Verkehrsunfallentwicklung und Kriminalstatistk für 2016

Die Verkehrspolizeiinspektion Schweinfurt-Werneck betreut die Bundesautobahnen A 7, A 70 und A 71 auf einer Streckenlänge von ca. 165 km. Auf diesen Autobahnabschnitten ereigneten sich im Jahr 2016 insgesamt 1324 Verkehrsunfälle. Nach dem erfreulichen Rückgang bis 2014 stellt dies bereits im zweiten Jahr in Folge eine deutliche Steigerung der Unfallzahlen dar. Bei insgesamt 159 Unfällen mit Personenschaden wurden 2 Menschen getötet und 242 Personen verletzt; 52 Personen wurden hierbei schwer verletzt. Im Jahr 2015 wurden 1265 Verkehrsunfälle mit 5 Toten und 277 Verletzten bearbeitet.

Zum Anstieg der Verkehrsunfallzahlen auf den Autobahnen trug vor allem die Brückenbaustelle auf der A 7 bei Schraudenbach bei. Die dort verengten Fahrspuren führten in 2016 zu insgesamt 95 Verkehrsunfällen. Als Unfallursache wurden zumeist Fehler beim Überholen und Nebeneinanderfahren auf den schmalen Fahrspuren im Baustellenbereich festgestellt. Auch im Rückstaubereich vor der Brückenbaustelle ereigneten sich 36 Verkehrsunfälle.

Insgesamt wurden bei der Unfallaufnahme im Jahr 2016 als Unfallursache ungenügender Sicherheitsabstand und nicht angepasste Geschwindigkeit in 318 Fällen als Hauptunfallursache festgestellt.

Bei sechs Verkehrsunfällen auf den Autobahnen stellten die Beamten im Jahr 2016 als Unfallursache „Alkohol am Steuer“ fest. Bei den täglichen Verkehrskontrollen wurden insgesamt 35 Fahrzeuglenker festgestellt, die unter Alkoholeinfluss ein Kraftfahrzeug führten. Sie mussten zumindest zeitweise auf ihren Führerschein verzichten.






Schadensträchtige Unfälle im Jahr 2016

Ein Serienunfall mit 17 beteiligten Fahrzeugen ereignete sich am Sonntag, 24.04.2016 auf der A70 im Bereich Haßfurt. Gegen 17.25 Uhr war der Fahrer eines Seat auf der mit Graupel bedeckten Fahrbahn ins Schleudern geraten und schließlich an der Böschung zum Stehen gekommen. Die Insassen eines Dacia hielten an und leisteten Erste Hilfe. Durch einen schleudernden Skoda wurden eine Ersthelferin und zwei weitere Personen im Bereich der Böschung erfasst und hierbei schwer verletzt. In der Folge ereigneten sich noch drei Unfälle. 118 Rettungssanitäter und 8 Notärzte mit Versorgungszelt und 4 Rettungshubschrauber waren im Einsatz. 125 Feuerwehrleute von sieben Feuerwehren aus dem Landkreis Hassberge, 17 Mann des THW Hassberge, und ein Polizeihubschrauber waren ebenfalls im Einsatz. Die Fahrbahn war über 6 Stunden gesperrt.

Am 12.05.2016 gegen 15.00 Uhr fuhr auf der A7 im Bereich Hausen der Fahrer eines Tiertransporters auf einen verkehrsbedingt abbremsenden Autotransporter auf. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Beifahrer im Führerhaus des Tiertransporters getötet und der mit 86 Muttersauen beladene Transporter mit Anhänger stürzte um. 22 Sauen verendeten bzw. mussten getötet werden. Wegen der aufwändigen Aufräum- und Bergungsmaßnahmen war die Autobahn insgesamt 11 Stunden in Fahrtrichtung Kassel gesperrt. 50 Feuerwehrleute von fünf Feuerwehren, ein Notarzt, zwei Rettungswagen und ein Rettungshubschrauber sowie mehrere Tierärzte waren im Einsatz.

Auf der A7 prallte am 01.09.2016 gegen 14.30 Uhr im Bereich Wasserlosen der Fahrer eines Motorrades mit hoher Geschwindigkeit gegen das Fahrzeugheck eines Rover Defender, der gerade einen Lastzug überholte. Der 24 jährige Honda-Fahrer verstarb noch an der Unfallstelle.





Mobile Verkehrsüberwachung

Mit speziell ausgerüsteten zivilen Videofahrzeugen bekämpften die Polizeibeamten der Verkehrspolizei Schweinfurt-Werneck die Hauptunfallursachen überhöhte Geschwindigkeit und ungenügender Sicherheitsabstand. Der Einsatz dieser Fahrzeuge mit modernster Messtechnik ermöglicht es den Beamten, schwerwiegende Verkehrsdelikte wie Nötigung oder Straßenverkehrsgefährdung beweiskräftig festzustellen und zu verfolgen.
2016 kamen die Videofahrzeuge in ca. 1100 Stunden zum Einsatz. Dabei wurden 412 Bußgeld- und 6 Strafverfahren eingeleitet. Nach gravierenden Verstößen mussten 72 Verkehrsteilnehmer für mindestens einen Monat auf ihren Führerschein verzichten.







Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachung

Neben der Verkehrsüberwachung auf den Autobahnen in der Region Main/Rhön führt die Verkehrspolizei in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Polizeidienststellen in den Landkreisen Schweinfurt, Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld und Haßberge sowie in der Stadt Schweinfurt Geschwindigkeitsmessungen durch und beteiligte sich am bayernweiten Blitzmarathon.
In ca. 4800 Einsatzstunden wurden im Jahr 2016 rund 1,5 Millionen Fahrzeuge gemessen. Bei 21969 festgestellten Ordnungswidrigkeiten wurde ein Verwarnungsgeld verhängt. In 12229 Fällen musste eine Anzeige erstattet werden. Bei 875 Fahrzeugführern sprach die Zentralen Bußgeldstelle ein Fahrverbot aus.

Bei Abstandskontrollen auf den Autobahnen wurden insgesamt 3102 Fahrzeugführer beanstandet. Bei 260 Fahrern war der Sicherheitsabstand so stark unterschritten, dass ein Fahrverbot angeordnet wurde.




Unfallfluchtfahndung

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Unerlaubtem Entfernen von der Unfallstelle auf den drei Autobahnen im Zuständigkeitsbereich der Verkehrspolizeiinspektion stieg 2016 um 13,47 % auf 160. 60 flüchtige Unfallbeteiligte konnten die Beamten der Unfallfluchtfahndung ermitteln. Die Spezialisten der VPI unterstützen auch die umliegenden Polizeiinspektionen in der intensiven Recherchearbeit. Bei Verkehrsunfallfluchten mit schwerverletzten oder getöteten Personen übernimmt die Verkehrspolizei in Werneck für alle Dienststellen im Bereich Main/Rhön vollständig die Sachbearbeitung.




Prävention

Auch 2016 führte die Verkehrspolizei Schweinfurt-Werneck wieder zahlreiche Präventionsveranstaltungen für Verkehrsteilnehmer aller Art durch. Im Bereich des Schwerverkehrs sind dies z.B. Infoveranstaltungen über Ladungssicherung und die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten.
Bereits Kinder und Jugendliche werden im Rahmen des Ferienspaßprogramms mit den Gefahren des Straßenverkehrs vertraut gemacht.
2016 startete die Präventionskampagne für Motorradfahrer „Es liegt an Dir…“. Bei 2/3 der Unfälle war ein falsches Fahrverhalten des Motorradfahrers selbst der Auslöser für den Unfall. Die Beamten der Motorradstaffel appellieren deshalb bei den jährlich durchgeführten Zweirad-Kontrollen im Frühjahr verstärkt an die Eigenverantwortung der Motorradfahrer und fordern dazu auf, nach der langen Winterpause an einem der Fahrsicherheitstrainings teilzunehmen.



Überwachung des Schwerverkehrs

Zusätzlich zum normalen Streifendienst sind besonders geschulte Beamte täglich auf und außerhalb der Autobahnen unterwegs, um durch stationäre und mobile Kontrollen die Verkehrssicherheit im Bereich des Schwerverkehrs zu erhöhen. Dabei wird neben der Fahrtüchtigkeit des Fahrers der technische Zustand der Fahrzeuge, die Einhaltung der zulässigen Maße und Gewichte sowie die Einhaltung der vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten überprüft. Allein im Bereich der Lenk- und Ruhezeiten wurden im Jahr 2016 781 Anzeigen mit zum Teil erheblichen Bußgeldern erstellt. In 422 Fällen waren die Fahrzeugmängel und die Verstöße so gravierend, dass die Weiterfahrt unterbunden werden musste.

Ein besonderes Augenmerk legen die Beamten dieser Gruppe auf die Überwachung von Gefahrguttransporten. 106 Anzeigen erstatteten die Beamten in diesem Bereich gegen Fahrer und Firmenverantwortliche.




Kriminalität

Die Statistik der VPI Schweinfurt-Werneck im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung weist im Jahr 2016 einen Anstieg um 12 % auf 763 Straftaten auf. Erfreulicher Weise konnte die Höhe der Aufklärungsquote annähernd gehalten werden und liegt bei 57 % (-1,9 %).
Vor allem im Bereich der 108 Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen, Nötigungen und Bedrohungen konnten 85 % der Täter ermittelt werden.
Die Anzahl der Tankbetrügereien an den acht Tankstellen im Zuständigkeitsbereich stieg um 30 auf 296 und die der Eigentumsdelikte um 18 auf 98.




Schleierfahndung

Neben den uniformierten Streifenbeamten sind Kollegen der Fahndungsgruppe der VPI Schweinfurt-Werneck in Zivil auf den Autobahnen unterwegs, um die überörtliche Kriminalität zu bekämpfen.
Im vergangenen Jahr hatten die Fahnder und uniformierten Kollegen 105 Rauschgiftaufgriffe. Zusätzlich wurden 127 Fahrzeugführer, die unter Drogeneinfluss am Steuer saßen, aus dem Verkehr gezogen.

Einen besonderen Treffer landeten die Fahnder am 02.02.2016 bei einer Kontrolle auf der Rastanlage Riedener Wald-West. Die Beamten stellten bei einem 35-jähriger Türken 1 kg Amphetamin und 0,5 kg Kokain sicher. Der Festgenommene gehörte zu einem internationalen Drogenring, der einen Tag später von einer Ermittlungsgruppe des
Landeskriminalamtes Niedersachsen gesprengt wurde. Bei dem Zugriff wurden 17 Personen festgenommen, 12 kg Rauschgift und 275 000 Euro sichergestellt.



Allgemeine Informationen
Die Zahl der Einsatzfahrten der Verkehrspolizei stieg auf 4943. Angefangen von verlorenen Ladungsteilen, bis hin zu einem nicht alltäglichen Einsatz am 15.06.2016 mit dem Einsturz eines 40 Meter langen Brückensegments der Brückenbaustelle bei Schraudenbach. Die Trümmerteile stürzten rund 20 Meter in die Tiefe und rissen mehrere Bauarbeiter in die Tiefe. Dabei erlag ein Mann seinen schweren Verletzungen.




Freihalten der Rettungsgasse

Auch weiterhin bittet die Polizei alle Verkehrsteilnehmer darum, im Falle eines Staus immer damit zu rechnen, dass Einsatzfahrzeuge wie Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und auch Abschleppfahrzeuge durch den Stau an die Gefahrenstelle gelangen müssen. Durch das Freihalten einer Rettungsgasse kann schneller Hilfe geleistet und die Störung dann auch frühzeitiger beseitigt werden.



„Tag der offenen Tür“ bei Verkehrspolizei Schweinfurt-Werneck am 16.07.2017
Mit Fertigstellung des Dienstgebäudes im Gewerbegebiet Werneck an der A 70, wurden die Dienststellen der Autobahnpolizeistation Oberthulba und die der Verkehrspolizei Schweinfurt im Jahr 2007 zur Verkehrspolizeiinspektion Schweinfurt-Werneck zusammengelegt. Aus diesem Anlass plant die Verkehrspolizei am 16.07.2017 zum 10-
jährigen Bestehen einen Tag der offenen Tür. Der mit zahlreichen Attraktionen gespickte Tag beginnt mit einem ökumenischen Gottesdienst um 10:00 Uhr im Innenhof der Verkehrspolizei Schweinfurt-Werneck. Neben den Angeboten wie Hubschraubersimulator, Fahrzeugschau, Polizeihund in Aktion, Fachberatung Sicherheit und Kinderprogramm bieten wir Informationen zu unserer Arbeit und zur Polizeiausbildung.



Zuständigkeitsbereich:
Von der VPI Schweinfurt-Werneck wird eine Streckenlänge von 165,4 km auf folgenden Autobahnabschnitten betreut:
BAB A 7: Anschlussstelle Gramschatzer Wald bis zur Landesgrenze Hessen
BAB A 70: Autobahnkreuz Schweinfurt/ Werneck bis zur Anschlussstelle Eltmann
BAB A 71: Autobahndreieck Werntal bis zur Landesgrenze Thüringen.
Im Zuständigkeitsbereich liegen sechs Rastanlagen, zwei Autohöfe und das Gewerbegebiet an der A 70 bei Werneck.
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