Zinsflaute und Digitalisierung haben neue Überlegungen wachsen lassen – Start ist am 1. Januar 2018 – Die Sparkasse fusioniert erneut

Die Fusion der Sparkasse Schweinfurt mit der Sparkasse Ostunterfranken ist beschlossene Sache. Dies verkündeten (v. li.): Zweckverbandsvorsitzender Landrat Florian Töpper, sein Stellvertreter Sebastian Remelé, Vorstandsvorsitzender Johannes Rieger (Schweinfurt), Vorstandsvorsitzender Peter Schleich (Vorstandsvorsitzender Sparkasse Ostunterfranken), Landrat Wilhelm Schneider (Zweckverbandsvorsitzender Sparkasse Ostunterfranken) und Bürgermeister Claus Bittenbrünn (stellv. Zweckverbandsvorsitzender Sparkasse (Foto: Wiener)
Schweinfurt (el). Die andauernde Zinsflaute und Digitalisierung geht auch an der Sparkasse Schweinfurt nicht spurlos vorüber. Folge ist eine Fusion mit der Sparkasse Ostunterfranken, mit der die Kräfte besser gebündet werden sollen. Die verkündete Aufsichtsratsvorsitzendcer Florian Töpper am Montag vor der Presse.
Beide Finanzunternehmen sehen der Zukunft optimistisch entgegen, wie die beiden Vorstandsvorsitzenden Johannes Rieger (Schweinfurt) und Peter Schleich (Ostunterfranken) unisono hervor hoben.
Beide betonten die „kundenorientierte Sparkasse“ als oberstes Fusionsziel. Gemeint ist damit die Nähe zum Kunden und auch die Aufrechterhaltung des Filialnetzes. Auch betriebsbedingte Kündigungen sollen ausbleiben. Freilich werden die Angebote zur Altersteilzeit ausgeweitet und auch Anreize zum vorzeitigen Renteneintritt geschaffen werden. So soll ein Mitarbeiterverträglicher Personalabbau von etwa drei Prozent jährlich stattfinden. Gleichzeitig will man aber an der zukunftsorientierten Ausbildungspolitik festhalten und auch künftig einer großen Anzahl an jungen Menschen eine Perspektive bei der Sparkasse verschaffen.
Die Fusionsverhandlungen liefen schon seit einigen Wochen, am Montag wurde das Ergebnis nun offiziell verkündet. Der neuen „Sparkasse Schweinfurt-Hassberge“ soll dann ein vierköpfiges Vorstandsgremium mit einem Vorstandsvorsitzenden vorstehen. Wie diese Konstellation genau aussehen wird, darüber werde noch gesprochen, so Töpper. Die Sparkasse Schweinfurt konnte zuletzt eine Bilanzsumme von 2,7 Mrd. Euro aufweisen, die Sparkasse Ostunterfranken 1,2 Mrd. Diese Größen schlagen sich auch in den Mitarbeiterzahlen nieder. Während für das Schweinfurter Institut 540 Menschen arbeiten, sind es in Haßfurt etwa 280 Mitarbeiter. Im gesamtbayerischen Ranking liegen die Schweinfurter derzeit auf Rang 24 und die Haßfurter zwischen 50 und 55 von insgesamt 68 bayerischen Spoarkassenunternehmen. Gemeinsam werde man damit auf Rang 14 vorrutschen. Dies freute v. a. Schweinfurts Oberbürgermeister, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, der damit die Stellung Schweinfurts als Oberzentrum untermauert sieht.
Johannes Rieger sieht nun „zwei gesunde Unternehmen“, die zueinander gefunden hätten. Die Ertragslage der beiden Schwestern sei vergleichbar und die regionale Verwurzelung trägt beide Finanzunternehmen. „Diese Verwurzelung ist nicht von beliebigen Großstädten aus steuerbar“ betonte Rieger. Auch für die Mitarbeiter ergeben sich bessere Perspektiven, denn „größere Sparkassen bieten ein breiteres Angebot an interessanten Stellen“.
Beide Sparkassen sind Zweckverbandssparkassen, wobei der Schweinfurter Part zu 60 Prozent von der Stadt und zu 40 Prozent vom Landkreis getragen wird. Die Sparkasse Ostunterfranken trägt der Landkreis Haßberge zu zu 83 Prozent und die Stadt Königsberg zu 17 Prozent. Start des gemeinsamen Projektes ist am 1. Januar 2018. Die Sparkasse Schweinfurt war erst 2006 aus einer Fusion von städtischer Sparkasse und Kreissparkasse Schweinfurt hervor gegangen.
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