Von Frau zu Frau

(Foto: Foto: Schwenninger Krankenkasse)

Heute im Interview: Dr. Tanja Katrin Hantke, fachliche Begleiterin der Schwenninger Gesundheitsumfrage „Zukunft Gesundheit 2017 – Jungen Bundesbürgern auf den Puls gefühlt“ 

Frau Dr. Hantke, sie waren fachliche Begleiterin der Gesundheitsumfrage „Zukunft Gesundheit 2017“ zum Thema Gesundheitsvorsorge bei jungen Menschen. Was waren dabei die wesentlichen Ergebnisse?
Herzinfarkt, Krebs und Diabetes haben offenbar ihren Schrecken verloren – zumindest für die 14- bis 34-Jährigen. Immer mehr junge Bundesbürger sind überzeugt, dass der medizinische Fortschritt und digitale Helfer sie ein Leben lang gesund halten werden. Eine gesunde Lebensführung ist nach Überzeugung von fast 40 Prozent daher zunehmend überflüssig. Bei der Schwenninger Krankenkasse haben wir dazu gemeinsam mit der Stiftung „Die Gesundarbeiter“ die Studie „Zukunft Gesundheit - Jungen Bundesbürgern auf den Puls gefühlt“ durchgeführt. Dafür werden jährlich mehr als 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland zwischen 14 und 34 Jahren befragt.

Wie groß ist dabei die Bereitschaft für präventive Maßnahmen einzuordnen?
Prävention ist für sechs von zehn 14- bis 34-Jährigen kein Thema. Die Bereitschaft zur Gesundheitsvorsorge sinkt dabei von Jahr zu Jahr. Der aktuellen Studie zufolge verlassen sich 38 Prozent der Befragten darauf, dass beispielsweise Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen immer besser geheilt werden können – 2016 vertrat nur knapp jeder Vierte diese Ansicht. Zudem halten 28 Prozent es für weniger wichtig, sich um die eigene Gesundheit zu kümmern, da medizinische Hilfsmittel sie gesund halten werden (2016: 21 Prozent).

Was können die Folgen einer solchen Entwicklung sein?
Diese Entwicklung ist natürlich besorgniserregend, insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass immer mehr junge Menschen aufgrund von Bewegungsmangel und einer ungesunden Ernährungsweise an Übergewicht leiden. Damit legen sie schon in der Jugend den Grundstein für chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Leben mit einer chronischen Erkrankung stellt immer noch eine große Beeinträchtigung dar – trotz aller medizinischen Fortschritte. Diese Tatsache wird häufig übersehen.

Wie kann man diesem Trend entgegenwirken?
Wenn es um die Themen Gesundheit und gesunde Lebensführung geht, haben junge Menschen große Bildungslücken. Im Elternhaus und in der Schule wird dieses Wissen oft nicht ausreichend vermittelt. Immerhin hat die Mehrheit der Befragten erkannt, dass hier Defizite bestehen. 78 Prozent wünschen sich ein Schulfach Gesundheit. Fast sechs von zehn Befragten (58 Prozent) sehen in puncto Gesundheitsaufklärung die Kassen in der Pflicht. Die Schwenninger ist sich dieser Verantwortung bewusst und steht mit ihrer Stiftung „Die Gesundarbeiter“ Schulen und Unternehmen als Kooperationspartner zur Seite, wie beispielsweise mit dem Projekt Gesundheitsscout (www.stiftung-gesundarbeiter.de/unsere-projekte/projekt-gesundheitsscout.html). Die genauen Ergebnisse der Umfrage „Zukunft Gesundheit 2017 – Jungen Bundesbürgern auf den Puls gefühlt“ (PDF) sind unter: www.Die-Schwenninger.de/PraeventionsStudie einsehbar.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.