Oh Mann!

(Foto: Foto: Ergo)

Heute im Interview: Rolf Mertens, Experte für Haftpflicht Versicherungen zum Thema sich häufende Fahrraddiebstähle. 

Wie verhält man sich am besten wenn man den Diebstahl des Fahrrades bemerkt, bzw. wie können Radfahrer ihr Gefährt bestmöglich sichern, damit ihnen so ein teures Ärgernis erspart bleibt?
Grundsätzlich sollten Radfahrer ihr Gefährt nie unabgeschlossen herumstehen lassen – auch nicht, um kurz mal Brötchen zu holen. Fahrraddiebe sind oft Gelegenheitstäter, die Momente der Unachtsamkeit gezielt ausnutzen. Es lohnt sich, in ein gutes Schloss zu investieren. Je stabiler und schwerer, umso besser. Das Speichenschloss allein oder günstige Spiralschlösser bieten keinen ausreichenden Schutz. Als Faustregel gilt: Das Schloss sollte rund zehn Prozent des Neupreises des Rads kosten. Aber selbst das teuerste Schloss hilft nicht, wenn die Diebe das Rad einfach wegtragen können. Wichtig ist daher, den Rahmen des Fahrrades an etwas Unbewegliches zu ketten, zum Beispiel an einen Laternenpfahl oder an einen robusten Fahrradständer.

Gibt es moderne Methoden der Fahrradsicherung, die über die üblichen Sicherungsmethoden hinaus gehen?
Sinnvoll ist auch, das Fahrrad kennzeichnen zu lassen: Hierbei wird ein verschlüsselter, personenbezogener Code auf den Rahmen graviert oder mit einem speziellen Aufkleber aufgeklebt. Dadurch erschwert sich der Weiterverkauf des gestohlenen Fahrrades erheblich. Das macht das Rad für Diebe unattraktiv. Viele Polizeidienststellen und der ADFC bieten diesen Service für etwa 15 Euro an. Die Codierung und andere wichtige Angaben, zum Beispiel Rahmennummer, Fabrikat, Kaufdatum und -preis sowie besondere Merkmale wie Farbe, Aufkleber oder eventuelle Beschädigungen, können Radbesitzer in einem Fahrradpass eintragen.

Schlösser senken das Diebstahlrisiko, bieten aber dennoch keine hundertprozentige Sicherheit. Was sollen Radbesitzer tun, wenn ihr Drahtesel trotz aller Vorsicht gestohlen wird?
Das Wichtigste, wenn das Fahrrad weg ist: Ruhe bewahren! Vielleicht steht es ja eine Straße weiter? Wer sicher ist, dass Diebe am Werk waren, sollte umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten. Hilfreich ist es, wenn dann alle wichtigen Daten griffbereit vorliegen. Die meisten Raddiebstähle klärt die Polizei leider nicht auf, die Erfolgsquote liegt gerade mal bei zehn Prozent. Trotzdem ist eine Anzeige sinnvoll und bei versicherten Rädern unverzüglich erforderlich, damit der Diebstahlschutz der Hausratversicherung greift. Der Leidtragende sollte den Schaden daher auch zügig seiner Versicherung melden – spätestens, wenn das Rad nach drei Wochen nicht wieder aufgetaucht ist. Im Internet gibt es außerdem mehrere Datenbanken für gestohlene Räder, etwa www.fahrrad-gestohlen.de oder radklau.org. Es kann sich auch lohnen, bei Fundbüros anzurufen oder an Bahnhöfen und zentralen Haltestellen in der Nähe Ausschau zu halten.

Schon ein einfaches Rad ist kaum unter 500 Euro zu haben, hochwertige Sport-, Holland- oder Treckingräder kosten oft weit über 1.000 Euro. Wie sollten Radfahrer ihre Drahtesel versichern, um zumindest den finanziellen Verlust aufzufangen?
Grundsätzlich stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Die günstigere Alternative ist die klassische Hausratversicherung, die Fahrräder in aller Regel mit einschließt. Anspruch auf Entschädigung haben Versicherte allerdings nur, solange das Rad in der Wohnung oder einem abschließbaren Keller steht. Für einen relativ geringen Aufpreis ist es aber möglich, zusätzlich Diebstähle zum Beispiel auf offener Straße mit abzudecken.
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