Spielwaren waren kein Kinderspiel

Die Sennfelder Lebenshilfe-Werkstatt ist erstmalig Ausrichter einer regulären IHK-Prüfung. Über den erfolgreichen Ablauf des Prüfungstages freuen sich Prüflinge, ehrenamtliche Prüfer, IHK-Vertreter und Werkstatt-Mitarbeiter.
 
Geschafft: Jana Martin an der Prüfstation Nummer 3. Sie hat, wie übrigens alle 43 Prüflinge, die Zwischenprüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik bzw. Fachlagerist bestanden.
IHK-Lagerlogistik-Prüfung zum ersten Mal in Sennfelder Lebenshilfe-Werkstatt

| Sennfeld - „Passt! Ist ganz gut gelaufen“: Jana Martin freute sich über ihr Abschlussergebnis bei der praktischen IHK-Zwischenprüfung in der Werkstatt Sennfeld. Bei FTE Automotive in Ebern macht sie eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik. In der zur Lebenshilfe Schweinfurt gehörenden Werkstatt Sennfeld hat sie am Mittwoch letzter Woche zusammen mit 42 anderen Prüflingen aus dem Einzugsgebiet der IHK Würzburg-Schweinfurt ihr Können in der „Warenannahme und Wareneingangsprüfung“ unter Beweis gestellt. Ungewöhnlich daran: Die Werkstatt für behinderte Menschen diente erstmals als Ort für eine reguläre, praktische IHK-Lagerlogistik-Prüfung.

Meinolf Brinkmöller, bei der IHK Würzburg-Schweinfurt unter anderem für die Organisation des Prüfungswesens zuständig, freute sich über das Angebot der Lebenshilfe Schweinfurt, die Werkstatt Sennfeld für eine IHK-Prüfungsabnahme zu nutzen. Die Einrichtung biete gute Voraussetzungen hinsichtlich der Räumlichkeiten und des Warenangebots und liefere eine praxisnahe Prüfungssituation mit „echten Teilen“, stellte er fest. So fanden die Absolventen für ihre Prüfung „Warenannahme“ an den vier eigens dafür aufgebauten Prüfstationen zum Beispiel Kartons mit allerhand Schrauben, Kugeln und Stiften für die Spielwarenproduktion der Werkstatt Sennfeld vor. Kein Kinderspiel für die Prüflinge, die beruflich sonst kaum mit Spielzeug zu tun haben. Mangelhafte, falsche oder überzählige Teile und fehlerhafte Beschriftungen mussten gefunden, überprüft und dokumentiert werden. Der Prüfungsausschuss unter Leitung von Uwe Frank, Ausbilder bei ZF in Schweinfurt, sorgte mit neun ehrenamtlichen Fachprüfern, die allesamt aus unterfränkischen Industrie- und Handwerksbetrieben stammen, für den reibungslosen Ablauf der dreiundvierzig Einzelprüfungen. Angeregt hatten den Prüfungstag in Sennfeld Martin Groove, Geschäftsführer der Lebenshilfe Schweinfurt, und Günter Scheuring, Leiter der Werkstatt Sennfeld. Beide engagieren sich bei der IHK Würzburg-Schweinfurt ehrenamtlich als Prüfer.

Auch Norbert Schaub, Bereichsleiter der Werkstatt Sennfeld und Koordinator des Prüfungstags, begrüßte die neue Kooperation mit der IHK Würzburg-Schweinfurt. „Wir sind stolz darauf zu zeigen, dass wir gerade auch in der Lagerlogistik, dem Herzstück einer jeden Firma, sehr gut aufgestellt sind.“ Wie Schaub erläuterte, durchlaufen täglich bis zu 40.000 Artikel für rund 125 bis 150 verschiedene Aufträge das Lager der Werkstatt. So zeigten sich Prüfer und Prüflinge – die meist zum ersten Mal eine Werkstatt für behinderte Menschen besuchten – gleichermaßen beeindruckt von den professionellen Abläufen in der Einrichtung.

Die Werkstatt Sennfeld ist die größte der sechs Werkstätten der Lebenshilfe Schweinfurt. Sie beschäftigt rund 600 Mitarbeiter mit und ohne Handicap. Als Lohnfertiger bietet sie namhaften Industrieunternehmen eine breite Palette an Montage-, Verpackungs-, Zähl-, Maschinen- und Konfektionierungsarbeiten. Auch Handwerksbetriebe und Privathaushalte gehören zu ihren Kunden. Eine eigene Schreinerei, Schlosserei sowie Holzspielzeuge und Wohn-Accessoires aus der Eigenproduktion runden das Angebot der nach ISO 9001 zertifizierten Einrichtung ab.
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