Oh Mann!

(Foto: Foto: Kris van Dorn)

Heute im Interview: Experte: Dr. Stephan Ziegler, leitender Zahnarzt und Gründer der KU64-Zahnarztpraxis aus Berlin

Was bringt eine professionelle Zahnreinigung meinen Zähnen?
Trotz regelmäßiger Reinigung mit Zahnbürste, Zahnpasta und Zwischenraumbürstchen oder Zahnseide, sammeln sich im Laufe des Tages schädliche Bakterien in schwer zugänglichen Stellen. Hier bilden sie mit der Zeit Plaque, einen aggressiven Biofilm, bestehend aus Speichelbestandteilen, Nahrungsresten und Bakterien, den Betroffene mit der Zahnbürste oder durch Spülen nicht mehr entfernen können. Dieser weißliche Zahnbelag wandelt Zucker in Säuren um, die anschließend die Zahnoberfläche entkalken und die Kariesbildung fördern. Daneben ist Plaque ursächlich für Mundgeruch und löst unter anderem Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und im schlimmsten Fall Parodontitis aus. Laut wissenschaftlichen Untersuchungen senkt eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung, kurz PZR, das Risiko für Herz- und Hirninfarkte, Frühgeburten, Diabetes, Arthritis, Rheuma und Magen-Darm-Erkrankungen.

Was passiert bei einer professionellen Zahnreinigung?
Mit einer Lupenbrille untersuchen Prophylaxespezialisten oder Dentalhygieniker zunächst präzise das Gebiss. Anschließend entfernen sie krankmachende Plaque Zahn für Zahn. Weiche Beläge werden dabei oftmals mit einem Ultraschallgerät beseitigt, härtere Ablagerungen hingegen mit einem speziellen Handinstrument. Auch der Einsatz eines sogenannten Pulverstrahlgeräts kann hartnäckige Verfärbungen, hervorgerufen beispielsweise durch Wein, Kaffee, Tee oder Nikotin, leicht lösen. Für die Zwischenräume verwenden die Spezialisten kleine Bürsten, außerdem reinigen sie die Zunge, denn hier befinden sich ebenfalls krankmachende Erreger, die unter anderem für üblen Mundgeruch sorgen. Anschließend werden die Zahnoberflächen mithilfe einer speziellen Paste poliert, damit Bakterien schlechter Halt finden und sich nicht so schnell wieder ansiedeln. Zum Schluss sorgt eine Fluoridierung, also das Auftragen von Fluorid direkt auf die Zähne, zusätzlich für starke Beißerchen.

Wie oft ist eine professionelle Zahnreinigung sinnvoll?
„Über die eigene Pflege hinaus empfiehlt sich zweimal jährlich der Besuch beim Zahnarzt oder Dentalhygieniker, denn nur diese besitzen die Möglichkeit, eine professionelle Zahnreinigung gründlich durchzuführen. Allerdings kommt es immer auf die eigene Mundsituation an, denn wenn bestimmte systemische Erkrankungen wie Diabetes oder Herzkreislauf oder ein erhöhtes Karies- oder Parodontitisrisiko vorliegen, sind kürzere Zeitabstände zu empfehlen.

Was kostet die Reinigung im Schnitt?
Durchschnittlich zahlen Patienten zwischen 70 und 170 Euro. Die Preise variieren deshalb so stark, da es immer auf den Aufwand und die Anzahl sowie den Zustand der Zähne ankommt. Manche Reinigungen dauern lediglich eine halbe Stunde andere das Dreifache. Kommen unterschiedliche oder spezielle Geräte zum Einsatz, erhöht sich der Preis. Zu Mehrkosten kann es ebenfalls kommen, wenn zusätzliche Leistungen wie Bakterien- oder Parodontitis-Vorhersage-Tests (MMP-8-Tests) durchgeführt werden oder eine ausführliche Verlaufsdokumentation der Taschentiefen mit High-Tech-Geräten angefertigt wird.“

Muss ich mich speziell darauf vorbereiten (darf ich vorher bestimmte Lebensmittel nicht essen)?
„Patienten brauchen sich auf eine PZR nicht speziell vorbereiten. Allerdings sollten sie mit geputzten Zähnen zum Termin erscheinen. Anschließend gilt es ein paar wichtige Dinge zu beachten. Denn nach der Reinigung ist die Zahnoberfläche sehr empfindlich und der Speichel benötigt eine Weile, um den natürlichen Schutzfilm wiederherzustellen. Zudem sollten Patienten eine gute Stunde danach nichts essen oder trinken, um die Wirkung der Prophylaxe nicht zu beeinträchtigen. Das Gleiche gilt für den Konsum von Zigaretten. Durch die neu gewonnene Belagfreiheit können in den ersten ein bis zwei Tagen Empfindlichkeiten bei heißen oder kalten Getränken sowie Nahrungsmitteln auftreten. Diese verschwinden jedoch schnell wieder. Wurde darüber hinaus ein Bleaching gemacht, sollten Patienten für etwa zwei Tage auf zahnfärbende Lebensmittel wie Kaffee, Tee, Rotwein, Rote Beete, Ketchup und Zigaretten verzichten, um das ästhetische Ergebnis nicht zu gefährden“, betont Dr. Ziegler von KU64 abschließend.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.