Wasserknappheit droht in Nordbayern – MdL Petersen: Unterfranken besonders betroffen

2016 war das dritte Rekord-Wärmejahr in Folge. Gerade in Nordbayern, das 2015 unter einer wochenlangen Dürre gelitten hat, wird der Klimawandel auch in diesem Jahr erhebliche Auswirkungen auf die Wasserversorgung haben. Als „schwerwiegend“ bezeichnet das bayerische Umweltministerium die aktuelle Situation in Franken.

Das gilt in besonderem Maße für Unterfranken. Hier wurde laut BR in den Monaten des vergangenen Winters gerade mal knapp ein Drittel des normalerweise üblichen Niederschlags verzeichnet. Der Wasserversorger RMG (Poppenhausen) wies stellenweise bis zu sechs Meter niedrigere Grundwasserstände auf als es sonst der Fall ist. „Es ist Zeit zu handeln“, so die SPD-Landtagsabgeordnete Kathi Petersen (Schweinfurt).

Die SPD-Landtagsfraktion fordert die Staatsregierung in einem Antrag auf, so schnell wie möglich eine detaillierte Zustandsbeschreibung zu erstellen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen: „Die Staatsregierung muss eine Lagebeschreibung abgeben. Wir wollen wissen, welche Maßnahmen sie bereits ergriffen hat und welche noch geplant sind, um die Versorgungssituation vor Ort zu verbessern“. Die Prognosen lassen befürchten, dass man im Sommer auf dem Trockenen sitze.

Schuld an den Wasserengpässen seien einerseits die bayernweit vergleichsweise geringen Niederschläge, andererseits unzureichende Wasserspeichermöglichkeiten der Böden aufgrund der geologischen Beschaffenheit der Region. „Es regnet weniger und das wenige Wasser, das runterkommt, kann der Boden nicht halten“, so Petersen. Die Folge: Seit 2015 habe sich kaum neues Grundwasser bilden können, weshalb langfristig mit einem sinkenden Grundwasserspiegel gerechnet werde. „Das merken die Landwirte und Wasserversorger bereits heute. Besonders die Winzer in Unterfranken leiden darunter“.

Den Stadtwerken und kommunalen Wasserversorgern droht eine Doppelbelastung, wenn sie in den nächsten Jahren nicht nur ihr bestehendes Leitungsnetz sanieren, sondern sich auch neue Wasserquellen erschließen müssen. „Am Ende werden die Bürger belastet, wenn sie am Wasser sparen und für die höheren Kosten aufkommen müssen“, warnt die Abgeordnete.
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