Von Frau zu Frau

Birgit Roos mit einem Opossum aus dem Nautiland (Foto: Foto: Nautiland)

Heute im Interview: Birgit Roos, 1. Vorsitzende des Vereins Nautiland Sonneberg

Konnten Sie sich damals im Jahr 2001 schon vorstellen was einmal aus dem Nautiland werden würde?
Als wir am 02.05.2001 das erste Mal ins Nautiland kamen und gebeten wurden, die noch vorhandenen Tiere zu versorgen, ahnte noch keiner von uns, welche Wege diese Einrichtung einmal gehen sollte. Die Einrichtung war 1997 privat eröffnet und dann im Mai 2001 vom Vorbesitzer aufgegeben worden. Mit einigen optimistischen und aktiven Mitgliedern gründeten wir einen Verein zum Erhalt und machten uns an die Arbeit. Heute können wir schon etwas stolz sein, auf das Geschaffene.

Welche Schwierigkeiten hatten Sie bei der ersten Neueröffnung des Nautilands?
Pünktlich zu den Sommerferien 2001 konnten wir im Juli wieder eröffnen. Die ersten Jahre waren besonders schwierig, weil es galt, die Einnahmen so konstruktiv einzusetzen, dass das Geld für alle Ausgaben reichen musste, denn Zuschüsse gab es keine. Für Werbung fehlte das Geld, und ohne Werbung kam nur eine überschaubare Touristenzahl. Es kamen aber immer neue Mitglieder und Tierfreunde dazu. Wir fuhren in größere Aquarien, z.B. nach Berlin, Leipzig und Stralsund und trafen dort auf Angestellte, die uns dankenswerter Weise über ihre Arbeitsweise mit den Meeresbewohnern hilfreiche Tipps gaben.

Was hat sich im Laufe der Jahre verändert und welche Attraktionen kamen noch hinzu?
Nachdem das alte vorhandene Haibecken mit seinen 30.000l für die Haie zu klein geworden war und wir finanziell einen Neubau als Verein nicht stemmen konnten, entschloss sich unser Verein zum Jahresende 2010 die Einrichtung zu schließen. Zum Bau eines 100.000-Liter-Haibeckens waren viele Kräfte und auch finanzielle Mittel gefordert. Den gesamten Innenausbau, angefangen vom Verharzen des Beckens, dem Bau der gesamten Meerwassertechnik und der Gestaltung konnten wir noch in Eigenleistung übernehmen, doch dann stießen wir an unsere Grenzen, denn unsere Aktiven arbeiten ganztags und können nur in den Abendstunden und an den Wochenenden im Nautiland arbeiten. Aber wir hatten es geschafft. Im August 2011 war es soweit und die Haie konnten in einer Aktion umziehen.

Wie stellt sich die heutige Situation dar?
Mittlerweile haben wir gemeinsam eine vorzeigbare und auch lehrreiche Einrichtung geschaffen, verteilen Werbung über die Landesgrenzen hinaus und ziehen so jährlich über 20.000 Besucher nach Sonneberg. Im Jahr 2015 waren es sogar 29.700 Besucher. Nicht zuletzt die Ideen, auch Reptilien, die vorwiegend beschlagnahmt oder ausgesetzt ein neues zu Hause bei uns finden, und einige exotische Säugetiere zu zeigen, bringen uns Besucher, die die Artenvielfalt bei uns schätzen und dies auch kundtun.

Wie sehen Sie die Zukunft des Nautilands Sonneberg und sind bereits weitere Attraktionen geplant?
Wir werden uns bemühen, das Nautiland als Verein weiterzuführen. Es wird immer wieder etwas Neues, oder neu Gestaltetes zu sehen sein. Lassen Sie sich überraschen und besuchen Sie uns! Für Besucher aus der näheren Umgebung lohnen sich auch unsere Bonuskarten.
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