Zwei Landkreisbürgerinnen erhalten Auszeichnung „Weißer Engel“

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml jeweils mit der Geehrten Gabriele Reusch. (Foto: stmgp)
 
Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml jeweils mit den Geehrten Ella Ludwig. (Foto: stmgp)
Landkreis Schweinfurt. Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml hat am 2. August unter anderem zwei Bürgerinnen aus dem Landkreis Schweinfurt die Auszeichnung „Weißer Engel“ verliehen. Im Beisein von Landrat Florian Töpper und Kolitzheims Bürgermeister Horst Herbert erhielten Ella Ludwig aus Kolitzheim und Gabriele Reusch aus Stammheim die Auszeichnung für ihr jahrelanges ehrenamtliches Engagement in den Bereichen Gesundheit und Pflege.

Das bayerische Gesundheits- und Pflegeministerium vergibt die Auszeichnung „Weißer Engel“ einmal jährlich in jedem Regierungsbezirk. Mit dem Preis werden Menschen ausgezeichnet, die sich etwa in der Hospizarbeit, bei der Betreuung älterer Menschen, in der Pflege, in Selbsthilfegruppen oder im Besuchsdienst im Krankenhaus engagieren.

Huml betonte anlässlich der feierlichen Verleihung in der Würzburger Residenz: „Die Auszeichnung 'Weißer Engel' geht an Menschen, die sich mit Hingabe engagieren. Es sind Menschen, die Verantwortung für andere übernehmen und damit einen Beitrag zur aktiven Bürgergesellschaft leisten. Das große ehrenamtliche Engagement verdient unsere Anerkennung.“

Ella Ludwig aus Kolitzheim engagiert sich seit über elf Jahren als Leiterin der „Kreuzbund Sucht Selbsthilfegruppe Gerolzhofen 1“. Die Gruppe hat aktuell etwa 20 Mitglieder. Mit sehr viel Empathie hilft sie Menschen, die Probleme mit Suchtmitteln haben oder unter der Suchterkrankung eines Angehörigen leiden. Als Gruppenleiterin organisiert sie regelmäßig Gruppenabende und Veranstaltungen und unterstützt die Gruppenmitglieder dabei, selbstbestimmt ihren Alltag zu bewältigen. Wenn es nötig ist, stellen sie auch den Kontakt zu professionellen Hilfeeinrichtungen her.

Durch ihren persönlichen Einsatz und ihre besondere soziale Kompetenz und Lebenserfahrung leistet Ella Ludwig einen wesentlichen Beitrag dazu um Gruppenbesucher vor Rückfällen zu bewahren. Dabei zeichnet sie sich besonders durch ihre außerordentliche Hilfsbereitschaft, ihr freundliches Wesen und ihre zurückhaltende und zuversichtliche Art aus. Unzählige Stunden ihrer Freizeit investierte sie für die verantwortungsvolle Aufgabe, suchtkranken Menschen und deren Angehörigen zu helfen. „Es ist ein schweres, aber vor allem auch ein sinnstiftendes und bereicherndes Ehrenamt, welches Frau Ludwig begleitet“, heißt es in der Laudatio.

Gabriele Reusch aus Stammheim hat sich durch die aufopfernde Pflege mehrerer Familienangehöriger verdient gemacht. In den vergangenen 17 Jahren hat sie trotz der enormen Belastungen und vielen Entbehrungen die Herausforderung der Pflege immer wieder angenommen. Ohne zu zögern und höchst fürsorglich pflegte sie ihre Eltern bis zu deren Tod. Kurz darauf übernahm sie selbstredend die Pflege ihrer an Demenz erkrankten Tante, welche 2014 verstarb.

Seit 2015 pflegt sie nun ihren Ehemann Felix, der halbseitig gelähmt und an den Rollstuhl gefesselt ist. Sie ermöglicht so ihren Ehemann weiterhin in der Vertrautheit des eigenen Zuhauses zu leben.
Monsignore Paul Leuchs, der mit Gabriele Reusch nicht verwandt war, aber im Haus ihrer Tante gelebt hat, versorgte sie auch mit. Er war altersbedingt beeinträchtigt und konnte die alltäglichen Dinge des Lebens nicht mehr ohne Hilfe verrichten. „Ein Außenstehender kann nur schwer nachvollziehen, welche Einsatzbereitschaft sie jeden Tag von neuem aufgebracht hat und mit welchen Sorgen und Nöten sie seit 17 Jahren zu Recht kommen muss“, heißt es in der Laudatio.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.