„Raus aus dem Euro!“ ist kein Thema mehr – Bernd Luckes Euro-kritische Nachfolgeparte LKR hielt Bundesparteitag in Schweinfurt

Parteitag in der Stadthalle (Foto: Foto: LKR/ Tsomakaeva)
Es hört sich zunächst unspektakulär an, wenn die LKR einen Bundesparteitag in Schweinfurt abhält. Doch es steckt jede Menge Brisanz dahinter. LKR heißt Liberal-konservative Reformer. Und hinter diesen liberal-konservativen Reformern steht mit Prof. Bernd Lucke der wohl bekannteste Euro-Kritiker Deutschlands. Er hatte sich im Streit um die Flüchtlingspolitik 2015 von der Alternative für Deutschland (AfD) getrennt, deren Mitbegründer er 2013 war. Lucke stammt eigentlich aus dem CDU-Lager bei der er 33 Jahre lang Mitglied war. Diese verließ er 2011 im Zuge der seiner Meinung nach verfehlten Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung. Auch bei den Freien Wählern, denen er dann bis 2013 angehörte, sah er seine Worte nicht entsprechend gewürdigt, weshalb es zur Gründung der AfD kam.
Doch auch mit der AfD kam es zum Bruch, die für Lucke in einigen Fragen zu weit rechts stand. 2015 gründete Lucke deshalb die Partei ALFA, was für Allianz für Aufbruch und Fortschritt stehen sollte. Nach einem Urheberrechtsstreit um die Namensgebung musste die Partei sich jedoch umbenennen und heißt jetzt LKR.
Auch diese Partei sieht die Flüchtlingspolitik durchaus kritisch, spricht jedoch von einer „atmenden Obergrenze“. Beim Bundesparteitag stand jedoch wieder Luckes Liebslingsthema im Vordergrund. Der Euro. Er und Parteivorsitzender Bernd Kölmel – beide auch Miglieder im Europaparlament – hielten Referate zur Zukunft des Euros. Kölmel sprach sich dafür aus, dass die Partei ihre Kernaussage schärfen müsse: „Die sogenannte Euro-Rettungs-Politik begann als angeblich einmalige Rettungsaktion. Inzwischen müssen die Rettungs-Pakete nummeriert werden, um noch den Überblick zu behalten. Allein die Nullzinspolitik hat die Deutschen über 400 Milliarden Euro gekostet. Das sind 5000 Euro pro Bürger“.
An der regen Diskussion beteiligte sich auch Ökonomen Prof. Joachim Starbatty: „Die Realität ist, dass es den Euro überhaupt nur deshalb noch gibt, weil seit Jahren permanent Rechtsbrüche begangen werden und darüber ein Schweigekartell herrscht. Deshalb müssen wir da raus!“ Bernd Lucke: „Wir kämpfen entschieden gegen diese immer hemmungsloser um sich greifende Haftungs-Vergemeinschaftung.“
Der Ausstieg aus dem Euro scheint indessen kein Thema mehr für Bernd Lucke und seine neue Partei zu sein. Mit überwältigender Mehrheit wurde als Hauptforderung der Partei „raus aus der Euro-Haftung“ beschlossen. Will heißen, dass die LKR mit dem Verbleib Deutschlands in der Euro-Zone durchaus leben kann, aber keine Haftung für die Schäden durch andere Länder und deren Verstöße übernehmen will. Nicht der Euro an sich sei das Problem, sondern die Transfer-Union.
Zusätzlich hat der Parteitag über einen Namenszusatz diskutiert und dabei „Die Eurokritiker“ festgelegt. Schließlich hat die Partei ihren Vorstand um zwei Personen erweitert. Gewählt wurden Dirk Kosse aus Nordrhein-Westfalen und Matthias Anschütz aus Thüringen.
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