Zehnjähriges Bestehen der Gemeindeallianz Schweinfurter Oberland – Die Menschen zusammen führen

Die Bürgermeister des Schweinfurter Oberlandes beim zehnjährigen Jubiläum der Gemeindeallianz mit (v. li.): Fridolin Zehner (Rannungen), Friedel Heckenlauer (Stadtlauringen), Stefan Rottmann (Schonungen), Birgit Göbhardt (Üchtelhausen), Matthias Klement (Maßbach) und Egon Klöffel (Thundorf). (Foto: Wiener)
Schonungen (red). Die Gebietskörperschaften in der Bundesrepublik Deutschland sind klar gegliedert. Den Bundesländern sind ihre Bezirke untergeordnet und diese wiederum in Landkreise aufgeteilt. Kleinste kommunale Einheit ist die Stadt oder Gemeinde. Unabhängig von diesen politisch und geografisch gezogenen Grenzen gibt es gesellschaftliche Zugehörigkeiten, die oft auf eine lange Geschichte zurück blicken und unterschiedliche Ursachen haben. An dieser Betrachtungsweise anknüpfend sind allein in Unterfranken inzwischen 30 Gemeindeallianzen entstanden, wie leitender Baudirektor Peter Kraus anlässlich des kleinen Jubiläums zehn Jahre Schweinfurter Oberland in der Alten Kirche Schonungen ausführte. Diese Allíanzen stellen aber keineswegs eine Konkurrenz zu den geografischen Festlegungen dar, sie sind vielmehr sogar politisch gewollt und werden auch unterstützt. So stelle sich auch die Situation für die sechs Gemeinden aus zwei Landkreisen dar.Schweinfurts Landrat Florian Töpper stellte fest, dass alle Gemeinden im Landkreis Schweinfurt in Allianzen organisiert sind. Vier davon gibt es im Landkreis Schweinfurt und vor allem unter förderrechtlichen Gesichtspunkten rentiere sich eine Mitgliedschaft. Sein Bad Kissinger Kollege, stellvertretender Landrat Emil Müller wies auf die grenzüberschreitende Bedeutung hin, die einen eigenen Wirtschaftsraum dokumentiere, der nicht vor politischen Grenzen Halt mache.
Stadtlauringens Bürgermeister Friedel Heckenlauer ist der einzige, der bei der Gründung des Schweinfurter Oberlandes schon in Amt und Würden war. Er erinnerte sich an erste Überlegungen 2003, an die „lange Schwangerschaft“ bis es dann 2007 endlich in trockenen Tüchern war. Zunächst waren es nur Stadtlauringen, Üchtelhausen mit seinem damaligen Bürgermeister Klaus Katzenberger und Schonungen mit Kilian Hartmann an der Spitze, die dem Bündnis beigetreten waren. Es war seinerzeit ein Pilotprojekt, dem inzwischen viele weitere Gemeinde gefolgt sind. Schonungens Bürgermeister Stefan Rottmann erinnerte an die vielen Maßnahmen, die ohne eine Allianzverbindung nur schwer zu realisieren gewesen wären. Es ist vor allem die Innenortentwicklung, die angestoßen wurde, aber auch ein Naherholungsnetz für Wanderer und Radfahrer, das nun gemeindeübergreifend nicht nur der örtlichen Bevölkerung zugute kommt, sondern auch den immer mehr werdenden Touristen. Üchtelhausens Bürgermeisterin Birgit Göbhardt erinnerte an das Projekt Seestern, den neuen Mountain-Bike-Parcours „Burning Hill“ und den Ellertshäuser See als Zentrum des Oberlandes, dessen Neugestaltung ohne entsprechende Zuschüsse nur schwer zu realisieren gewesen wäre.
Durch den Beitritt der Gemeinden Maßbach und Thundorf und zuletzt auch durch Rannungen hat sich die Verwaltungsgemeinschaft Maßbach aus dem Landkreis Bad Kissingen komplett dem Schweinfurter Oberland angeschlossen. Dadurch wohnen in der Allianz nun 22.000 Einwohner, die sich auf die sechs Gemeinden verteilen. Maßbachs konnte mit dem fränkischen Theater eine der bedeutendsten Bühnen Süddeutschlands in die Gemeinschaft mit einbringen und eine Abordnung des Theaters unterhielt die Gäste humorvoll mit einem geschichtlichen Rückblick in Form eines Bänkelgesangs. Maßbachs Bürgermeister Matthias Klement sah in der Gemeinschaft einen zukunftsorientierten Zusammenschluss, der das Kirchturmdenken überwinden helfe und die mit zahlreichen Aktionen wie z. B. Wunderbar, Wanderbar schon viele Menschen zusammen geführt hat. Rannungens Fridolin Zehner sagte, dass seine Gemeinde zuvor schon in der Allianz Henneberger Frankenland war, die aber aufgegeben wurde. Auch das Obere Werntal habe sich angeboten, doch Rannungen hatte sich nicht zuletzt wegen der Zugehörigkeit zur VG Maßbach dann dfür das Oberland entschieden. Thundorfs Ortsoberhaupt Egon Klöffel stellte fest, dass durch den Verbund auch eine „Mediengrenze“ überwunden werden konnte, weil der Informationsfluss in Landkreisrandgebieten zu den Nachbarn doch des öfteren zu wünschen übrig gelassen habe. Er sei deshalb auch sehr froh, dass mit dem Oberland-Kurier ein eigenes Medium vierteljährlich über alles Wissenswerte im Oberland berichte.
Zum zehnjährigen Bestehen ist außerdem ein dreiminütiger Imagfilm erschienen. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch eine eigens für diesen Abend zusammen gestellte Oberland-Kapelle. Unter der Leitung des Maßbacher Dirigenten Karl-Heinz Helmerich spielten Musiker aus vielen Kapellen der Oberlandgemeinden gemeimeinsam.
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