Von Frau zu Frau

(Foto: Foto: Wiener)

Heute im Interview: Claudia Kaiser, Inhaberin von Süßwaren Hussel in der Keßlergasse 6, in Schweinfurt

Hallo Frau Kaiser, Süßwaren Hussel ist ein fester Begriff im Schweinfurter Einzelhandel und vor Weihnachten schreckte die Schließungsankündigung die Bevölkerung auf. Nun geht es an neuem Standort doch weiter. Wie kam es zu dieser erfreulichen Entwicklung?
Aufgrund der Umsatzzahlen hatte sich die Fa. Hussel entschlossen, die Schweinfurter Filiale zu schließen. Mir persönlich wurde zwar ein Übernahmeangbot für Bamberg, bzw. Coburg unterbreitet, doch die vielen Nachfragen, insbesondere meiner Stammkundschaft, ließen mich nachrechnen, ob sich das Geschäft als selbstständige Unternehmerin nicht doch weiterführen ließe. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass sich das Geschäft mit meinem eigenen Konzept weiterführen ließe. Man wird zwar keine großen Reichtümer erwirtschaften, aber zum Leben reicht es. Ich kann sogar zwei Teilzeitkräfte beschäftigen. Leider hat es mit der Fortführung des Mietverhältnisses in der Spitalstraße nicht geklappt. Einzelhandelsverbandsvorsitzender Jens Drescher hat mir dann aus seinem Bestand ein geeignetes und bezahlbares Ladenlokal in der Keßlergasse angeboten. Binnen drei Wochen haben wir den Laden komplett von Boden bis zur Decke erneuert.

Der neue Standort in der Keßlergasse soll sicher auch höhere Kundenfrequenz versprechen. Was muss Schweinfurt tun, um die Ansprüche der Geschäftsinhaber besser umzusetzen?
Natürlich erhoffe ich mir durch den Standortwechsel auch mehr Kundenzulauf. Der hatte in der Spitalstraße zuletzt doch arg nachgelassen. Die Mieten sind sicher ein Thema und mit etwas finazieller Unterstützung würde sicher mancher sich leichter tun, einen Mietvertrag zu unterschreiben. Es werden für so viele Dinge Geldmittel zur Verfügung gestellt, warum mal nicht für denjenigen, die nachgewiesenerweise etwas für Schweinfurts Attraktivität tun möchten. Auch dass mir das Arbeitsamt noch nicht mal den Existenzgründungszuschuss bewilligt hat, war sehr enttäuschend. Weil ich vermittelbar und durch eine bereits vorhandene Stammkunden privilegiert wäre, wurden als Ablehnungsgründe aufgeführt. Auch in diesem Bereich sollten den Worten mal Taten folgen.

Hussel-Fachgeschäfte gibt es bundesweit. Wie ist diese Süßwarenkette entstanden?
Wir sind ein Unternehmen mit ca. 300 Filialen und da sind auch mittlerweile einige Franchise Filialen darunter. Hussel wurde 1949 gegründet, zunächst als Lebensmittelladen, aber nach und nach hat er sich im Laufe der Jahre zum Süsswarenspezialisten entwickelt. Heute kann ich sagen, dass wir einer der führenden Confiserien in Deutschland sind.

Nach welchen Gesichtspunkten wird das Warensortiment ausgewählt?
Hierzu ist zu sagen, dass ich bisher als Filialleiterin einem strengem Artikelordersatz unterlag. Dies ist jetzt jedoch anders. Durch den Franchisevertrag bin ich dazu verpflichtet, dass der überwiegende Teil meines Sortiments aus Husselware bestehen muss. Ich halte das Konzept Hussel für das beste überhaupt und stehe deshalb auch voll und ganz dahinter. Ich habe nun aber gewisse Freiheiten im Sortimentsbereich - und die nutze ich auch! So wird es bei mir erstmalig vegane Pralinen, Mandelsplitter, Gummibärchen und Schokolade geben. Auch im Bereich Schokokunst habe ich die ein oder andere witzige Schokoladenfigur dazu geordert. Es gibt zum Beispiel eine Musik - CD aus Schokolade, oder ein Computerset mit Tastatur, Mouse und CD-ROM.

Sie naschen selber gerne. Was ist ihr Favorit?
Ojaaah, ich nasche selber gerne. Klar, die Leute sagen immer, man sähe es mir nicht an, aber ich treibe auch viel Sport und kann mich auch zügeln. Für Nougat lasse ich aber alles liegen und stehen.

Wem oder was gilt ihr Interesse, wenn Sie nicht im Geschäft stehen?
Natürlich ist Hussel mein Leben und meine Leidenschaft, aber wenn dann mal Feierabend ist, finde ich den Ausgleich bei meiner Familie. Meine Kinder sind bereits 28 und 24 Jahre und sind eigenständig. Durch meinen Großen werde ich, noch bevor ich im Sommer wieder heirate, noch zur Oma gemacht. Und mit meinem Partner teile ich die Liebe zu unserem süßen Yorkshire Terrier. Wir gehen gerne tanzen und im Sommer auf die vielen Weinfeste hier in der Gegend.
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