Regierung von Unterfranken richtet in Schweinfurter Erstaufnahmeeinrichtung besonders geschützte Räume für Frauen und Kinder ein

(Foto: Regierung von Unterfranken)
Würzburg (ruf) – In Flüchtlingsunterkünften gelten Kinder, Jugendliche und Frauen generell als besonders schutzbedürftig, da sie sich weniger gut wehren können und häufiger als po-tentielle Opfer von Gewalt ausgemacht werden. Um deren Schutz und Betreuung zu verbes-sern, hat das Bundesfamilienministerium zusammen mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen eine Schutzinitiative gestartet. Die Regierung von Unterfranken hat mit der Auf-nahmeeinrichtung Schweinfurt die Möglichkeit einer Teilnahme an der Bundesinitiative wahrgenommen, sodass der Einrichtungsleitung in Schweinfurt nunmehr seit Juli 2017 eine aus Bundesmitteln finanzierte Gewaltschutzkoordinatorin als Konsultationspartnerin zur Ver-fügung steht.In diesem Rahmen konnten bereits erste wichtige Ergebnisse erzielt werden. So ist zum 12. März 2018 ein für die Aufnahmeeinrichtung Schweinfurt maßgeschneidertes Schutzkonzept in Kraft getreten. Das Konzept, welches in Abstimmung mit relevanten Akteuren wie Polizei, Jugendamt, Sicherheitsdienst und Flüchtlings- und Integrationsberatung erarbeitet wurde und nun sukzessive umgesetzt wird, sieht Schutzmaßnahmen in unterschiedlichen Berei-chen vor. Hierzu gehören z.B. die Inbetriebnahme eines durch den Sicherheitsdienst der Liegenschaft bewachten Frauenhauses, in dem ausschließlich allreinreisende Frauen und Mütter mit ihren Kindern untergebracht werden, und Informationsveranstaltungen für Bewoh-nerinnen und Bewohner zu gewaltschutzrelevanten Themen wie Frauenrechte und das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung oder Frauengesundheit. Darüber hinaus nehmen Mit-arbeiter der auf der Liegenschaft tätigen Stellen und Behörden an Schulungen zur Umset-zung des Schutzkonzeptes teil. Hierbei werden u.a. Kenntnisse zu unterschiedlichen Er-scheinungsformen von Gewalt und zum Umgang mit von Gewalt betroffenen Bewohnern vermittelt.
In der Aufnahmeeinrichtung Schweinfurt wurden vergangenes Jahr rund 270 Kinder mit ihren Familien und 360 allreinreisende Frauen für den jeweils ersten Abschnitt des Asylverfahrens aufgenommen. Vergleichbare Schutzkonzepte werden derzeit durch die Regierung von Un-terfranken mit Hilfe der Gewaltschutzkoordinatorin auch in drei großen Gemeinschaftsunter-künften des Regierungsbezirks in Aschaffenburg, Kitzingen und Würzburg erarbeitet.
Weitere Informationen zur Bundesinitiative "Schutz von geflüchteten Menschen in Flücht-lingsunterkünften" finden Sie auf der Internetseite http://www.gewaltschutz-gu.de/die_initiative/.
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