Trotz gutem Ergebnis nur gedämpfte Stimmung – Anja Weisgerber zieht erneut als Direktkandidatin für die CSU in den Bundestag ein

Mit 51 Prozent Zustimmung im Landkreis Schweinfurt ist Anja Weisgerber eines der besseren CSU-Ergebnisse gelungen. Zum Glückwunsch gab es Blumen von Bezirksrat Stefan Funk (li.) und CSU Bezirksvorsitzenden Gerhard Eck. (Foto: CSU Bezirksgeschäftsstelle)
Schweinfurt (red). Harsche Kritik an der Kanzlerin kommt auch einige Tage nach der Bundestagswahl bei der CSU nicht über die Lippen. Auch Wahlkreisabgeordnete Anja Weisgerber setzt beim Gespräch mit dieser Redaktion auf andere Betrachtungsweisen.
Sie ist begleitet von zwiespältigen Gefühlen, denn das kräftige Absacken des CSU-Gesamtergebnisses weit unter die 40-Prozent-Marke ist auch an ihr nicht spurlos vorüber gegangen. Gleichzeitig lag sie als Direktkandidatin für den Wahlkreis Schweinfurt-Kitzingen rund zehn Prozentpunkte über dem Zweitstimmenergebnis ihrer Partei, im Landkreis Schweinfurt konnte sie sogar über 51 Prozent einfahren. „Mich haben die vielen persönlichen Treffen mit den Menschen aus meiner Heimatregion sehr gefreut und auch der viele persönliche Zuspruch, den ich dabei erfahren habe. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle sehr herzlich bedanken“.
Gleichwohl lag die CSU im Weisgerber-Wahlkreis auch bei den Zweitstimmen mit 41 Prozent über dem Durchschnitt. „es freut mich natürlich schon, dass die Wähler meine Arbeit belohnt haben und ich für die CSU überdurchschnittliche Ergebnisse einfahren konnte“, sagt die Abgeordnete, die sich aber auch ärgert, dass die aus Protest abhanden gekommenen Wähler am Ende genau das Gegenteil von dem erreicht haben, was sie eigentlich wollten. „Es wird nicht leicht werden mit der FDP und insbesondere den Grünen auf gemeinsame Nenner zu kommen“ fürchtet sie, sieht das Resultat aber auch als Wählerauftrag, den es nun zu meistern gelte.
Es sei nicht leicht gewesen, in den letzten Tagen vor der Wahl, bekennt Anja Weisgerber unumwunden. Sie habe das an den Info-Ständen gespürt, dass die Menschen sich weit mehr schon festgelegt hatten, als es immer wieder propagiert worden war. Es sei in den Medien viel zu sehr die Flüchtlingsproblematik thematisiert worden, als die zahlreichen Sachthemen, die die Menschen wirklich jeden Tag betreffen, angefangen von der Kinderbetreuung bis hin zu steuerlichen Entlastungen, die die CSU den Bürgern gerne im Detail näher erklärt hätte.
Welche Abgeordneten die CSU neben den direkt gewählten in den für sie kleiner werdenden Bundestag entsenden wird, konnte die Parlamentarierin noch nicht sagen. Zunächst stehen die Fraktionstreffen an. Die konstituierende Sitzung des Bundestages ist für den 24. Oktober anberaumt. Die Koalitionsverhandlungen werden sich nach Weisgerbers Einschätzung wohl bis Weihnachten hinziehen.
Was der CSU dabei wichtig ist fasste sie noch einmal zusammen: Die Mütterrente II soll auch Müttern mit vor 1992 geborenen Kindern zu mehr Rente verhelfen, das Kindergeld soll deutlich erhöht werden.Neben den Mitteln zur Städtebauförderung gehe es auch um weitere Verbesserungen im Bereich Internet und Mobilfunk, Freibeträge bei der Grunderwerbssteuer und Kinderbetreuung.
Auch der Klimaschutz sei immer wichtiger Bestandteil im Programm der CSU gewesen. Hier gab sie den Grünen schon gleich mal mit auf den Weg, dass dieser weniger mit Verboten, als vielmehr mit Anreizen verbessert werden soll
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