Stammheim feiert "seine" Weinkönigin Silena Werner

  iel gewählt – drei Länderparlamente und der Deutsche Bundestag. Doch das schönste und für Franken wichtigste Amt wurde bereits am vergangenen Freitag neu besetzt. In einer spannenden Veranstaltung wurde Silena Werner aus Stammheim (Lkr. Schweinfurt) in den Veitshöchheimer Mainfrankensäle zur 62. Fränkischen Weinkönigin gewählt.
Insgesamt drei junge Frauen – Alisa Hofmann aus Sulzfeld am Main (Lkr. Kitzingen), Miriam Kirch aus Fahr (Lkr. Kitzingen) und Silena Werner aus Stammheim (Lkr. Schweinfurt) – hatten bei der Wahl in Veitshöchheim nach der Fränkischen Weinkrone gegriffen, um bei der Wahl zur 62. Fränkischen Weinkönigin die Nachfolge von Christina Schneider anzutreten.
Doch bevor gewählt wurde, zeigte die scheidende Weinkönigin Christina Schneider den rund 600 Gästen im Saal – unter ihnen auch Bayerns Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Innenstaatssekretär Gerhard Eck und Unterfrankens Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer – mit beeindruckenden Bildern und einer bewegenden Rede wie spannend das Weinköniginnenamt sein kann. In über 400 Terminen repräsentierte sie den das fränkische Anbaugebiet und seine Winzer und reiste dafür sogar bis Danzig, Japan und China. Mit Tränen in den Augen dankte Schneider den Gästen, dass „sie im zurückliegenden Jahr Ihre 61. Fränkische Weinkönigin sein durfte!“ Mit einem letzten Küsschen auf die fränkische Weinkrone verabschiedete sie sich dann von ihrem Amt, aber nicht vom Wein! Denn als Deutsche Weinprinzessin wird Christina Schneider noch ein gutes halbes Jahr den deutschen Wein repräsentieren.
Nachdem der langanhaltende Applaus verklungen war, gehörte die Bühne in den Veitshöchheimer Mainfrankensälen den drei Bewerberinnen um das Königinnenamt. Unter Moderation von Nicole Then-Plannasch und Axel-Robert Müller stellten sich die Bewerberinnen selbst vor und plauderten aus dem Nähkästchen. Los ging es mit Alisa Hofmann. Die 21-jährige Jurastudentin berichtete, dass sie später am liebsten als Richterin „Gerechtigkeit in die ganze Welt bringen möchte“. Als Wein hatte sie einen trockenen Riesling vom Sulzfelder Cyriakusberg mitgebracht, der nach ihren Worten nicht nur zur Sulzfelder Meterbratwurst sondern auch zu Sushi bestens mundet. Als nächste folgte Silena Werner (20) aus Stammheim, die als Groß- und Außenhandelskauffrau bei der BayWa schon länger „mit guten Angeboten Winzerherzen höherschlagen lässt. Mit einer weißen Burgunder Spätlese, den sie wie ein Kind gehegt und gepflegt hatte, lies sie die Herzen im Saal höherschlagen. Als dritte im Bunde begeisterte Miriam Kirch aus Fahr am Main. Die 21-jährige Medizinstudentin brachte einen trockene Silvaner Spätlese aus Volkach mit und berichtete über ihre Begeisterung für die Chirurgie. In Sachen Frankenwein betonte sie: „Hätten wir den Silvaner noch nicht, müssten wir ihn glatt erfinden!“
Bei den anschließenden Standartfragen war dann das Fachwissen der drei Damen gefragt: So ging es um die Erfolgsgeschichte der Wein-Gästeführer Franken, die in diesem Jahr ihr 20- jähriges Jubiläum feiern, die Bedeutung des Silvaners für Franken, und wodurch sich das fränkische Anbaugebiet von den anderen abgrenzt. In einer weiteren Runde folgten noch sehr individuelle Fragen aus dem Publikum, die vorab eingereicht wurden, und bei denen es vor allem um Schlagfertigkeit und Spontanität ging.
Gegen 16 Uhr wird dann zum ersten Wahlgang aufgerufen. Für kurze Zeit wird es im Saal ganz ruhig. Die drei Bewerberinnen stehen auf der Bühne, rücken näher zusammen und halten sich an den Händen. Sind ein oder mehrere Wahlgänge notwendig? Mit Spannung wir das Ergebnis erwartet. Und dann ist das Ergebnis da! Ein einziger Durchgang hat gereicht! Die rund 130 Jury-Mitglieder aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Medien und Weinwirtschaft haben sich für Silena Werner entschieden. Als 62. Fränkische Weinkönigin tritt die 20-jährige Stammheimerin die Nachfolge von Christina Schneider an. Nach einer anfänglichen Sprachlosigkeit machen sich allmählich Erleichterung und Freude breit. Und als erste Gratulanten strahlen Kolitzheims Bürgermeister Horst Herbert, Schweinfurts Landrat Florian Töpper und Innenstaatssekretär Gerhard Eck mit Silena um die Wette. „Silena hat sich fabelhaft präsentiert. Ich freue mich daher sehr, dass sie die Wahl gewonnen hat und der Landkreis Schweinfurt endlich wieder eine Fränkische Weinkönigin hat. Das ist ein großartiger Tag für den Weinlandkreis Schweinfurt“, betont Landrat Töpper. Nach Irene Sänger (1984/985) und Jennifer Herbert (2006/2007) ist Silena Werner die dritte fränkische Weinkönigin aus dem Landkreis Schweinfurt.
Nach einem fulminanten Empfang am Wochenende in ihrer Heimatgemeinde ging es für Silena dann am Montagmorgen gleich richtig zur Sache. Als erste Amtshandlung pflanzte sie im Ramsthal den „Baum des Jahres“. Tags darauf durfte sie ihren neuen schicken Dienstwagen aus dem BMW-Autohaus Rhein in Würzburg Empfang nehmen. Hoch amtlich wird es für Silena Werner dann am 20. März, wenn sie ihren Antrittsbesuch bei Landwirtschaftsminister Helmut Brunner in München macht.
Foto: Rudi Merkl
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