Zwei Männer aus dem Landkreis packen mit an und bringen Pakete zu Bedürftigen auf den Balkan

Manfred Fuchs packt seinen Koffer. (Foto: Manfred Fuchs)
 
Berthold Weidner holt die Päckchen aus Kindergärten des Landkreises ab, um sie in arme Länder zu fahren. (Foto: Privat)
Engagierte Menschen aus der Region sind auch in diesem Jahr wieder für die Johanniter Weihnachtstrucker unterwegs. Der Eckartshausener Berthold Weidner beispielsweise ist schon seit langem bei der Truppe dabei, die mit Lkw in arme Länder fahren und dort Weihnachtspakete verteilen. Neu im Team ist Manfred Fuchs aus Zeuzleben, der erstmals dabei ist und ein Begleitfahrzeug steuert.
Der Neuling ist schon gespannt auf die eher außergewöhnliche Reise, die er am zweiten Weihnachtsfeiertag mit ungefähr 50 anderen Freiwilligen startet. Der 56-Jährige arbeitet seit einem Jahr als Patientenfahrer für die Johanniter, dort sei er auf diese Aktion aufmerksam geworden, sagt er.
Die Aktion „Weihnachtstrucker“ der Johanniter gibt es schon seit 21 Jahren. Dabei werden in diesem Jahr aus 30 von Speditionen zur Verfügung gestellten Lkw mehr als 50.000 Weihnachtspakete an bedürftige Menschen in Rumänien verteilt. Noch einmal so viele Lkw fahren nach Bosnien und Albanien. „Es ist erschreckend, welche Armut noch immer in diesen Ländern herrscht, obwohl zumindest Rumänien ein EU-Mitglied ist“, weiß Manfred Fuchs aus den Erzählungen seiner Kollegen von früheren Weihnachtstrucker-Reisen. Die Päckchen sollen die Menschen im Winter unterstützen und auch den Kindern an Weihnachten ein Lächeln auf das Gesicht zaubern.
Fuchs, selber Vater von zwei mittlerweile erwachsenen Töchtern, will auch helfen. „Man sieht, wie viel die Weihnachtstrucker in diesen Ländern bewirken. Deshalb ist es für mich eine Herzensangelegenheit.“ Aus dem Grund beschloss er, in diesem Jahr als ehrenamtlicher Helfer mitzufahren, wofür er sich sogar, wie fast alle Helfer dieser Aktion, ein paar Tage frei nehmen musste. Denn allein schon die Fahrt in den Norden Rumäniens dauert zwei bis drei Tage.
Die Leute in den Begleitfahrzeugen kümmern sich dabei unter anderem um Grenzformalitäten und passen auf, dass die Lkw auf den eher schlecht ausgebauten und manchmal zugeschneiten Straßen gut durchkommen. Am Ziel angelangt werden die Pakete mit Hilfe von Partnerorganisationen und Verteillisten an die Bedürftigen vergeben. 17 Weihnachtstrucker wird Manfred Fuchs mitbegleiten, die anderen 13 fahren in eher südlich gelegene Teile Rumäniens. Die gesamte Aktion soll planmäßig fünf Tage lang dauern, wenn kein Schnee fällt wird Manfred Fuchs frühestens an Silvester wieder zuhause sein. Dann wird er, auch im Internet auf seiner Homepage www.fuchs-manfred.de, von seinen Erlebnissen in einem Land erzählen, „in das man sonst nur selten kommt“.
Berthold Weidner aus Eckartshausen dagegen sitzt selbst am Steuer eines 40-Tonner-Sattelzuges. Er fährt in diesem Jahr das achte Mal mit. Weidner hat schon im Vorfeld 29 Ladestellen bei Kindergärten und Schulen abgefahren, um die Güter in den Lkw zu laden. Die Kinder hatten eine besondere Freude, durften sie ihr Päckchen doch selbst in den Lkw bringen. Bereits 1995 hatte er sich das erste Mal als Weihnachtstrucker bei den Johannitern beworben, bekam allerdings eine Absage, weil er keinen eigenen LKW hatte. Seit 2005 kann er den Lkw seines Arbeitgebers benutzen und so lud er am 24. Dezember 2005 in einem Rewe-Großlager bei Buttenheim 1650 Pakete auf. Mit 50 weiteren Lkw und Begleitfahrzeugen ging es am 2. Weihnachtsfeiertag um 7 Uhr in Augsburg los. Schließlich wurde der Konvoi verkleinert und er fuhr mit weiteren zwölf Lkw und drei Begleitfahrzeugen nach Siebenbürgen in Rumänien.
Auf das Kommen freuten sich Kinder, Eltern und Großeltern, die bei minus zwölf Grad Celsius im Freien sehnsüchtig auf sie warteten. „Bei der Übergabe der Päckchen in die Hände der Menschen überkam einen ein Glücksgefühl, das man gar nicht in Worte fassen kann. Die dankbaren Blicke und Tränen in den Augen werde ich nie vergessen“, so Weidner.
Im Jahr 2006 fuhr er deshalb wieder nach Rumänien, 2007 nach Montenegro, 2008 und 2009 in die Republik Moldawien. Ab 2009 fing er an, in Kindergärten und Schulen der Umgebung auf eigene Faust zusätzliche Päckchen zu sammeln. „Die Kinder kommen selbst auf meinen LKW und übergeben mir ihr Päckchen. Die vermissen mich schon, wenn ich mal nicht komme.“ Letztes Jahr und auch heuer geht es wieder nach Rumänien. Er freue sich schon sehr, die ihm bekannten Leute wieder zu sehen und hoffe darauf, dass sich viele Familien an der diesjährigen Hilfsaktion beteiligen. „Besonders bemerkenswert finde ich auch, dass alle Fahrer Urlaub nehmen, um bei dieser Aktion dabei zu sein, und dadurch während der Weihnachts- und Neujahrtage nicht bei ihren Familien sein können“, hat Berthold Weidner recht. Damit auch in diesem Jahr wieder viele Päckchen in seinem 40-Tonner-Sattelzug Platz finden, können noch bis 20. Dezember bei den Johannitern und in allen Lidl-Filialen Pakete abgegeben werden. Eine Packanleitung gibt es unter www.johanniter-weihnachtstrucker.de.
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