Oh Mann!

(Foto: Foto: borgmeier)

Heute im Interview: Prof. Dr. Martin W. Bergmann, Kardiologe und Internist am Cardiologicum in Hamburg erklärt zum Tag gegen den Schlaganfall am 10. Mai Risiken und Methoden zur Vorbeugung

Herr Dr.Bergmann. Am 10. Mai ist der Tag gegen den Schlaganfall. Warum ist Aufklärung so wichtig?
Plötzlich auftretende Sprach- und Sehstörungen, halbseitige Lähmungserscheinungen oder Bewusstseinstrübungen – mögliche Symptome, die auf einen Schlaganfall hindeuten, sind vielseitig und werden oft zu spät ernst genommen. Dadurch steigt zugleich das Risiko, dass die auf eine Erkrankung hinweisenden Anzeichen auch zu dauerhaften Behinderungen führen. Diese schwerwiegenden Folgen könnten häufig vermieden werden, wenn Menschen frühzeitig reagieren und generell wüssten, wie sie sich im Notfall verhalten sollen.


Warum ist es so wichtig schnell zu handeln und dabei die richtigen Entscheidungen zu treffen?
Laut aktueller Zahlen des Bundes erleiden hierzulande rund 1,76 Millionen Erwachsene mindestens einmal in ihrem Leben einen Schlaganfall. Damit ist die auch als Hirninfarkt bezeichnete Erkrankung sowie ihre Folgen nicht nur die dritthäufigste Todesursache, sondern gleichzeitig der häufigste Grund für Behinderungen und Pflegebedürftigkeit im Erwachsenenalter. Trotz flächendeckender Versorgung und moderner Therapieverfahren bleibt die Behandlung ein Wettlauf mit der Zeit. Bei einem Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns plötzlich nicht mehr mit Blut versorgt und erhält dadurch auch keinen Sauerstoff. Daraufhin sterben immer mehr betroffene Nervenzellen ab und wichtige Funktionen wie Bewegung und Sprache gehen in vielen Fällen verloren. Um den Prozess zu stoppen, müssen Patienten schnellstmöglich behandelt werden. Idealerweise geschieht dies in einer Klinik mit sogenannter Stroke Unit, einer Schlaganfall-Spezialstation.

Wie erkennt man Symptome schnell?
Da die Anzeichen für einen Hirninfarkt in der Bevölkerung nicht ausreichend bekannt zu sein scheinen, begeben sich Betroffene immer noch zu spät ins Krankenhaus. Außerdem treten Symptome in der Regel ohne Schmerzen auf, sodass viele Patienten zunächst noch abwarten. Das führt dazu, dass nur etwa jeder Dritte innerhalb der ersten drei Stunden nach Einsetzen der Anzeichen die Klinik erreicht. Doch je früher die Behandlung beginnt, umso besser die Heilungschancen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, über Vorboten und Notfallhilfe im Falle eines Hirninfarkts umfangreich informiert zu sein.

Wie kann man sich am besten individuell informieren?
Vor allem das Internet bietet heutzutage einen schnellen und ortsunabhängigen Zugriff auf fehlendes Wissen. Webseiten wie vermeide-schlaganfall.de oder schlaganfall-hilfe.de geben einen ausführlichen Einblick in das Krankheitsbild und erläutern unter anderem auch, auf
welche Anzeichen Betroffene achten müssen und welches Verhalten im Ernstfall notwendig ist. Besteht ein konkreter Schlaganfall-Verdacht, gilt es natürlich immer, umgehend die Rettung zu verständigen und diese über die Vermutung eines Hirninfarkts zu informieren. So besteht die Möglichkeit, Patienten direkt in eine Stroke Unit zu bringen. Dort steigen dann die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung und Folgeschäden, wie lebenslange Behinderungen, können reduziert werden.
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