Über 50 Jahre Mitglied in der Lebenshilfe Schweinfurt

Lieselotte Greubel (links, stellvertretend für ihren Mann Walter Greubel), Waltraud Gassmann (2. v. l.) und Erich Beck (4. v. l., zusammen mit Ehefrau Melitta Beck) sind seit den Anfängen mit dabei: Dr. Horst Golüke, der Vorsitzende der Lebenshilfe Schweinfurt, zeichnete sie für ihre jeweils über 50-jährige Mitgliedschaft mit der Ehrennadel des gemeinnützigen Vereins aus.

Waltraud Gassmann, Erich Beck und Walter Greubel mit Ehrennadel ausgezeichnet

| Schweinfurt - Am Dienstag sind Waltraud Gassmann, Erich Beck und Walter Greubel für ihre langjährige Mitgliedschaft in der Lebenshilfe Schweinfurt ausgezeichnet worden. Deren Vorsitzender, Dr. Horst Golüke, überreichte den dreien während einer Mitgliederversammlung in der Werkstatt für behinderte Menschen Sennfeld die Ehrennadel des Vereins. "Mit Menschen wie Ihnen", so Golüke, "konnte die Lebenshilfe Schweinfurt erst zu dem werden, was sie auszeichnet: ein Elternverein, der den Menschen in seiner Ganzheit und in seiner Würde in den Mittelpunkt des Tuns stellt." Gassmann, Beck und Greubel sind jeweils über 50 Jahre Mitglied in der Lebenshilfe Schweinfurt.

Der gemeinnützige Verein existiert kaum länger. 1962 war er auf Initiative des damaligen Leiters der städtischen Erziehungsberatungsstelle und dessen Mitarbeiterin im Schweinfurter Rathaus von etwa 30 Privatleuten gegründet worden. Das erste Hilfsangebot: eine mehrheitlich von betroffenen Eltern geleitete Betreuungsgruppe für Kinder mit Behinderung im Keller der Schweinfurter Auenschule. Heute unterhält die Lebenshilfe Schweinfurt in Unter-, Oberfranken und Thüringen unter anderem drei Frühförderstellen, eine integrative Kindertagesstätte, drei Schulen, sechs Werkstätten, über 20 Wohn- und Wohnpflegeheime, Ambulant Unterstützte Wohnformen, Offene Hilfen sowie mehrere Integrationsbetriebe. Der Verein beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter. Über 2.700 Menschen mit Behinderung nutzen seine Angebote.

In Gesprächen vor der Ehrung erinnerten sich Gassmann, Beck und Greubel an die Gründerjahre. Förder-, Schul- und Arbeitsangebote für Menschen mit Behinderung gab es damals in der Region quasi nicht. Behinderung galt vielerorts als gesellschaftlicher Makel. Ohne die Lebenshilfe Schweinfurt hätte ihr Sohn Jürgen zu Hause bleiben müssen, wie Lieselotte Greubel erzählte. Sie nahm die Ehrennadel stellvertretend für ihren Mann entgegen. "Wir waren von früh bis spät im Joch", erinnerte sich Erich Beck. Damals hatte er eine eigene Metzgerei. Seinen Sohn Thomas tagsüber bei der Lebenshilfe Schweinfurt zu wissen, war eine Erleichterung. "Die Eltern hatten einen Ansprechpartner", so Gassmann, "wo sie mal ihr Herz ausschütten und mit ihren Kindern hinkommen konnten." Alle drei freuten sich sichtlich über die Ehrung und wünschten der Lebenshilfe Schweinfurt für die Zukunft weiterhin alles Gute.
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