Oh Mann!

Fuflball 1. Bundesliga Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 am 25.06.2017 in der Veltins Arena in Gelsenkirchen Domenico Tedesco ( Trainer Schalke ) Foto: Sport Moments (Foto: Foto: Agentur Sport Moments)

Heute im Interview: Schalkes neuer Cheftrainer Domenico Tedesco sprach mit
SPORT-BILD über Goretzka, Embolo und Schalkes Kader-Planung


Herr Tedesco, vor kurzem erlebten Sie zum ersten Mal die Jahreshauptversammlung des FC Schalke, bei der knapp 10.000 Mitglieder vor Ort waren. Ist der Klub seitdem für Sie noch ein Stück weit besonderer als andere?
Man spürt hier an jeder Ecke, was Schalke für die Menschen bedeutet. Ich habe mich auch auf der Jahreshauptversammlung mit ganz vielen Fans unterhalten dürfen. Das sind Menschen, die für diesen Verein leben. Ihnen gegenüber haben wir eine Verantwortung, der wir gerecht werden wollen. Sie wissen, dass man nicht jedes Spiel gewinnen kann. Sie wollen aber sehen, dass wir alles dafür tun.

Am vergangenen Montag war offizieller Trainingsauftakt. Mit dabei war auch Breel Embolo, der seit September 2016 wegen einer schweren Knöchelverletzung fehlte, wieder auf dem Platz stehen. Wie wichtig ist er für Schalke?
Ich freue mich, dass er nach langer Verletzungspause wieder zu uns stößt. Breel besitzt in Topform Qualitäten, die fast jeder Mannschaft helfen können. Wir werden alles dafür tun, um ihm dabei zu helfen.

Schalke 04 hat als Klub eine enorme Wucht. An der Aufgabe sind vor Ihnen schon viele Trainer gescheitert. Was macht Sie zuversichtlich, S04 nach oben zu führen?
Schalke 04 ist einer der größten Klubs Deutschlands. Der Reiz ihn zu trainieren, ist riesig. Und diese Wucht drum herum kann man generell nicht beeinflussen. Es ist auch nicht mein Anspruch, wir möchten diese Wucht auch nicht bremsen oder ruhiger wirken lassen. Das können wir auch gar nicht – mit „wir“ meine ich das Trainerteam und mich. Wir können nur dort Einfluss nehmen, wo wir die Möglichkeit haben, an verschiedenen Stellschrauben zu drehen. In der täglichen Arbeit mit den Spielern, in der Erstellung der Taktik und des Matchplanes zum Beispiel, an der Aufstellung. Alles andere würde ablenken.

Wie lautet Ihre Spielidee?
Mir ist es wichtig, dass ich meine Spielidee den vorhandenen Spielern anpasse, auch wenn ich natürlich einen bestimmten Rahmen vorgebe.

Hohes Pressing, tief stehen?
Es ist mir wichtig, dass man meine Handschrift erkennt. Aber innerhalb dieses Rahmens müssen wir flexibel sein und uns auch mal am Gegner orientieren.
Nach Platz 10 in der Vorsaison behaupten Kritiker: Schalke muss wieder groß denken. Früher hätte der Klub Stars wie Raúl von Real Madrid oder Klaas-Jan Huntelaar vom AC Mailand geholt und somit prägende Gesichter gehabt. Wie sehen Sie das?
Man kann natürlich groß denken und sich um solche Spieler bemühen. Die Konkurrenz schläft jedoch nicht, nicht nur in der Bundesliga. Man kann aber auch selbst Identifikationsfiguren schaffen, das hat einen enormen Reiz. Stichwort Leon Goretzka. Er wird ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft sein.

In den Gesprächen mit Christian Heidel vor Ihrer Verpflichtung hat der Manager Ihnen gesagt, dass man den Kader für die neue Saison nicht auf zahlreichen Positionen verändert wird, weil er aus seiner Sicht grundsätzlich gut genug ist. Wie sehen Sie das?
Das ist auch meine persönliche Meinung. Ich habe mir den Kader genau angeschaut. Wenn man so eine Aufgabe angeht, muss man ein gutes Gefühl haben als Trainer. Und das bekam ich, als ich die Schalker Spiele der vergangenen Saison analysiert und die Einzelspieler beurteilt habe. Ich finde, dass es eine gute Basis ist und wir uns nur punktuell verbessern werden.

Wünschen Sie sich für Ihre Arbeit auf Schalke Ruhe?
Welcher Trainer wünscht sich das nicht? Ich wünsche mir aber vor allem eine intensive Zeit mit der Mannschaft auf dem Trainingsplatz.

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