Über 30.000 Euro für das Förderzentrum Schonungen

Videospiel und Therapie zugleich: Agon Zügner, Schüler am Förderzentrum Schonungen der Lebenshilfe Schweinfurt, richtet mit dem Steuerhebel in seiner Hand den Wasserstrahl eines Feuerwehrschlauchs auf ein brennendes Haus. Das macht Spaß und trainiert gleichzeitig die Motorik. Die Anschaffung des Geräts hat die Karl-Wagner-Stiftung dem Förderzentrum Schonungen ermöglicht.
 
Eine große Erleichterung: Ihr Bewegungstraining kann Evi Thiele, Schülerin am Förderzentrum Schonungen, in Zukunft auf dem neuen Laufband absolvieren. Wie Cornelia Ritter, Therapieleiterin des Förderzentrums Schonungen, dem Stiftungsvorsitzenden Karl Wagner erklärt, spürt die 14-jährige ihr eigenes Gewicht dabei kaum, im Gegensatz zum früheren Training mit Beinschienen und Krücken.
Karl-Wagner-Stiftung ermöglicht Anschaffung moderner Therapiegeräte und Lernmittel

| Schonungen - Als im Dezember letzten Jahres das Telefon klingelte, konnte Thomas Kötzel kaum glauben, was ihm sein Sekretariat berichtete. „Es war eine Glücksstunde für uns“, erzählte der Schul- und Tagesstättenleiter des zur Lebenshilfe Schweinfurt gehörenden Förderzentrums Schonungen rückblickend. Der Anrufer stellte der Schule mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung eine Spende in Höhe von über 30.000 Euro in Aussicht. Und er hat Wort gehalten: Am Freitag haben Vertreter der Karl-Wagner-Stiftung das Förderzentrum besucht, um sich über die Verwendung der Spende zu informieren. Eine Rollstuhlwaage, ein Laufband, einen Hand-Arm-Trainer sowie diverse Musikinstrumente und elektronische Kommunikationshilfen hat die Schule von dem Geld angeschafft.

Die Karl-Wagner-Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit Behinderung jeden Alters zu fördern. Vielen ist sie durch ihre großzügigen Spendenaktionen bereits bekannt. Karl Werner Wagner hatte die Stiftung 2014 gegründet. Wagner ist Besitzer der seit 1750 in Familienbesitz befindlichen Eschenbacher Privatbrauerei im Landkreis Haßberge. Die Brauerei und ihr Vermögen brachte er komplett in die Stiftung ein. Ein persönlicher Schicksalsschlag hatten ihn und Ute Seitz dazu bewogen: Der gemeinsame Sohn Karl war als Frühchen zur Welt gekommen und ist heute schwerstbehindert. Zusammen mit Karl Wagner, dem Stiftungsvorsitzenden, Ute Seitz, der Vorsitzenden des Stiftungsrats, und Sohn Karl besuchte auch Werner Stegemann, der stellvertretende Stiftungsvorsitzende, das Förderzentrum Schonungen. In der ältesten Schule der Lebenshilfe Schweinfurt werden derzeit 126 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit körperlichen und motorischen Einschränkungen in einer schulvorbereitenden Einrichtung, in Grund-, Haupt- und Berufsschulstufen unterrichtet und gefördert.

Ergotherapeutin Christine Streit und Schüler Agon Zügner demonstrierten den Gästen den neuen Hand-Arm-Trainer. Dabei handelt es sich um eine Art Steuerhebel, der in der Hand gehalten wird und auf Druck und Bewegung reagiert. Damit lassen sich diverse Computerspiele spielen, die die Motorik trainieren und gleichzeitig jede Menge Spaß machen. Ein positiver Faktor für die Langzeitmotivation in der Therapie, wie Streit bestätigte. Der 16-jährige Agon Zügner zeigte den Besuchern zum Beispiel, wie er mit dem Steuerhebel in zwei Spielen den Wasserstrahl eines Feuerwehrschlauchs auf ein brennendes Haus richtete und eine Figur auf einem sich im Kreis bewegenden Trampolin springen ließ.

Evi Thiele führte zusammen mit Cornelia Ritter, Therapieleiterin des Förderzentrums Schonungen, das neue Laufband vor. Mit ihm trainieren Personen mit Spastik Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit, wie Ritter erläuterte. Das Laufband lässt sich auf verschiedene Geschwindigkeiten und Steigungen einstellen und verfügt über eine Tragevorrichtung. Diese hielt die 14-jährige Evi Thiele, während sie das Band den Besuchern demonstrierte. So spürte sie ihr eigenes Gewicht dabei kaum. Eine große Erleichterung. Bislang hatte die Schülerin mit Beinschienen und Krücken trainiert. „Das ist sehr anstrengend“, erzählte sie.

Die neuen Geräte sollen in einem zentralen Raum des Förderzentrums Schonungen ihren Platz finden, damit möglichst viele Schüler mit ihnen trainieren können. Die Schüler, Therapeuten und Kötzel waren von den neuen Errungenschaften sichtlich begeistert. Moderne Therapiegeräte haben ihren Preis. Allein das Laufband kostete einen fünfstelligen Betrag. Umso größer war die Freude über die Unterstützung der Karl-Wagner-Stiftung. „Das sind Sachen“, so Kötzel, „die wir über Fördermittel nicht so einfach hätten finanzieren können.“
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