Achenbach BdV)

Heute im Interview: Bianca Boss, Pressesprecherin des Bund der Versicherten e. V. (BdV), gibt Tipps zum Einbruchschutz

Frau Boss, Einbruchszahlen weisen in Deutschland leider eine steigende Tendenz auf. Polizei und Gesetze können diesen Trend alleine nicht stoppen. Was können Hauseigentümer selber tun, um präventiv mitzuwirken?
Die Herbstferien haben in den meisten Bundesländern bereits begonnen. Da nutzen Familien gern die schulfreie Zeit für einen Urlaub. Das wissen leider auch Einbrecher und machen sich die Abwesenheit der Bewohner und die dunkle Jahreszeit zunutze. Rund 151.000 Wohnungseinbrüche registrierte die Polizei 2016 in Deutschland.

In welchen Fällen springen entsprechende Versicherungen ein, bzw. was ist zu beachten?
Auch, wenn man das Thema am liebsten weit wegschieben möchte, sollten Verbraucher möglichst bald ihr Hab und Gut auflisten, fotografieren und Rechnungsbelege aufbewahren. Das hilft im Fall eines Einbruchs beim Erstellen einer Stehlgutliste. Mit einer Hausratsversicherung lassen sich zumindest die materiellen Schäden eines Einbruchdiebstahls ersetzen. So werden die erbeuteten Gegenstände, wie zum Beispiel Schmuck und Geld bis zu den entsprechenden Entschädigungsgrenzen ersetzt oder bei elektronischen Geräten bis zum Neuwert. Aber auch die Kosten für Reparaturen von Gebäude- oder Vandalismusschäden, die beim Einbruchsdiebstahl entstanden sind, werden von der Hausratversicherung übernommen.

Was passiert, wenn meine Wohnung durch den Einbruch nicht mehr nutzbar ist?
Ist die Wohnung so stark zerstört, dass sie unbewohnbar geworden ist, kommt die Versicherung gegebenenfalls auch für die Kosten einer Hotelunterbringung auf. Im Schadensfall sollten Betroffene die Polizei informieren, damit die Einbruchspuren dokumentiert werden und der Einbruch polizeilich erfasst wird. Einbruchsopfer sollten sich auch umgehend mit ihrem Versicherer in Verbindung setzen.

Wie verhält sich die Lage bei mehrmonatigen oder gar mehrjährigen Auslandsaufenthalten?
Wer längere Zeit verreist und seine Wohnung unbeaufsichtigt lässt, muss dies seinem Versicherer mitteilen. Sonst droht im Schadenfall eine Leistungskürzung oder schlimmstenfalls die Leistungsfreiheit des Versicherers. Vielfach beträgt die höchstmögliche ununterbrochene Abwesenheitsdauer 60 Tage.

Wie strukturiert sich der Bund der Versicherten?
Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) wurde 1982 gegründet und ist mit ca. 50.000 Mitgliedern die einzige Organisation in Deutschland und Europa, die sich ausschließlich und unabhängig für die Rechte der Versicherten einsetzt. Somit ist er ein wichtiges politisches Gegengewicht zur Versicherungslobby. Mit Musterprozessen gegen Versicherer setzt der BdV die Rechte der Verbraucher durch. Bundesministerien und Bundestag schätzen den Rat des BdV. Er ist präsent in Fernsehen, Radio, Print- und Online-Medien. Seine Mitglieder berät der BdV individuell und umfassend in allen Fragen rund um private Versicherungen. Cleverer Versicherungsschutz steht den BdV-Mitgliedern durch exklusive Gruppenverträge u. a. im Bereich der Privathaftpflicht- und Hausratversicherung zur Verfügung.
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