Polizei stellt ihren Katalog mit den künftigen Verkehrssicherungsmaßnahmen vor

(Foto: HDI Versicherung)
Schweinfurt (red). Im bestehenden Verkehrssicherheitsprogramm 2020 des Bayerischen Staatsministeriums des Innern mit dem Titel „Bayern mobil – Sicher ans Ziel“ sind als Ziele eine Reduzierung der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle sowie eine Senkung der Anzahl der Verkehrsunfälle mit Getöteten um 30 % festgeschrieben.
Hauptunfallursachen für schwere Verkehrsunfälle sind nach wie vor nicht angepasste bzw. überhöhte Geschwindigkeit, die Nichtbeachtung der Vorfahrt und des Vorrangs sowie Fehler beim Wenden, Abbiegen und Rückwärtsfahren.
Aber auch Alkohol- und Drogenkonsum im Straßenverkehr sind oft die Ursache für folgenschwere Verkehrsunfälle. Die Polizei verweist auf ihre gezielten Verkehrsüberwachungsmaßnahmen zur Bekämpfung der Hauptunfallursachen.
Neben Laser- und Radarüberwachung zur Geschwindigkeitseindämmung sind es auch Alkohol- und Drogentests, die zur Schadensbekämpfung durchgeführt werden. Daneben wird Augenmerk auf Gurt- und Kindersicherung, aber auch die Helmpflicht und missbräuchlicher Handybenutzung gelegt.
1230 (1085) Gurtmuffel wurden im vergangenen Jahr von der Polizei mit einem Verwarnungsgeld von 30 Euro verwarnt. Dass das Benutzen des Mobiltelefons während der Fahrt die Aufmerksamkeit des Fahrers ablenkt und das Unfallrisiko erhöht, ist zwar hinreichend bekannt, dennoch werden immer wieder Autofahrer beim Telefonieren mit oder Schreiben auf dem Smartphone erwischt und angezeigt. 1002 (738) erhielten eine Bußgeldanzeige von 60,- Euro plus 28,50 Euro Gebühren und Auslagen. Weil diese Unart immer mehr schwere Unfälle nach sich zieht, soll der mißbräuchlichen Handy- und Smartphonenutzung künftig noch mehr Augenmerk geschenkt werden. Der Gesetzgeber denkt außerdem über eine Bußgelderhöhung nach.
Überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit ist bei den schweren Verkehrsunfällen bereits seit Jahren die Unfallursache Nummer 1. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass eine Senkung der Durchschnittsgeschwindigkeit um ein km/h zu einer Reduzierung der Unfälle um vier Prozent führt. Daneben handelt es sich beim Geschwindigkeitsverhalten um eine der wenigen Verhaltensweisen von Autofahrern, bei denen ein konsistenter Zusammenhang von Durchschnittsgeschwindigkeit und Anzahl an Verkehrsunfälle als nachgewiesen gilt.
Bei der Überwachung der Unfallursache -Nicht angepasste Geschwindigkeit- setzt die Polizei weiterhin auf die konsequente Umsetzung des „Laserkonzeptes“. Das heißt, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche muss der Verkehrsteilnehmer damit rechnen, im Rahmen einer Geschwindigkeitskontrolle von der Polizei gemessen zu werden.
Gemeinsam mit der Verkehrspolizeiinspektion Schweinfurt-Werneck wurden bei 995 Messungen mit über 10.000 Messstunden knapp 350.000 Fahrzeuge gemessen. Hiervon waren knapp drei Prozent zu schnell unterwegs. Insgesamt mussten 247 Personen wegen Geschwindigkeitsüberschreitung ein Fahrverbot von mindestens einem Monat antreten.
Ein weiteres Ziel ist die Senkung der Unfälle mit verletzten oder getöteten Motorradfahrern. Hierzu entwickelte das Polizeipräsidium Unterfranken neben den Verkehrsüberwachungsmaßnahmen eine eigene Präventionskampagne unter dem Motto „Es liegt an Dir…“. Diese soll ausdrücklich an die Eigenverantwortung der Kradfahrer appellieren, da in den vergangenen Jahren 2/3 der getöteten Motorradfahrer in Unterfranken selbst für den Unfall verantwortlich war.
Speziell an bekannten Unfallhäufungsstellen mit Radfahrern werden weiterhin vermehrt Kontrollen erfolgen, damit die Radfahrer auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden und sie sich an die Verkehrsvorschriften halten. Viele Radfahrer wissen gar nicht, dass der links verlaufende Radweg und die Gehwege nur dann von Radfahrern benutzt werden dürfen, wenn diese Wege mit entsprechenden Verkehrszeichen freigegeben worden sind.
Nicht nachlassen wird die Schweinfurter Polizei auch im Jahr 2017 bei ihrer Arbeit, wenn es darum geht, die Jüngsten mit den Gefahren im Straßenverkehr vertraut zu machen. In diesem Bereich leisten die Verkehrserzieher bereits seit Jahren wertvolle Arbeit in Kindergärten und Schulen. Aber auch die Betreuung und Ausbildung der nahezu 500 Schulweghelfer in Stadt und Landkreis gehören zum Aufgabenspektrum der Verkehrserzieher.
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