Oh Mann!

(Foto: Foto: privat)

Heute im Interview: Dr. med. Michael John, Facharzt für Orthopädie und Inhaber der gleichnamigen Praxis für regenerative Medizin, Orthopädie und Sportverletzungen in Schweinfurt, An den Schanzen 9.

Herr Dr. John, Sie haben vor kurzem Ihre Privatpraxis nach Schweinfurt verlegt, die neue Behandlungsmöglichkeiten auf dem Gebiet der Orthopädie und Sportverletzungen anbietet. Was waren die Gründe für diese Standortwahl?
Der Hauptgrund war sicherlich, dass meine Frau aus Schweinfurt stammt und auch ich durch meine vielen Besuche hier die Stadt, ihre Menschen und das Umland zu schätzen gelernt habe. Ein anderer Grund war mein medizinisches Angebot, das es nach meinen Kenntnissen so noch nicht in Schweinfurt gibt. Es geht dabei um die Anwendung körpereigener Heil- und Wachstumsfaktoren aus dem Blut, die mithilfe minimalinvasiver Injektionstechniken und Kombinationstherapien schonend zur Regeneration chronisch oder akut erkrankter Gelenke und Wirbelsäulen eingesetzt werden. Diese körpereigenen „Medikamente“ werden unter dem neuen Begriff „Orthobiologics“ zusammengefasst. Die Orthobiologics können einen Regenerations- und Reparationseffekt aller Strukturen des Bewegungsapparates anregen. Die Behandlungstechnik ist schonend und die möglichen Nebenwirkungen, soweit vorhanden, nur sehr gering. Zwischen den nichtoperativen und den operativen orthopädischen Therapien ist die Aktivierung regenerativer Körperprozesse mittels minimalinvasiven Injektionstechniken eine neue erfolgreiche Alternative.

Das hört sich sehr interessant an. Wie muss man sich diese Neubildung oder Regeneration genauer vorstellen? 
Als Sportler ist mir persönlich die natürliche Bewegung extrem wichtig. Regeneration bedeutet wörtlich übersetzt eine Wiederauffrischung oder eine Erneuerung des ursprünglichen, gesunden zellulären Zustandes. Mit körpereigenen Orthobiologics wie z.B. körpereigenem Plasma und körpereigenen Proteinen, kann man einen therapeutischen Regenerations- und Heilungsprozess degenerativer oder verletzter Gelenke, Muskeln, Knorpel und Knochen anregen. Neben den Orthobiologics kann man auch mit der Proliferationstherapie Regenerations- und Heilungsprozesse anregen. Hierbei kommen natürliche Mineralstoffe, wie NaCl (Kochsalz) oder Glucose (Zucker) zum Einsatz. Durch die exakte Injektion dieser Substanzen an die Ansätze der schmerzauslösenden Bänder, Sehnen oder Gelenkkapseln resultiert ein Reiz im entsprechenden Gewebe, den der Körper mit einer Regeneration und einem Wachstum von Kollagen-Zellen vom Typ 1 beantwortet. Durch diesen Reparaturvorgang kommt es zum einen zu einer Schmerzreduktion, zum anderen zu einer Stabilisierung des Gelenkes oder Wirbelsäulenabschnittes. Häufig kombiniere ich die Proliferation mit den Orthobiologics sowie parallel mit einer optimal geplanten Physiotherapie, der ich einen sehr hohen Stellenwert zuschreibe, um einen noch stärkeren Regenerationseffekt aller Strukturen zu erzielen.

Für wen sind diese Therapien sinnvoll und welche Einschränkungen gibt es?
Die neuen regenerativen Therapien mit Orthobiologics und Proliferation sind für viele chronische oder akute orthopädische Erkrankungen und Verletzungen, wie therapieresistente Rückenschmerzen, Gelenkarthrosen, Meniskusverletzungen oder Muskel- und Bandverletzungen anwendbar. Ausnahmen sind hundertprozentige Operationsindikationen, wie ein Bandscheibenvorfall, der den Nerv mechanisch einklemmt und neurologisch dauerhaft schädigt, oder solche fortgeschrittenen mechanischen Gelenkzerstörungen durch freie Gelenkkörper, die ein natürliches Gelenkspiel extrem einschränken und zerstören. Diese mechanischen Erkrankungen sollten mithilfe operativer Eingriffe, z.B. einem Gelenkersatz oder einer Arthroskopie, therapiert werden. Die regenerative Therapie kann hiernach gezielt wieder aufbauen.

Wo haben Sie ihre bisherigen Erfahrungen sammeln können?
Operative Erfahrungen habe ich u. a. am Behandlungszentrum Vogtareuth mit dem Schwerpunkt Endoprothetik, Wirbelsäulenoperationen, Sportverletzungen und Rehabilitation und im Bereich der Kinderorthopädie am Kinderkrankenhaus in Aschau sammeln können.
Zudem habe ich  über 10 Jahre lang als Oberarzt der Münchner Alphaklinik – einer Spezialklinik für Wirbelsäulenerkrankungen - im Team von Dr. Thomas Hoogland gearbeitet. Ich war Chefarzt der Orthopädie der Betaklinik Bonn und leitender orthopädischer Chefarzt einer Klinik mit Schwerpunkt autologe Stammzellentherapien mit Sitz in Köln und Düsseldorf. Zuletzt habe ich sieben Jahre lang meine Privatarztpraxis für Orthopädie in Leipzig betrieben, wo ich meine gesammelten operativen und konservativen Erfahrungen voll in die neue regenerative Biomedizin einbringen und optimieren konnte.
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