Wirtschaftsjunioren fordern Nachhaltigkeits-Check für Wahlversprechen

MÜNCHEN. Sascha Schnürer, frisch gewählter Landesvorsitzender 2017 der bayerischen Wirtschaftsjunioren (WJ), fordert einen „Nachhaltigkeitscheck für Wahlversprechen“ und reagiert damit auf die aktuelle Ankündigung von Sozialministerin Andrea Nahles zum Thema Mindestrente. „Ich kann ja verstehen, dass Frau Nahles sich für anständige Renten einsetzt“, sagt der politische Sprecher der WJ. „Und: Ja, jeder deutsche Staatsbürger soll in Deutschland auch ein anständiges Auskommen haben.“ Aber das unter den Deckmantel für die „junge Generation“ zu stellen, ist seiner Meinung nach eine Frechheit – „wenn wir gleichzeitig über eine Anhebung der Rentenbeiträge reden und erste Meldungen verlauten, dass die privaten Vorsorgen der jungen Generation dank der Zinspolitik sowieso auch nochmal auf den Prüfstand kommen“.
Schnürer fordert deshalb einen Nachhaltigkeits-Check für die „kommenden Wahlgeschenke“ der Parteien. In jedem größeren Unternehmen sei es doch heute üblich, vor größeren Ausgaben eine Kosten-Nutzen-Analyse zu machen, sagt der 37-jährige Unternehmer aus dem Landkreis Mühldorf. „Warum macht das die Politik bis heute nicht? Es ist doch allein aus der demografischen Entwicklung heraus ableitbar, dass wir uns das Rentensystem in der bisherigen Form nicht mehr leisten können“, stellt Schnürer fest.
„Doch statt dem Wähler die Wahrheit zu sagen und ein Modell zu entwickeln, das nicht quersubventioniert und das für den Bürger nachvollziehbar und langfristig tragbar ist, werden populistische Schlagzeilen wie die Rente mit 63 oder jetzt eben die Mindestrente versprochen – ohne einen vernünftigen Vorschlag zu bringen, wie wir das alles finanzieren sollen.“ Eine Erhöhung der Beiträge sei ihm da zu billig, wettert Schnürer.
Er könne den Parteien nur empfehlen, sich nicht noch weiter von den Bürgern zu entfernen, sondern „eine ehrliche Reformpolitik“ zu starten. Schnürer an die Adresse von Nahles: „Agenda 2030 wäre doch ein kluger Titel hierfür. Gerd Schröder wäre doch hier ein gutes Beispiel gewesen, da hätte sie noch nicht mal nach Bayern schauen müssen.“
Die Wirtschaftsjunioren sind mit über 4500 jungen Unternehmern und Führungskräften unter 40 Jahren alleine in Bayern einer der stärksten Unternehmerverbände Deutschlands und über ihren Dachverband bundesweit beziehungsweise weltweit vernetzt. Unter dem Motto „Generation Zukunft“ haben sie sich am vergangenen Wochenende bei ihrer Delegiertenversammlung in Fürth mit einem einstimmigen Wahlergebnis zum Ziel gesetzt, sich für eine nachhaltige Politik anstelle eines „fortwährend andauernden Krisenmanagements“ einzusetzen. Dies wird auch übergeordnetes Thema beim traditionellen Know-how-Transfer Ende November im Bayerischen Landtag werden, bei dem sich die Wirtschaftsjunioren an drei Tagen mit allen Fraktionen austauschen und für den Dialog zwischen der jungen Wirtschaft und der Politik werben
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