Repräsentanten der guten Laune

Noch bis Montag läuft das Schweinfurter Volksfest und wenn sich der Rummel mit dem Abschlussfeuerwerk gegen 22.30 Uhr verabschiedet, dann kann auch Mario Keding einige Tage ausspannen, ehe es auf demWürzburger Kiliani-Fest weiter geht.
"Das sind immer nur einige Tage unter der Woche, aber von März bis Oktober ist nun mal die Hauptzeit für Volksfeste“, sagt der 48-jährige, der in dieser Zeit seinen Lebensunterhalt verdienen muss. Elf bis 17 Tage ist der dann auf Tour, meistens für den Festzeltbetrieb Hahn, der auch in Schweinfurt und Würzburg die Gastronomie übernimmt. Daneben sind es noch einige andere Festzeltbetreiber, die ihn mieten. Über die Wintermonate ist dann Zeit für den Burghaslacher mit seiner Frau auf ausgedehnte Reisen zu gehen. „Mit Vorliebe nach Asien“, verrät er. Während andere Kollegen nicht selten in den Skigebieten oder auf Weihnachtsmärkten anheuern, verbringt er diese Zeit lieber mit der Familie. Auftakt ist alljährlich mit den Frühlingsfest in Würzburg, Abschluss auf dem Bremer Freimarkt. Dort hat er auch schon mal die Bundesligaprofis von Werder Bremen bedient. Oder auf dem Oktoberfest kam einmal Schlagersänger Jürgen Drews zu ihm in den Servicebereich, „weil er einfach in Ruhe essen wollte“.
Doch ansonsten verlaufen die Feste eher unspektakulär. „Es ist wichtig mit guter Laune Freude zu bereiten, das mögen die Menschen“ erklärt Mario Keding sein Erfolgsrezept. Ärger gibt es nur noch sehr selten. Die einst berüchtigten Kirchweihschlägereien seien inzwischen ein Relikt aus längst vergangener Zeit. Auch die Zahl der Volltrunkenheiten sei seit Jahren rückläufig. „Die Menschen trinken nicht mehr soviel“, ist dabei eine grundsätzliche Erkenntnis. Das dem Schweinfurter nachgesagte zurückhaltende Wesen kann der Oberpfälzer nur bestätigen. Während es anderenortes schon Bierzelte gebe, wo das Publikum bis in die letzten Reihen auf den Bänken stehe, schaffen es in Schweinfurt gerade mal die vorderen Bänke direkt vor der Musik. Dafür werde in Schweinfurt das Volksfest gerne von Familien besucht, sodass auch die Festzeltfamilie Hahn immer wieder gerne hierher kommt.
Küchenchef Philipp Keller verrät, dass extra für die Schweinfurter der derzeitige Pulled-Pork-Trend auf das hier so beliebte Schäufele übertragen worden ist. Hier gibt es erstmals die Eigenkreation „Pulled-Schäufele-Burger“. Außerdem wurde die gesamte Küche modernisiert, denn alle Produkte werden vor Ort zubereitet. „Sogar die Knochen für die Soßen kochen wir hier aus – ohne Glutamat“, erklärt der Küchenchef Detailarbeit. Aber auch das Gemüse, Rettich oder Radieschen werden hier vor Ort bei andwirtschaftlichen Betrieben geordert. Daneben ist es inzwischen ein recht ordentliches Angebot an vegetarischen Speisen und auch glutenfreie Kost, die auf den Speisenkarten steht.
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