Oh Mann!

(Foto: Foto: ESG)

Heute im Interview: Dominik Lochmann, Geschäftsführer
der ESG Edelmetall-Service GmbH & Co. KG

Gold gilt derzeit als eine der sichersten Geldanlage. Was sollte man bei der Anschaffung beachten?
Vermeintlich preiswerte Anlageprodukte sollten Abnehmer grundsätzlich skeptisch stimmen. Vor allem betrifft das Gold: Übersichtslisten von Banken und Edelmetallhändlern zeigen taggenau die Rückkaufpreise von Edelmetallen. Warum sollte also jemand im Internet einen Goldbarren für weniger Geld verkaufen und zusätzlich 10 Prozent Gebühren an das Onlineauktionshaus bezahlen? Zumal er mehr Geld bei einem direkten Verkauf an eine Bank oder einen Goldhandel bekommt. Unseriöse Angebote lassen sich in manchen Fällen auch optisch identifizieren. Liegen zum Beispiel mehrere Goldbarren mit identischer Seriennummer vor, so handelt es sich definitiv um Fälschungen. Es empfiehlt sich außerdem, die äußere Erscheinung des Barrens, das sogenannte Prägebild, mit einem Referenzobjekt abzugleichen.

Wie kann auch der Laie erkennen, ob es sich um Fälschungen handelt?
Mittlerweile existieren auf dem Markt auch einige sehr gute Kopien, die sich augenscheinlich kaum von echtem Gold unterscheiden. Eine Ermittlung der Maße hilft in diesen Fällen zunächst weiter. Stimmen Gewicht und Größe des Barrens mit den Standards überein, kann der Abnehmer in der Regel davon ausgehen, dass es sich um echtes Gold handelt. Doch auch wenn das spezifische Gewicht stimmt, kann es sich um ein Plagiat handeln. Wolfram hat beispielsweise fast dieselbe Dichte wie Gold und wird deshalb gerne für Fälschungen verwendet. Magnete bieten sich zur Bestimmung der Echtheit ebenfalls an, da reines Gold nicht auf sie reagiert, gefälschtes häufig aber schon. Dieser Test funktioniert jedoch nur mit stärkeren Exemplaren, einfache Kühlschrankmagnete reichen dabei nicht aus. Des Weiteren lassen sich insbesondere Münzen gut am Klang prüfen. Fallen sie auf eine harte Oberfläche, klingen Varianten aus echtem Gold hell und anhaltend, ähnlich einer Triangel. Letztendlich bieten diese Tests jedoch allesamt keine hundertprozentige Sicherheit.

Welche wissenschaftlichen Methoden gibt es?
Mittels Röntgen-Fluoressenz-Analyse lässt sich der Edelmetallfeingehalt der Barren-Oberfläche feststellen, ohne diese zu beschädigen. Dabei sendet ein Gerät Röntgenstrahlen auf die Oberfläche des Barrens. Über tiefer gehende Schichten sagt diese Methode jedoch nichts aus. Erst weitere Untersuchungen ermitteln, ob es sich um reines Gold handelt: Bestehen Barren komplett aus demselben Material, erkennt der Fachmann dies bei kleineren Ausführungen bis 50 Gramm an ihrer elektrischen Leitfähigkeit, da diese bei Gold immer denselben Wert aufweist. Größere Mengen des Rohstoffs untersuchen Spezialisten per Ultraschallmessung und berechnen so die Schallleitgeschwindigkeit des Materials. Grundsätzlich gilt: Gewissheit über die Echtheit seines Goldes erlangt, wer sich an den Edelmetallhändler seines Vertrauens wendet. Diesem stehen alle technischen Möglichkeiten zur Verfügung, um das Material der Barren zweifelsfrei zu ermitteln.
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