„SKF Teams“ feiern Erfolge bei Formula Student Germany: Rasende Rechner in strömendem Regen

(Foto: SKF)
Als einer der Hauptsponsoren der Formula Student Germany fördert die deutsche SKF elf deutsche Teams. Zwei davon fuhren aufs Treppchen: Der „Rennstall Esslingen“ bei den Verbrennern und „e-gnition Hamburg“ bei der Premiere der „Driverless“-Kategorie. Die Leistung der Nachwuchs-Konstrukteure ist umso bemerkenswerter, weil diesmal – neben den Wertungsrichtern – auch der Wettergott keinerlei Gnade kannte.

Schon wenige Tage vor Beginn der diesjährigen Formula Student Germany (FSG) mussten viele Studis wegen herabstürzender Äste die Zeltplätze am Hockenheimring räumen. Und kaum waren die „statischen Disziplinen“ (u.a. technische Prüfungen) weitgehend abgeschlossen, schlug Petrus erneut zu: Wer die Freigabe zur Renn-Teilnahme erhalten hatte, musste meist durch strömenden Regen rasen – eine echte Herausforderung für Mensch, Maschine und Computer.

Erstmals „Autonome“ am Start
Das galt umso mehr, als in diesem Jahr zum ersten Mal eine Konkurrenz für fahrerlose Fahrzeuge ausgetragen wurde. Die mit unzähligen empfindlichen Sensoren und Rechnern vollgestopften, eigenständig manövrierenden Autos mögen Nässe quasi „naturgemäß“ nicht. Insofern gelang es auch nur wenigen der 15 ambitionierten „Selbstfahrer-Teams“, sämtliche fahrerischen Prüfungen (Beschleunigungsrennen, Achter-Fahren, „TrackDrive“ mit zuvor unbekanntem Streckenverlauf) erfolgreich zu absolvieren.

Dabei tat sich der „Driverless“-Rennstall des von SKF gesponserten Teams „e-gnition Hamburg“ hervor: Die Nordlichter fuhren hinter „AMZ Racing Zürich“ und „KA-RaceING“ aus Karlsruhe auf Rang 3. „Oben an der Küste sind wir schlechtes Wetter gewohnt“ meinte das Hamburger Teammitglied Moritz Hemmann mit einem Augenzwinkern, „und das hat uns hier im Südwesten offenbar geholfen!“

Unterschiedliche Navigationskonzepte
Zur Orientierung ihres Fahrzeugs auf der Piste setzten die Hamburger u. a. auf Lasersensoren, die die streckenbegrenzenden Pylonen anpeilen – 25 mal pro Sekunde. „Ergänzend haben wir noch eine Kamera installiert“, so Daniel Auge von e-gnition Hamburg, „und diverse Beschleunigungssensoren optimiert.“ „Gemäß dem Prinzip ‚Sense – Plan – Act‘ berechnet der Computer dann die Ideallinie und setzt das Auto in Bewegung, wobei die Beschleunigungssensoren übermäßiges Tempo erfassen und der Rechner die Geschwindigkeit im Bedarfsfall wieder entsprechend herunterregelt“, erklärte Moritz Hemmann einen weiteren Eckpfeiler des „Navigationssystems“ im Hamburger „Autonomen-Auto“.

Anders als die fahrerlosen Kollegen bei e-gnition nutzte das ebenfalls von SKF unterstützte Team „Fast Forest Deggendorf“ primär Kameras zur Orientierung ihres Fahrzeugs. „Damit nehmen wir 120 Bilder pro Sekunde auf“, berichtet Deggendorfs Driverless-Teamleiter Christoph Stephan, wobei das „Gesichtsfeld“ der beiden Kameras 180 Grad betrage. „So kann man triangulieren, und auf Basis der Daten erstellt der Computer per ,Simultaneous Localization And Mapping‘-Konzept eine Art ,Straßenkarte‘“. Die wiederum werde mit einer Datenbank korreliert, in der u. a. Idealgeschwindigkeiten und -linien bei verschiedenen Kurvenradien hinterlegt seien.

Zum Leidwesen der Software-Experten von Fast Forest konnten diese ihre Programmierkünste in Hockenheim jedoch nicht unter Beweis stellen, weil die Hardware für das Batterie-Management-System ihres „Jenny 08 Ghost Driver“ genannten Fahrzeugs streikte. So mussten sich die Geisterfahrer aus Deggendorf (auf Basis ihrer in den statischen Disziplinen gesammelten Punkte) mit Platz 8 begnügen.

Überraschungserfolg für Esslingen
Demgegenüber lief beim „Rennstall Esslingen“ alles wie geschmiert: Das von SKF geförderte Team fuhr in der Konkurrenz der Verbrennungsmotoren den Sieg ein. Im vergangenen Jahr noch auf Rang 5, verwiesen die Esslinger die harte Konkurrenz aus Graz und Stuttgart diesmal auf die Plätze. „Wir können’s kaum glauben, dass wir’s tatsächlich geschafft haben“, so der begeisterte Kevin Engel von der „Sponsoring-Abteilung“ im Esslinger Rennstall, „das ist einfach Wahnsinn! Vielen Dank an alle, die uns dabei geholfen haben!“

Das von SKF unterstützte „FaSTTUBe Berlin“ landete in dieser Klasse (mit insgesamt 65 Teams) auf dem undankbaren 4. Platz, „HAWKS Racing Hamburg“ belegte Rang 11, „CAT-Racing Coburg“ Platz 18 und „HHN Racing Heilbronn“ Rang 39. Bei den Elektroautos erzielte „e-gnition Hamburg“ (unter 35 teilnehmenden Teams) den 9. Platz, „Elbflorace Dresden“ Rang 14 und „Elefant Racing Bayreuth“ Platz 23.

Gewinn auch für SKF
Unabhängig von der Platzierung der unterstützten Teams sieht sich der Sponsor SKF definitiv als Gewinner: „Entweder lassen sich hier vielversprechende Kandidaten für unser eigenes Unternehmen finden“, so Stefan Fröschel, Leiter Kommunikation bei SKF in Schweinfurt, „oder wir sensibilisieren künftige Kunden für unsere Automotive-Lösungen.“

Aus diesem Grund sei der SKF Stand in Hockenheim auch mit einem Formel 1-Auto der Scuderia Ferrari ausgestattet worden. Denn der Ferrari-Flitzer sei viel mehr als ein reiner Blickfang; er sei vielmehr ein Symbol der erfolgreichen Zusammenarbeit, die SKF und die Sportwagen-Schmiede aus Maranello bereits seit ihrer Geburt vor 70 Jahren pflegten. „Auch die Scuderia Ferrari hat mal klein angefangen“, so Fröschel, „und daraus ist – dank guter Beziehungen zum Kunden und unserer überzeugenden Lösungen – die längste ununterbrochene Partnerschaft in der gesamten, schnelllebigen Formel 1-Geschichte hervorgegangen!“
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