Runder Tisch zu den Suedlink-Plänen – Erdverkabelung hat viel Dampf aus der Diskussion genommen – Grafenrheinfeld soll keine Stromdrehscheibe werden

Werneck (red). Nachdem die Übertragungsnetzbetreiber TenneT und TransnetBW einen Untersuchungsraum mit möglichen Erdkabelkorridoren für das Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Projekt „SuedLink“ der Öffentlichkeit vorgestellt haben, ist nun die Diskussion um die Feinabstimmung in Gang gekommen.
Der Dialog mit den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern, den Kommunen sowie Bürgerinitiativen wurde zuletzt beim „runden Tisch“ in Werneck fortgesetzt. Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber hat diese Diskussionsrunden in ihrem Wahlkreis eingerichtet, um eine enge Abstimmung mit allen Beteiligten zu erreichen.
Ministerialrat Dr.-Ing. Martin Elsberger aus dem Bayerischen Staatsministerium und Dr. Christoph Thiel vom Übertragungsnetzbetreiber TenneT informierten zunächst über die vorgeschlagenen Trassenkorridore, über die Möglichkeit der Öffentlichkeitsbeteiligung sowie die weiteren Planungsschritte für das Projekt „SuedLink“ informieren.
Aufgabenstelllung ist eine Großstromleitung von den windenergiereichen Gebieten im Norden der Republik in die energieintensiven Bereiche im Süden zu verlegen. Um die bereits vorhandene Netzstruktur des ehemaligen Kernkraftwerkes Grafenrheinfeld nutzen zu können muss ein Strang dieser Trasse hier münden. Die Suedlink-Trasse wird dann fortgeführt bis an ihren Endpunkt in Großgartach bei Heilbronn.
Ergebnisoffen stehen derzeit zwei Trassen zur Wahl. Deren Verlauf ist mit einem ein Kilometer breiten Korridor bereits festgelegt und im Internet einsehbar. innerhalb dieser Korridore ist dann der endgültige Verlauf festzulegen. Bis dahin wird noch eifrig an runden Tischen diskutiert werden.
Während eine Variante einen Verlauf zwischen Bad Brückenau und dem Sinngrund in Richtung Arnstein vorsieht, würde sich die Alternative weitgehend von Thürigen kommend direkt an der A 71 entlang ziehen.
In einem Statement gegenüber der Presse erläuterte Anja Weisgerber, dass es für sie keinen Favoriten gebe. Sie sei zunächst einmal froh, dass die Erdverkabelung durchgängig durchgesetzt werden konnte. Damit sei viel Sprengstoff aus der Diskussion genommen worden, sodass man sich nun sachorientiert über die Feinheiten austauschen könne.
Hart will sie allerdings im Punkt Entlastung des Netzknotenpunktes Grafenrheinfeld bleiben. An dieser bereits beschlossenen Vereinbarung der Koalitionsspitzen werde sie nicht rütteln lassen. Im schlimmsten Fall würde ein Drittel des gesamten Stromverbrauchs in Grafenrheinfeld „verwaltet“ werden, was schon allein aus sicherheitstechnischen Gesichtspunkten ein Horror wäre. Dem pflichteten auch Wipfelds Bürgermeister Tobias Blesch und Schwanfelds Bürgermeister Richard Köth bei, die eine Weiterführung durch den südlichen Landkreis Schweinfurt vehement ablehnen.
Seitens des Bauernverbandes und der fränkischen Weinwirtschaft wird eine Verschlechterung der Bodenqualität befürchtet. Auch die einmalige Entschädigung wird als zu gering angesehen. Lieber wären den Betroffenen eine jährliche Pachtentschädigung, ähnlich wie bei Windrädern. Dem erteilte Christoph Thiel aber schon allein ais Kostengründen eine Absage. Dies ei auch nicht vermittelbar, weil Ackerflächen in den meisten Fällen wieder uneingeschränkt genutzt werden können.
In dieser ersten Anhörungsphase können sich Bürger noch bis zum 29. November zu Wort melden.
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