Das Durchschnittsalter der Bayern ist innerhalb von zwei Jahrzehnten von 39,7 auf 43,6 Jahre gestiegen

Das Durchschnittsalter ist innerhalb von zwei Jahrzehnten von 39,7 auf 43,6 Jahre gestiegen. Die Menschen in Bayern sind damit aber noch jünger als im Bundesschnitt. Das Altersgefälle auf Kreisebene nimmt jedoch auch im Freistaat spürbar zu.

Die steigende Lebenserwartung und niedrige Geburtenzahlen treiben das Durchschnittsalter in Bayern immer weiter nach oben. Die Bevölkerung ist innerhalb von zwei Jahrzehnten um knapp vier Jahre gealtert und zählt nunmehr 43,6 Lenze. Das zeigt eine Auswertung der Initiative „7 Jahre länger“ auf Basis der finalen Bevölkerungsdaten für 2015.

Wegen des Zustroms junger Menschen altert Bayern aber langsamer als Deutschland insgesamt. Bundesweit liegt der Altersschnitt mit 44,2 Jahren gut sieben Monate höher als im Freistaat. Im Vergleich aller Bundesländer hat Bayern die viertjüngste Bevölkerung – jünger sind die Menschen nur in Baden-Württemberg sowie in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Die Differenz zwischen ältestem und jüngstem Bundesland ist seit 1995 von 3,6 auf 5,1 Jahre angewachsen.

Wunsiedel ältester Kreis in Bayern, Freising jüngster



Zu- und Abwanderungen führen jedoch auch in Bayern dazu, dass die Spanne zunimmt. Heute trennen den ältesten Landkreis (Wunsiedel: 47,8 Jahre) und den jüngsten (Freising: 40,9 Jahre) fast sieben Jahre. 1997 – weiter reichen die Daten nicht zurück – betrug das Altersgefälle innerhalb Bayerns erst 5,7 Jahre. Zum Vergleich: Die bundesweit ältesten Regionen Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) und das Altenburger Land (Thüringen) trennen mit einem Altersschnitt von je 49,8 Jahren schon fast zehn Jahre von Freiburg, wo die Menschen mit 40,2 Jahren am jüngsten sind.

In Bayern ist die Alterung besonders im Norden weit fortgeschritten. Die fünf ältesten Landkreise liegen ausnahmslos in Franken. Am schnellsten gealtert ist die Bevölkerung seit 1997 jedoch im Kreis Freyung-Grafenau: um 6,2 auf 44,8 Jahre ging der Altersschnitt seitdem nach oben. Demgegenüber hat sich die Bevölkerung in den Städten Regensburg und München seitdem sogar leicht verjüngt.

Hohe Zuwanderung 2015 wirkt wie eine kleine Verjüngungskur

Im Vorjahr geriet der Alterungsprozess auch bundesweit ein wenig ins Stocken. Das Durchschnittsalter in Deutschland sank um 0,1 auf 44,2 Jahre – es war der erste Rückgang seit der Wiedervereinigung überhaupt. In Bayern blieb der Altersschnitt zwar unverändert, einige Landkreise verzeichneten aber durchaus eine kleine Verjüngung. In den Städten Ansbach, Landshut und Bamberg sank das Durchschnittsalter gegenüber 2014 beispielsweise um jeweils 0,3 Jahre.

Langfristig ist der Alterungsprozess jedoch nicht aufzuhalten. Laut jüngster Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes wird das Durchschnittsalter in Deutschland bis 2060 auf 47,6 bis 50,6 Jahre steigen – abhängig davon, wie sich Zuwanderung und Geburtenrate weiter entwickeln. Zum Vergleich: 1990 waren die Menschen hierzulande noch durchschnittlich 39,3 Jahre alt, 1970 gar erst rund 36,2 Jahre.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.