Scorpions 2011 in Schweinfurt – Das schrieb die Presse damals: Scorpions begeisterten 15.000 Fans im Willy-Sachs-Stadion im Rahmen ihrer Abschiedstournee – Harte Rocknummern und eingängige Balladen

  Schweinfurt, 20. 7. 2011: (red). Nun hat auch Schweinfurt Abschied nehmen dürfen von den Scorpions. 15.000 waren in etwa gekommen um die im Rahmen ihrer über zweijährigen Abschiedstournee noch einmal vor allem in kleineren Städten auftretenden Hannoveraner zu sehen.Das Willy-Sachs-Stadion sollte sich dabei als eine gute Wahl heraus stellen, denn die ganz großen Arenen des Landes wären wohl nicht annähernd gefüllt gewesen. Selbst das Schweinfurter Konzert hätte noch ein paar tausend Besucher mehr vertragen, doch so blieb im hinteren Teil des nicht abgedeckten Rasenspielfeldes genügend Platz um Picknicks zu veranstalten.
Nicht selten waren ganze Familien zum Konzert gekommen, denn jüngeres bzw. jugendliches Publikum befand sich zumeist im Schlepptau von Vater und Mutter, die dem Nachwuchs noch einmal zeigen wollten, wie früher gerockt wurde.
Einen entsprechend ruhigen Abend hatten die medizinischen Hilfsdienste. Die bereit stehenden Krankenwagen kamen nicht zu Einsatz und neben einigen wenigen kreislaufbedingten Hilfsleistungen war fast nichts zu tun.
Dabei war die Musik alles andere als ruhig. Gut abgemischt und nicht zu laut hätte sie schon zu einigen gewagten Bewegungen verleiten können. Schon die Eröffnungsnummer „Sting in the tail“ war ein echter Dampfhammer und dieses Stück aus der neuesten gleichnamigen CD bewies, dass die Scorpions zum Abschluss sich wieder auf ihre Wurzeln besonnen haben. Mit „Bad Boys Running Wild“ und „The Zoo“ wurde die Stimmung weiter angeheizt, balladenreich sollte erst eher gegen Ende werden.
Nicht zuviel versprochen hatte Sänger Klaus Meine, bei der Verkündung ihres Abschiedsprojektes, dass es ein energievoller Abgang werden wird. Seine Stimme ist immer noch glasklar von der ersten bis zur letzten Sekunde. Rudolf Schenker ist ein Perfektionist an der Gitarre mit Charisma und Matthias Jabs lächelt freundlich ins Publikum und sucht den Blickkontakt mit seinen Fans. Das Kerntrio aus den höchst erfolgreichen 80er Jahren hat sich schon vor Jahren mit Bassist Pawel Maciwoda und Schlagzeuger James Kottak jüngere Kollegen an Bord geholt, die sich das Scorpions-Prinzip inzwischen so einverleibt haben, als wären sie schon immer dabei gewesen. Jenes Prinzip, das noch aus den 60er Jahren stammte, als englischsprachige Songs verpönt waren und die damaligen Hits alle erst mit einer deutschen Version versehen wurden. Schenker und Meine hatten sich dagegen aufgelehnt und erst recht ihrer Kompositionen auf englisch geschrieben. Es ist aber eben auch ein Prinzip aus einer völlig anderen Zeit und die Scorpions taten deswegen gut daran, sich jetzt zu verabschieden. Nur so bleibt ihnen das Schicksal vieler namhafter Bands erspart, die heute nur noch wenige hundert Besucher in Insider-Clubs und Turnhallen ziehen.
Mit Edguy hatten sich die Norddeutschen eine befreundete Band aus Fulda als Vorgruppe auserkoren, die sie schon des öfteren begleitet hatten. Mit eingängigen Heavy-Metal-Nummern bereiteten sie das Feld für einen bemerkenswerten Abend.
Trotzdem blieb das Publikum so gut wie stumm, als die Scorpions sich um 21.45 Uhr nach eineinhalb Stunden offiziell verabschiedet hatten. Es war aber auch zu offensichtlich, dass sie ohne die obligatorischen Zugabe-Rufe noch einmal zurück kommen würden, hatten sie doch ihre erfolgreichsten Hits wie „Wind of Change“, „Rock You Like A Hurricane“ oder „Always Somewhere“ noch gar nicht gespielt.
Da haben dann viele schon den Heimweg angetreten, um dem anschließenden Verkehrschaos zu entgehen. Die vielen mitgebrachten Jäckchen hätten hingegen in den Autos gelassen werden können. Die Nacht war mild und rechtzeitig zum abschließenden Feuerwerk hereingebrochen. Dieses erlebte die Band selber nicht mehr mit. Sie entschwand sofort in die am Marathon-Tor wartenden Limousinen. Schließlich stand tags darauf in Bielefeld ein weiteres Konzert an.
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