Von Frau zu Frau

Gabriele Vincke (Foto: Foto: Borgmeier)

Heute im Interview: Gabriele Vincke, Motivationstrainerin und Autorin des Buches „Motivation für Dich“

Das neue Jahr hat gerade erst begonnen, doch trotz vieler guter Vorsätze verfallen vor allem junge Leute in alte Muster. Dazu zählt etwa permanente Erreichbarkeit. Doch welche Auswirkungen hat diese eigentlich auf das persönliche Stressbarometer?

Mit dem Drang, nichts zu verpassen, steigt besonders der soziale Druck. Besonders Smartphones sind für viele Menschen heute zum ständigen Begleiter geworden. Kam die Post früher nur einmal am Tag, erscheinen Nachrichten heute oftmals direkt und zu jeder Zeit auf dem Handydisplay. Das greift natürlich umfassend in die natürlichen Lebensgewohnheiten ein. Wie beim Konsum von zu vielen und ungesunden Nahrungsmitteln hilft auch eine „digitale Diät“ dieser Sucht zu entkommen und auf ein normales Niveau abzuspecken.

Aber es ist doch niemand verpflichtet, ständig aufs Smartphone zu schauen?

Internet, Tablets, Smartphones, E-Mails – das digitale Zeitalter ist im Alltag angekommen, ob wir es wollen oder nicht. Soziale Netzwerke wie WhatsApp, Facebook, Instagram oder Snapchat bieten die Möglichkeit, sich kostenlos und zu jeder Zeit mit der ganzen Welt auszutauschen und das birgt natürlich auch einen gewissen Reiz, zumal es körperlich nicht anstrengend ist und abgedeckt durch Flatrates sozusagen auch noch kostenlos. Selbst wenn die Nutzung dieser Medien auf freiwilliger Basis geschieht, so entsteht dennoch eine Art sozialer Druck, der wiederum zu Stress führen kann.

Sind jüngere Menschen tatsächlich stärker von diesem Stress betroffen, als ältere Mesnchen?

Vor allem für die unter Dreißigjährigen gehören soziale Medien zum Alltag. So geht es aus dem aktuellen Stressreport der Techniker Krankenkasse hervor. Selbst bei den über Siebzigjährigen nutzt jeder Zehnte diese Kommunikationsform. Besonders besorgniserregend: Viele Menschen empfinden Internetkonsum als drängende Verpflichtung. So gaben 17 Prozent der Befragten an, dass sie das Gefühl bekommen, etwas zu verpassen, wenn sie nicht mehrere Stunden am Tag online sind. Mit einer Art Optimierungsdruck versuchen wir jede Minute zu nutzen, was gefährliche Folgen mit sich bringen kann. Die Differenz zwischen Anspannung und Entspannung wird immer geringer, was dazu führt, dass wir uns irgendwann aufgrund des ständigen Medienkonsums schlapp und ausgelaugt fühlen.

Gibt es ein grundsätzlich einfaches und probates Mittel?

Offlinezeiten sorgen für Entspannung. Dabei gibt es einfache Lösungen, um dem Mediensturm entgegenzuwirken: Da die Mehrheit der Nutzer häufig aus reinem Reflex zum Smartphone, Tablet oder Notebook greift, bewirken geregelte Offlinezeiten bereits einiges. Damit die Internetnutzung nicht überhandnimmt, müssen wir lernen, mit ihr umzugehen, und unsere Lebensform entsprechend anpassen. Wer für Handyfreie-Zonen sorgt oder am Abend das Smartphone in eine Schublade legt und nur in Notfällen nutzt, schafft gute Voraussetzungen, um einen entspannten, ruhigen Feierabend zu genießen. Gleichzeitig schafft dies mehr Zeit für Familie, Freunde und Hobbys. So wird ein optimaler Ausgleich geschaffen, der das persönliche Stressbarometer sinken lässt.
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