Oh Mann!

(Foto: Foto: BBV)

Heute im Interview: Walter Heidl, Präsident des bayerischen Bauernverbandes zum
Thema Verantwortung der Landwirtschaft beim Wasserschutz

Herr Heidl, zuletzt haben 14 Partner den bayerischen Wasserpakt unterschrieben und vorgestellt. Wie sind dabei die Vorstellungen des Bayerischen Bauernverbandes mit eingeflossen?
Über 90 Prozent des Grundwassers in Bayern erfüllen ohne weitere Maßnahmen die strengen gesetzlichen Qualitätsstandards. Doch das reicht nicht. Wir Bauern sind die größten Flächennutzer in Bayern. Wir haben deshalb eine besondere Verantwortung beim Wasser- und Gewässerschutz. Wir wollen unser bayerisches Wasser schützen und gemeinsam dort anpacken, wo es Probleme gibt. Der Wasserpakt ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.

Was will dieser Pakt bezwecken?
Mit dem Pakt werden die Kräfte gebündelt, um gemeinsam und über die gesetzlichen Vorgaben hinaus den Wasser- und Gewässerschutz in Bayern zu stärken. Beim Wasser- und Gewässerschutz geht es schließlich um viel mehr als Landwirtschaft. Über die Hälfte des Stickstoffs kommt über den Verkehr, aus Industrieanlagen oder Heizungen in die Böden und dann ins Grundwasser. Die Vernetzung mit anderen Partnern ist deshalb ein entscheidender Faktor für das Gelingen des Wasser- und Gewässerschutzes in Bayern.

Was sind die wesentlichen Inhalte des Vertrages?
Die Landwirtschaft verpflichtet sich im Wasserpakt zu einem ganzen Paket an freiwilligen Maßnahmen. Unter anderem werden der Bayerische Bauernverband und der Maschinenring eine digitale Plattform bereitstellen, damit Landwirte Gülle und Mist besser und einfacher austauschen können. So soll der Einsatz dieses wertvollen Düngers weiter optimiert werden. Außerdem werden vom Bauernverband flächendeckend Info-Veranstaltungen zur Wasserrahmenrichtlinie sowie zum Wasser- und Gewässerschutz durchgeführt.

Wie erfolgt die praktische Umsetzung?
In Kooperation mit weiteren landwirtschaftlichen Organisationen und Verbänden berät der Bauernverband seine Mitglieder, wie sie besonders gewässerschonender wirtschaften können. Mit neuester Technik soll die Düngung auf den bayerischen Äckern und Wiesen weiter verbessert werden. Gemeinsam mit dem Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft will der Bauernverband zudem den Austausch zwischen Bauern, Kommunen und Grundeigentümern ausbauen.

Wie groß ist der Beitrag der bayerischen Bauern zum Gewässerschutz bereits heute?
Bereits heute leisten die Bauern einen entscheidenden Beitrag zum Schutz des Wassers in Bayern. Seit mehr als zwanzig Jahren gibt es in Bayern zahlreiche Kooperationen zwischen Landwirten und den Wasserversorgern. Auch außerhalb von Wasserschutzgebieten wirtschaften die bayerischen Bauern auf über 600.000 Hektar besonders gewässerschonend. Auch mit Projekten wie „boden:ständig“ oder der Aktion Grundwasserschutz in Franken werden Maßnahmen gemeinsam mit den Bauern entwickelt und umgesetzt. Der Bayerische Bauernverband bringt sich aktiv dort ein, wo nachweislich regionale Probleme vorhanden sind und zeigt sich gesprächsbereit gegenüber den Kommunen. Zudem sind bayernweit Wasserberater zur Unterstützung der Landwirte unterwegs. Diese Beispiele zeigen: Bayern setzt beim Wasser- und Gewässerschutz sehr erfolgreich auf einen kooperativen Ansatz. Auf diesem Weg gibt uns der Wasserpakt zusätzlichen Rückenwind.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.