Suedlink-Netzausbau hat höchste Priorität für Bayerns Unternehmen

Würzburg – Am Dienstag stellte der Übertragungsnetzbetreiber TenneT die möglichen Trassenverläufe für die Erdverkabelung der Stromleitung SuedLink vor. Oliver Freitag, Bereichsleiter Innovation und Umwelt der IHK Würzburg-Schweinfurt, bezeichnet die Entwürfe als längst überfällig. „Der Netzausbau muss schnellstmöglich umgesetzt werden, um drohende Versorgungslücken zu vermeiden. Denn die kann sich die mainfränkische Wirtschaft nicht leisten.“ Planungsverfahren und Bürokratie dürften die Versorgungssicherheit nicht länger gefährden. Politik und Netzbetreiber seien aufgerufen, jetzt zügig zu handeln, damit die Fertigstellung bis zum Jahr 2025 ohne weitere Verzögerungen eingehalten werden kann.

Der Ausbau der Stromnetze ist für die Unternehmen von größter Bedeutung. Gemäß dem aktuellen IHK-Energiewende-Barometer 2016 fordern 71 Prozent der bayerischen Unternehmen höchste Priorität für den Netzausbau, in der Industrie sind es sogar 81 Prozent.

Der nur schleichend vorankommende Netzausbau ist aber nicht das einzige Problem. „Unsere Unternehmen bezahlen bereits jetzt die dritthöchsten Strompreise in Europa.“, so Freitag. Aufgrund der fehlenden Kapazitäten und der damit verbundenen Maßnahmen zur Netzsicherheit würden die Übertragungsnetzentgelte nun um 80 Prozent angehoben. „Die Unternehmen zahlen jetzt die Quittung für den fehlenden Netzausbau. Die Forderungen der Unternehmen nach Bezahlbarkeit und Stabilität der Stromversorgung sind so nicht erfüllt.“ Mit der voraussichtlichen Erhöhung der EEG-Umlage für 2017 stehe zudem die nächste Belastung bereits vor der Tür.

Das IHK-Energiewende-Barometer ermittelt jedes Jahr die Meinung von über 2.000 Unternehmen aus ganz Deutschland und aus allen Branchen zur Energiewende. Hohe Stromkosten und der schleppende Netzausbau haben laut IHK Auswirkungen auf die Stimmung der Unternehmen. Derzeit betrachten die Betriebe im Freistaat die Auswirkungen der Energiewende auf ihre Wettbewerbsfähigkeit im Durchschnitt als neutral. Negative Folgen befürchtet hingegen die Industrie.
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Klaus Endres aus Bergrheinfeld | 10.10.2016 | 11:34   Melden
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