Von Frau zu Frau

(Foto: Foto: ElitePartner)

Heute im Interview: Lisa Fischbach, Dipl. Psychologin und Herausgeberin der ElitePartner-Studie 2017 zu den häufigsten Trennungsgründen von Paaren.


Frau Fischbach, für ihre Studie haben Sie 6.500 Personen befragt. Was sind die häufigsten Trennungsgründe?
Affären sind Trennungsgrund Nummer eins. Für mehr als drei Viertel der Menschen in Deutschland wäre das Beziehungs-Aus bei einer Affäre vorprogrammiert. Das heißt allerdings auch, dass 23 Prozent sich vorstellen könnten, serielle Untreue zu verzeihen. Die einmalige Variante der Untreue, der Seitensprung, folgt dagegen überraschend erst auf Platz fünf der Trennungsgründe. Er wird leichter verziehen als eine längere Affäre und ist nur für die Hälfte Grund, die Beziehung zu beenden.

Was können weitere Gründe sein?
Dinge, die die Menschen in Deutschland noch weniger verzeihen könnten als einen Seitensprung haben vor allem mit dem Beziehungsalltag zu tun. Auf dem zweiten Platz liegt zu wenig Freiraum. 66 Prozent finden es unverzeihlich und würden sich trennen, wenn sie sich eingeengt fühlen – eine Einstellung, die zur individualisierten Gesellschaft passt. Auf Platz drei: Mangelnde Körperhygiene. 60 Prozent würden ihren Partner verlassen, wenn er oder sie eher wenig von Duschen, Deodorant und Co hält. Ebenfalls vorne mit dabei ist das Thema Eifersucht – für gut die Hälfte der Befragten ist Schluss, wenn ihr Partner stark eifersüchtig ist. Dafür rückt das beliebte Streitthema Geld auf die hinteren Plätze.

Welche Rolle spielt Sex in einer Beziehung?
Männer trennen sich, wenn der Sex ausbleibt – Frauen, wenn Zärtlichkeiten fehlen. Dabei gibt es einige Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Für Frauen ist beim Thema Untreue häufiger Schluss: 83 Prozent der Frauen, aber nur 71 Prozent der Männer trennen sich bei einer Affäre, beim Seitensprung sind es 56 gegenüber 45 Prozent. Zudem zeigt sich, dass Frauen und Männern in Beziehungen andere Aspekte der Körperlichkeit wichtig sind. Frauen beenden die Beziehung, wenn Zärtlichkeiten verloren gehen (Frauen 50, Männer 44 Prozent). Männer, wenn der Sex ausbleibt: 28 Prozent würden sich wegen einer längeren Sex-flaute trennen – aber nur 15 Prozent der Frauen.

Welche Rolle spielt das äußerliche Aussehen?
Starke äußerliche Veränderungen, etwa eine deutliche Gewichtszunahme, wären für die meisten Frauen kein Grund, eine Beziehung zu verlassen. Nur jede zehnte würde in einem solchen Fall die Trennung fordern. Dagegen wären deutliche optische Veränderungen für fast jeden vierten Mann (23 Prozent) ein Grund, Schluss zu machen.
Häufig wird beruflicher Stress als Beziehungskiller angegeben. Stimmt das?
Gerade Frauen in der Familiengründungsphase können mit anhaltendem beruflichem Misserfolg oder längerer Arbeitslosigkeit des Partners schwer umgehen. Jede vierte Frau unter 30 Jahren (24 Prozent) würde sich dann trennen. Zwischen 30 und 39 Jahren sind es ebenfalls noch 17 Prozent.
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