Von Frau zu Frau

(Foto: Foto: bioprophyl)

Heute im Interview: Ökotrophologin Dr. Martina Weber zum Mythos Rotwein als Jungbrunnen für das Herz.

Frau Dr. Weber, warum gilt Rotwein als gesund fürs Herz und als Lebensverlängerer?
Eine aktuelle Datenerhebung der Wirtschaftskammer Österreich bestätigt tatsächlich ein lang bekanntes Phänomen: Menschen, die zwischen Rhein und Atlantik leben, erreichen trotz Alkoholkonsum und fettreicher Nahrung ein höheres Alter als beispielsweise Engländer. Den Ansatzpunkt für dieses sogenannte ‚französische Paradox‘ liefert der für südliche Länder typische Rotweinverzehr.

Wie ist dieses Paradoxon zu erklären?
Roter Rebsaft gehört vor allem in Frankreich einfach dazu – meist gönnt man sich hier schon zur Mittagszeit ein Gläschen. Dennoch hängt die erhöhte Lebenserwartung dort nicht per se mit dem Wein zusammen. Vielmehr liegt das Geheimnis in darin enthaltenen bioaktiven Substanzen. Trauben liefern zahlreiche antioxidativ wirkende sekundäre Pflanzenstoffe. Vor allem Kerne und Schale enthalten einen besonders hohen Anteil an oligomeren Procyanidinen, kurz OPC. Gleichwohl sollte uns dieses Tatsache nicht zu stark erhöhtem Rotweinkonsum ermuntern, denn um die belebenden Wirkstoffe deutlich zu spüren müsste eine so hohe Rotweindosis angewandt werden, die durch schädigende Wirkungen, wie etwa eine hohe Alkoholisierung zunichte gemacht würde.

Wieviel Rotwein täglich empfehlen Sie?
Hier gilt es wie oft die rechte Mitte zu treffen. Dabei müssen auch andere Umstände des täglichen Lebens in Betracht gezogen werden. So werden z. B. im Zusammenhang mit Anti-Aging besonders spezielle reaktive Sauerstoffverbindungen als Ursache für Zellschäden heiß diskutiert: Durch UV-Strahlung, Schadstoffe in der Luft sowie Medikamente, Rauchen oder eben Alkohol entstehen im Körper sogenannte freie Radikale. Antioxidantien hingegen wirken in unserem körpereigenen Abwehrsystem als Fänger dieser freien Radikale. Zum Schutz vor oxidativem Stress der Zellen sollten sie daher Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein.

Wie lassen sich dann Rotweinkonsum und gesunde Ernähung in Einklang bringen?
Regelmäßiger Alkoholkonsum und ein gesunder Lebensstil lassen sich in der Tat nicht einfach in Einklang bringen, zumal Ersterer die Entstehung freier Radikale zusätzlich fördert. Hier lohnt es sich, auf gezielte Nahrungsergänzung zurückzugreifen. Eine Reihe von Herstellern bietet antioxidativ wirksame Substanzen mit OPC als sogenannte Anti-Aging Präparate an. „Bei der Wahl des passenden Produkts sollten Verbraucher allerdings nicht auf Schlagwörter wie Traubenkernextrakt achten, sondern genau schauen, wie viel OPC das Präparat enthält. Sicherheit gibt ein Analysezertifikat, in dem die Substanz ausgewiesen ist. Aufschluss über die antioxidativen Eigenschaften des OPC gibt auch der dort zu findende ORAC-Wert.
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