SKF gratuliert zum Geburtstag: Mille Grazie, Ferrari!

Schon 1947 mit SKF an Bord: Wenige Wochen, nachdem das „Cavallino rampante“ das Licht der Welt erblickt hatte, fuhr Franco Cortese mit dem Ferrari 125 S den ersten Sieg für die neue Sportwagenschmiede aus Maranello ein. (Foto: SKF)
 
70 Jahre und zahlreiche SKF Lager später: Zum Geburtstag darf sich die Scuderia Ferrari mit Sebastian Vettel am Steuer des „SF70H“ berechtigte Hoffnungen auf einen weiteren WM-Titel machen. 70 Jahre und zahlreiche SKF Lager später: Zum Geburtstag darf sich die Scuderia Ferrari mit Sebastian Vettel am Steuer des „SF70H“ berechtigte Hoffnungen auf einen weiteren WM-Titel machen. (Foto: SKF)
Schweinfurt: SKF | Vor ziemlich genau 70 Jahren, am 25. Mai 1947, feierte ein gerade gegründeter Automobilbauer aus Maranello seinen ersten Rennsieg. Schon damals half SKF dem schwarzen Pferdchen auf gelbem Grund auf die Sprünge. Seither pflegen Ferrari und SKF eine Partnerschaft, die in der Formel 1-Geschichte die längste ist - und die erfolgreichste.
lberto Ascari, Juan Manuel Fangio, Niki Lauda oder Michael Schumacher: Lauter Rennsport-Legenden, die in ihren Ferraris zur Weltmeisterschaft rasten. Eigentlich müsste dieser exklusive Kreis jedoch von Franco Cortese angeführt werden. Er war es, der mit dem Modell 125 S - sozusagen dem „Ur-Ferrari“ - den ersten Sieg für das damalige Start-Up-Unternehmen einfuhr: Drei Jahre vor Beginn der Formel 1 gewann er den großen Preis von Rom auf dem Rundkurs von Caracalla. Damit legte Cortese den Grundstein für die heute renommierteste Sportwagenmarke der Welt.
Dass sich aus diesen Anfängen auch einmal das erfolgreichste Team der Formel 1-Geschichte entwickeln würde, war damals natürlich noch nicht klar. Für Firmengründer Enzo Ferrari stand jedoch von Anfang an fest, dass es im Rennsport vor allem um Teamwork geht. „Wer einen konkurrenzfähigen Sportwagen bauen will, braucht viele gute Leute. Denn ein solches Auto ist ein Sammelwerk; eine gemeinschaftliche Anstrengung“, lautete sein Credo.
Gemeinsam Grenzen verschieben
Für die Zusammenarbeit zwischen SKF und Ferrari gilt das noch immer. Trotz der Schnelllebigkeit, die die Formel 1 inzwischen prägt, ist die Partnerschaft der beiden Unternehmen heute genauso stabil wie damals. Die wesentlichen Eckpfeiler dafür sieht Andrea Candelpergher, Ingenieur in der Konstruktionsabteilung der Scuderia Ferrari, in Qualitäten wie Verfügbarkeit, Liefertempo, Kompatibilität und Erfahrung. All dies lege SKF seit jeher an den Tag. Und Andrea Rifici, Anwendungstechniker für die Formel 1 bei SKF in Italien, ergänzt: „Die Produkte, die wir für die Scuderia Ferrari entwickeln und fertigen, sind jeweils zu einhundert Prozent auf ihre individuelle Anwendung zugeschnitten. So einzigartig diese Lösungen auch sein mögen - allen gemein ist, dass sie durchweg an die Grenzen des technisch Machbaren heranreichen.“
Mehr als 150 solcher SKF Komponenten stecken in jedem Formel 1-Flitzer der Scuderia Ferrari. Dazu gehören u. a. Kugel-, Rollen- und Gleitlager für Radnaben, Getriebe, Kupplung, Motor, Turbo, Motor-Generator-Units und Aufhängungen. Viele dieser hochgezüchteten Teile bauen Dietmar Geisler, Manager Racing & Special Bearings bei der deutschen SKF, und seine Kollegen in der Schweinfurter Rennlager-Schmiede des Unternehmens. Und die tragen offenbar einiges zur Wettbewerbsfähigkeit des „SF70H“ bei, denn in der aktuellen Saison können Vettel und Räikkönen ganz vorne mitmischen. Allem Anschein nach ist es den Ingenieuren auf beiden Seiten also gelungen, die aus den jüngsten Regeländerungen resultierenden Anforderungen entlang des gesamten Antriebsstrangs zu meistern: Mit ihren technischen Neuerungen haben sie die Grenzen des Machbaren mal wieder ein wenig verschoben.
Geheimes Ingenieurswissen
Um solche Fortschritte zu erzielen, gehen die Rennsport-Experten radikale Wege - zum Beispiel in Sachen Gebrauchsdauer, wie Geisler erklärt: „Jeder ,normale‘ Autofahrer wünscht sich Lager, die das ganze Fahrzeugleben lang halten. Schließlich muss das Auto dadurch seltener in die Werkstatt.“ Demgegenüber hätten die Kunden aus der Formel 1 ganz andere Prioritäten: „Natürlich ist die Zuverlässigkeit der Lager auch in der Formel 1 absolut wichtig“, so der SKF Experte, „aber hier müssen die Lager nicht unbedingt mehr als fünf Rennen überstehen.“ Ergo sei ein „Racing-Lager“ zwar auf eine vergleichsweise kurze Gebrauchsdauer ausgelegt, halte innerhalb dieser Frist aber extremen Belastungen stand. Zu diesen Belastungen gehören enorme Kräfte, Drehzahlen oder auch Betriebstemperaturen.
Bei der Herstellung entsprechender Hochleistungs-Lager im so genannten „Musterbau“ des Schweinfurter Werks spielt die Geheimhaltung eine ebenso wichtige Rolle wie das dort gebündelte Ingenieurswissen. Denn hier entstehen nicht nur Sonderanfertigungen für die Scuderia Ferrari, sondern auch für viele andere Rennställe. Deshalb lassen sich die Racing-Experten von SKF nur ungern tiefer in die Karten gucken. Fest steht allerdings, dass sie sämtliche Register in Sachen „Materialkunde“ ziehen. Das gilt für spezielle Stahl-Legierungen und patentierte Aluminium-Werkstoffe ebenso wie für Hightech-Beschichtungen, Keramikkugeln oder auch Kunststoff-Käfige und Dichtungen. Alles zusammen trägt dazu bei, aus den Formel 1-Boliden selbst das letzte Quäntchen an Performance herauszukitzeln.
Weiterentwicklung im laufenden Betrieb
Da die Welt der Formel 1 aber niemals stillsteht, wird selbst während der laufenden Saison weiter optimiert: Auf Basis von Telemetriedaten analysiert die Scuderia Ferrari jedes noch so kleine Problem und erarbeitet zusammen mit SKF zusätzliche Verbesserungsmöglichkeiten. „Wir treffen uns wöchentlich mit unseren Ansprechpartnern bei SKF, um neue Lösungsansätze zu diskutieren“, berichtet Andrea Candelpergher. Dadurch entstehe ein kontinuierlicher Zyklus aus Entwicklung, Test, praktischem Einsatz, Feedback und Modifikation. Und dabei seien die vielen persönlichen Beziehungen, die mittlerweile zwischen den Partnern gewachsen seien, sehr hilfreich: „Wir denken einfach auf derselben Wellenlänge.“ Umso dankbarer zeigt sich Cendelperghers Pendant bei SKF: „Dass wir von der Scuderia Ferrari schon fast als Teil des Teams wahrgenommen werden, ehrt uns wirklich sehr“, meint Andrea Rifici, „schließlich zeugt das von einem Höchstmaß an Vertrauen!“
Damit bestätigen die beiden Ingenieure zum 70. Jubiläum dieser Partnerschaft im Grunde genau das, was Enzo Ferrari bereits vor vielen Jahrzehnten ahnte: „Der menschliche Faktor könnte ebenfalls eine Erklärung dafür sein, dass unsere Zusammenarbeit schon so lange so gut funktioniert!“
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