Von Frau zu Frau

Marianne Hartl (Foto: c) Foto WB- Schneider Press / Alle Rechte by M&M Hartl 2016!)

Heute im Interview: Marianne Hartl, weiblicher Part des Volksmusik-Duos Marianne und Michael, das im Rahmen einer Benefizgala am
2. November im Schweinfurter Konferenzzentrum auftritt.


Hallo Marianne, Du bist mit deinem Mann Michael als Duo nicht nur in den großen Fernsehshows ein gern gesehener Gast, ihr seid auch im sozialen Bereich tätig. Was hat Euch dazu bewogen Euch für die Aktion Hoffnungsschimmer zu engagieren?


Wir kennen den kleinen und den großen Gerhard Runge schon seit rund 30 Jahren und waren total schockiert, als wir von der Krankheit von Gerhard Jun. erfahren haben. Gleichzeitig war uns aber auch sofort klar, dass wir bei dieser Veranstaltung in Schweinfurt unbedingt dabei sein und sehr gerne helfen wollen.
Sie sind auch darüber hinaus sozial engagiert. Erzählen Sie uns doch davon.
Wir sind auch beide seit 25 Jahren Mitglied beim „EAGLES-Charity-Golfclub“, eine Vereinigung von Sportlern-Schauspielern-Sängern. Ich selber unterstütze außerdem seit 23 Jahren LIONS und habe mit unseren Veranstaltungen und Activitys schon 196.000 Euro privat spenden können. Erst in diesem Jahr haben Michael und ich mit 12 Freunden einen eigenen Verein gegründet, der mittlerweile bei Veranstaltung, wie unserer Hochzeit, einem Golfturnier oder einem Charity-Lunch auf dem Oktoberfest über 61.000 Euro an drei verschiedene Münchner Organisationen verteilen konnten und worüber wir mehr als glücklich sind. Wir unterstützen zudem KIT – das Krisen-Interventions-Team München, welches quasi ohne jegliche finanzielle Hilfe auskommen muss und die Lichtblick-Seniorenhilfe München, die älteren Mitbürgern hilft, die in die Altersarmut abgerutscht sind. Diese Leute schämen sich oft, bei einem Amt um Hilfe zu bitten und werden somit von Lichtblick Seniorenhilfe unterstützt. Ein weiteres Herzensanliegen für uns ist die Initiative Münchner für Münchner. Münchner Bürger helfen dabei vor allem älteren Menschen, die in Not geraten sind.

Das sind enorme Leistungen, die nur wenige kennen. Gab es ein prägendes Erlebnis, bzw. welche Sicht der Dinge steckt hinter dieser sozialen Ader, was wollt ihr verändern?


Ich bin sehr arm aufgewachsen und habe immer wieder feststellen dürfen, dass diejenigen, welche wenig hatten, immer wieder und gerne gaben. Gleichzeitig ist es aber auch so, dass Menschen, denen es richtig gut geht und die vermögend sind, diese Hilfsbereitschaft proportional abnimmt. Wir sind ein sehr reiches Land und es ist eigentlich unerträglich, wie jene Menschen, die unser Land aufgebaut haben, am Ende ihres Arbeitslebens von ihrem Staat keine solide Unterstützung erfahren. Das Fernsehen wird immer geschmackloser, die Menschen gewalttätiger und die wenigen noch vorhandenen, wunderschönen Traditionen und Gebräuche werden von den Medien kaputtgeschrieben und vernichtet. Dagegen kämpfen wir an.

Ihr habt erst vor kurzem eure kirchliche Trauung – 37 Jahre nach dem Standesamt – nachgeholt und gleichzeitig Euern Abschied von der Bühne verkündet. Ließ die starke Bühnenpräsenz bislang keine Zeit für eine kirchliche Hochzeit?

Das war in der Tat längst überfällig und es war eine wunderschöne Hochzeit, mit einer neuen Wertigkeit, die wir dadurch in der Kirche für uns beide erfahren durften. Aber tatsächlich war es uns in all den Jahren nach einer kurzen, schmerzlosen, standesamtlichen Hochzeit nicht gegeben, gleich darauf in noch höhere Sphären durch die kirchliche Hochzeit aufzusteigen. 43 Jahre zusammen – 37 Jahre verheiratet standesamtlich und jetzt nochmal 37 Jahre zusätzlich kirchlich. Da wird der Herrgott einmal eine Freude mit uns haben. Wir wollen uns deshalb auch nicht komplett aus der Öffentlichkeit zurück ziehen, aber doch stark zurück nehmen. Wir sind ja keine 20 mehr und der Stress auf deutschen Autobahnen nimmt zu, das eigene Bett gefällt uns viel besser und Halli-Galli zu jeder Tageszeit brauchen wir auch nicht mehr. Ich stehe insgesamt 56 Jahre, zu zweit jetzt auch schon 43 gemeinsame Jahre auf der Bühne und eigentlich sehe ich auch ganz gerne jüngere Menschen auf der Bühne.

Ihr habt die Volksmusik sehr geprägt und auch einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Worin sehen Sie das Geheimnis dieses Erfolges?

Danke! Wir hatten natürlich auch viele Gönner hinter uns, die uns immer wieder die Möglichkeit gegeben haben, noch mehr aus uns zu machen. Aber wissen Sie, Können allein macht noch keinen großen Künstler aus, da braucht es einfach viel mehr: Magic-Ausstrahlung, Esprit – Witz und Humor, eine gewisse Frechheit und 30 Tonnen Charme und ganz wichtig, eine große Portion herzerfrischender Natürlichkeit. Wenn da nicht alles zusammenpasst, klappt es einfach nicht. So bleiben oft gute und sehr gute Künstler auf der Strecke, weil eben vieles nicht zum rechten Zeitpunkt zusammenkommt. Und man muss immer wissen, was man will. 1983 waren wir fest überzeugt, dass wir in 1984 ein eigenes Orchester haben würden. Michael wollte unbedingt ein Orchester, spätestens 1985 eine eigene TV-Sendung und eigene Tourneen. Alles ist so eingetroffen. Auch ich bin „eingetroffen“. Er hat einfach immer Glück.

Welche Pläne habt ihr für die Zeit nach dem Bühnenabschied?

Ich denke, ein paar schöne Veranstaltungen pro Jahr, so dass wir nicht „einrosten“, volles Engagement und Hilfe für die Bedürftigen in unserer unmittelbaren Region, Freude am Leben, Spaß an und mit unserer Familie und unseren supersüßen Enkeln, Zufriedenheit und – Gesundheit. Das ist die Voraussetzung, denn: „Es gibt tausend Krankheiten, aber nur eine Gesundheit“.
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