Polizei warnt Hundehalter – Gerissenes Reh in Zeller Flur – Tatbestand der Wilderei

(Foto: Polizei)
Am 23.04.18 kam der zuständige Jagdpächter des Jagdbogens Zell zur Polizeiinspektion Schweinfurt und teilte mit, dass er ein grausam gerissenes Schmalreh auf einer Wiese aufgefunden habe. Die vom Mitteiler gemachten Lichtbilder des gerissenen Rehes wiesen klare Spuren eines oder mehrerer Hunde auf, die das Reh offenbar zu Tode hetzten und rissen. Um das tote Reh waren deutliche Kampfspuren zu sehen, die die Grausamkeit eines solchen Risses verdeutlichen. Von dem oder der Hundehalter/in im aktuellen Fall fehlt bislang jede Spur.
Die Naturschützer, Jäger und auch die Polizei appellieren erneut an die Hundehalter, ihre Hunde im Wald nicht von der Leine zu lassen und generell ihren Hund im Griff zu halten. Die Setzzeit der Rehkitze steht kurz bevor. Die schutzlosen Kitze werden unter anderem in Wiesen von der Mutter abgelegt und sind die ersten Tage nicht fähig zu fliehen oder sich gegen Feinde zur Wehr zu setzen. Sie stellen daher eine leichte Beute für freilaufende Hunde dar. Zudem wird durch frei laufende Hunde das Wild in den Schonzeiten unnötig beunruhigt und verschreckt. Es benötigt in der Schonzeit Ruhe und einen Rückzugsraum. Dieser wird immer mehr durch rücksichtslose oder unwissende Hundehalter nachhaltig gestört. Gerade solche Hundebesitzer, die die Ungefährlichkeit ihres Hundes beschwören, irren. Jeder Hund jagt. Der eine mehr, der andere weniger. Besonders im Rudel wird die Natur des Hundes aktiviert. Die Rehe und andere Wildtiere werden durch die „angewolften“ Verhaltensweisen - auch nicht jagdlich ausgebildeter Hunde - auf grausamste Art und Weise zu Tode gehetzt.
Daher nochmals der Appell an alle Hundehalter, ihre Hunde an der Leine zu führen. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass durchaus der Tatbestand der Wilderei (Straftatbestand) erfüllt sein kann, wenn der Hundehalter sich vorschriftswidrig oder in der speziellen Situation bedingt vorsätzlich verhält. Das heißt, wenn man nachweisen kann, das der Hund schon einmal ein Wildtier gerissen hat und der Halter davon weiß, kann der Tatbestand der Wilderei beim zweiten Mal erfüllt sein. Zudem ist der Hundehalter im Falle eines Risses zum Schadensersatz nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch gegenüber dem zuständigen Jäger verpflichtet. Der „Sachschaden“ der beim Riss eines Rehes entsteht, wird mit ca. 100 Euro benannt (je nach Größe und Geschlecht des Rehes).
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