Pflegebedürftige erhalten mehr Geld

Schweinfurt: Neue Pflegegrade, neue Kriterien, mehr Geld: Wenn zum 1. Januar 2017 das sogenannte Pflegestärkungsgesetz II (PSG II) in Kraft tritt, dürfen sich etwa 95 Prozent der Pflegebedürftigen, die zu Hause betreut werden, freuen. Sie erhalten erheblich mehr Geld. Sowohl das Pflegegeld (Betreuung durch Angehörige), als auch der Betrag für Pflegesachleistungen (Betreuung durch Pflegedienste) werden erhöht. In der derzeitigen Pflegestufe 0 bedeutet das eine Steigerung um knapp 200 Prozent. Eine weitere wesentliche Änderung ist, dass körperliche und geistige Einschränkungen bei der Einstufung nun gleichermaßen berücksichtigt werden. Auch für pflegende Angehörige gibt es eine gute Nachricht: Sie erhalten durch das PSG II eine deutlich bessere Absicherung.

Neu: Pflegegrade
Aus den bestehenden drei Pflegestufen werden ab 1. Januar 2017 fünf Pflegegrade. Die Beurteilung erfolgt nicht mehr ausschließlich nach den körperlichen Fähigkeiten. Künftig wird geprüft, inwieweit der Pflegende noch in der Lage ist, sein Leben zu meistern. Damit wird der zunehmenden Anzahl von dementiell veränderten Menschen Rechnung getragen.

Neue Kriterien
Bei der Beurteilung spielen die bisher zur Pflege genutzten Minuten keine Rolle mehr. Die Gutachter legen für die Festlegung des Pflegegrades unterschiedliche Bereiche des Lebens zugrunde:

1Mobilität: Die körperliche Beweglichkeit, zum Beispiel das morgendliche Aufstehen vom Bett, der Gang ins Bad, Fortbewegung innerhalb der Wohnung oder auch Treppen steigen werden begutachtet.
2Kognitive und kommunikative Fähigkeiten, wie zum Beispiel Verstehen und Reden: Beurteilt werden unter anderem örtliche und zeitliche Orientierung, Begreifen von Sachverhalten, Erkennen von Risiken und das Verständnis von Gesprächsinhalten.
3Verhaltensweisen und psychische Problemlagen: Verhält sich der Pflegebedürftige in der Nacht unruhig, hat er Ängste und entwickelt er Aggressionen, die für ihn und andere belastend sind. Wehrt er sich gegen pflegerische Maßnahmen.
4Selbstversorgung: Dazu zählt das selbstständige Waschen und Anziehen, Essen und Trinken, der eigenständige Gang zur Toilette.
5Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen: Zu diesem Punkt gehört unter anderem die Fähigkeit, Medikamente selbst einzunehmen, die eigenständige Blutdruckmessung, der Umgang mit Prothese und Rollator oder der Gang zum Arzt.
6Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte: Hier wird geprüft, ob der Antragsteller seinen Tag selbst gestalten kann, ob er soziale Kontakte knüpft und pflegt. Dazu zählt zum Beispiel auch der Besuch der Skatrunde ohne Begleitung.

Die einzelnen Bereiche werden mit Punkten bewertet, daraus ergibt sich dann der Pflegegrad.

Überleitung
Um die Überleitung von Pflegestufen in Pflegegrade (siehe Tabelle) müssen sich weder der Pflegebedürftige noch die Angehörigen kümmern. Diese erfolgt automatisch. Der Pflegegrad 1 ist neu.

Pflegestufe alt
Pflegegrad neu
neu
Pflegegrad 1
Pflegestufe 0
Pflegegrad 2
Pflegestufe 1
Pflegegrad 2
Pflegestufe 1 mit eingeschränkter Alltagskompetenz
Pflegegrad 3
Pflegestufe 2
Pflegegrad 3
Pflegestufe 2 mit eingeschränkter Alltagskompetenz
Pflegegrad 4
Pflegestufe 3
Pflegegrad 4
Pflegestufe 3 mit eingeschränkter Alltagskompetenz
Pflegegrad 5
Pflegestufe 3 Härtefall
Pflegegrad 5

Gut zu wissen: Pflegebedürftige, die ihre Einstufung bereits vor 2017 erhalten haben, werden erst in 2019 erneut begutachtet. Ihre Leistungen unterliegen einem Bestandsschutz.

Ambulant vor Stationär
„Die meisten Menschen werden zu Hause gepflegt. Für sie hat das neue Pflegestärkungsgesetz in vielerlei Hinsicht Bedeutung. Endlich werden körperliche sowie geistig und psychisch bedingte Pflegebedürftigkeit gleichrangig als Einschränkung angesehen. Wichtig ist, dass pflegebedürftigen Menschen künftig nicht nur bei der Verrichtung der Grundpflege finanzielle Unterstützung zusteht, sondern in allen relevanten Bereichen der Lebensführung geholfen wird. Viele Menschen benötigen auch Hilfe bei der Hausarbeit, beim Kochen oder bei Arztbesuchen. Auch die Betreuung von demenziell veränderten Menschen wird stärker als bisher finanziell unterstützt. Dass es dabei künftig keine „Minutenzählerei“ mehr gibt, ist eine große Errungenschaft, betonte Frank Geier von Home Instead Seniorenbetreuung in Schweinfurt. Auch werde es einfacher, unterschiedliche Leistungen miteinander zu kombinieren, erklärt Frank Geier weiter.

Weitere ausführliche Informationen zum Pflegestärkungsgesetz II gibt es beim:

Pflegestützpunkt Schweinfurt 
Petersgasse 5
(im Zentrum am Schrotturm)
97421 Schweinfurt 
Tel.
09721 - 5 33 23 0
Fax
09721 - 5 33 23 18
info@pflegestuetzpunkt-sw.de

Oder auch bei
Home Instead Seniorenbetreuung
Daheim statt Heim GmbH
Zehntstr. 2, 97421 Schweinfurt
Tel. 09721 – 730 66 6
schweinfurt@homeinstead.de
www.homeinstead.de/223
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.