Von Frau zu Frau

(Foto: Foto: Koch)

Heute im Interview: Rita Weber, Kandidatin von Bündnis 90/Die Grünen für das Bürgermeisteramt in Sennfeld am Sonntag, 26. November

Frau Weber, erzählen Sie doch kurz über ihr bisheriges Leben
Ich bin gebürtige Sennfelderin, Jahrgang 1960. Meine Eltern betrieben in Sennfeld das Friseur-Geschäft Bendel.  Ich bin seit 33 Jahren verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Töchtern. Seit 27 Jahren engagiere ich mich kommunalpolitisch bei den Grünen in Sennfeld. 20 Jahre war ich Ortsverbandsvorsitzende. Von Beruf bin ich Dipl. Sozialpädagogin (FH). Mein beruflicher Weg führte mich über die Ökumenische Studentenseelsorge und das Schweinfurter Frauenhaus zu den Offenen Hilfen der Lebenshilfe Schweinfurt, die ich seit fast 20 Jahren leite. Zusätzlich bin ich als Beraterin in der Katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle in Schweinfurt tätig.

Worauf würden Sie als Bürgermeisterin ihre Schwerpunkte legen?
Das Wohl der Menschen  in den Blick zu nehmen und das soziale Miteinander zu fördern ist für mich ein zentrales Anliegen. Mir ist wichtig zu erfahren, was junge und alte Menschen, Frauen und Männer, antreibt, was sie wollen und wo ihnen der Schuh drückt. Meine Sicht als Frau nehme ich mit ins Rathaus.  Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, eine gute Kommunikationskultur und eine transparente Rathausarbeit sind mir wichtig. Bürger haben das Recht zu wissen, was im Rathaus gedacht, geplant oder auch wieder verworfen wird. Auch Kindern und Jugendlichen möchte ich auf kommunaler Ebene mehr Raum für Mitbestimmung und Beteiligung geben. Ich setze mich für Jugendtreffräume ohne Mehrfachnutzung ein.  Um gute Bildungschancen für junge Menschen zu fördern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern ist es mir wichtig, in Sennfeld das Kindertagesstätten- und Ganztagsschulangebot  zu sichern. Meine berufliche Erfahrung im Bereich Ehrenamt würde ich gerne für Sennfeld nutzbar machen. Auf lokaler Ebene etwas für den Klima- und Umweltschutz zu tun, betrachte ich als weiteren Schwerpunkt. Es gilt, die Energiewende in Sennfeld weiter voranzubringen und umweltfreundliche Mobilität gezielt zu fördern. Ich möchte kein neues Baugebiet, sondern der Innenortentwicklung, Altbausanierung und Altortbelebung den Vorrang geben und auch den sozialen und barrierefreien Miet-Wohnungsbau fördern.

Wie kann man Sennfelds Wirtschaft stärken?
Es gehört zu den Aufgaben einer Gemeinde für eine gute Infrastruktur zu sorgen. Welche Unterstützung sich die Gewerbetreibenden in Sennfeld von der Gemeinde darüber hinaus wünschen, möchte ich im Gespräch mit den Betroffenen in Erfahrung bringen. Die Unterstützung bei der Suche nach Auszubildenden und Fachkräften, bei der Netzwerkarbeit zwischen Schule und Betrieben, bei der Organisation  von Ausbildungsmessen, Fachmessen oder Verbrauchermärkten sind z.B. vorstellbare Maßnahmen. Bei gemeindlichen Auftragsvergaben gilt es, die örtlichen Gewerbetreibenden gezielt zu berücksichtigen. Menschen zu unterstützen, die einen bürgereigenen Betrieb gründen wollen und regionale Vermarktung zu fördern kann auch dazu beitragen, die Wirtschaft in Sennfeld zu stärken und die Wertschöpfung im Ort zu halten.

Wie würden Sie typisch grüne Ziele in Sennfeld umsetzen?
Wichtig ist es, Bürgerinnen und Bürgern, Gemeinderäte und Rathaus-Mitarbeiter für meine Ziele zu begeistern, im Rahmen guter Sachinformation und Meinungsbildungsprozesse. Auch soziale Ziele sind grüne Ziele. Was ich für die Menschen in unserem Ort tun möchte, habe ich bereits erwähnt. Flächenschutz kann durch Innenortentwicklung erreicht werden und Klimaschutz dadurch, dass wir die Energiewende vor Ort weiter voranbringen. Stichworte sind hier z.B. lokale erneuerbare Energieerzeugung, Maßnahmen zur weiteren Energieeinsparung, Nahwärmenetz, E-Ladestationen oder die Förderung eines attraktiven und sicheren örtlichen Radverkehrs. Die Gemeinde Schönau im Breisgau und die Stadtwerke Haßfurt sind für mich visionäre Vorbilder. Sie haben die Energienetze zurückgekauft und die erneuerbare Energieversorgung  selbst in die Hand genommen. Auch Kommunen können mit Energie Geld verdienen.   
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