Politik braucht Frauen – 2. Aktionstag in Würzburg mit Teilnehmerinnen aus dem Landkreis Schweinfurt

Die unterfränkischen Gleichstellungsbeauftragten veranstalteten zum zweiten Mal in Würzburg den Aktionstag „Politik braucht Frauen“. Mitorganisatorin aus dem Landkreis Schweinfurt war Ute Suckfüll (5. von links) (Foto: Barbara Schweinfest, Haßfurt)
Zum zweiten Mal haben die unterfränkischen Gleichstellungsstellen den interkommunalen Aktionstag „Politik braucht Frauen“ in Würzburg organisiert. Unter den insgesamt rund 100 Frauen aus ganz Unterfranken war auch der Landkreis Schweinfurt gut vertreten. Mitorganisatorin Ute Suckfüll, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Schweinfurt, konnte neun Frauen aus fünf Gemeinden aus dem Landkreis bei der Veranstaltung begrüßen.

Im Einzelnen waren dies: Ingrid Berlein-Morawe, Uschi Büttner und Anita Krämer (alle Bergrheinfeld), Silke Christ-Stock und Ursula Weidinger (beide Grafenrheinfeld), Petra Johanni (Röthlein), Helga Jurisch und Anna Krause (beide Sennfeld) und Annemarie Schuler (Geldersheim).

„Die Kommunalpolitik im Landkreis Schweinfurt könnte zwar durchaus noch deutlich mehr Frauen vertragen, aber die erneute Teilnahme aus dem Landkreis an dem Aktionstag zeigt wieder einmal, dass wir hier sehr engagierte Frauen haben“, so Suckfüll. Das bescheinigte Manuela Müller von der europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF) aus Berlin auch der gesamten Veranstaltung. Dass so viele politisch aktive Frauen zu einem solchen Treffen zusammen kommen, habe sie bisher selten erlebt.

Müller beschäftigte sich in ihrem Referat mit dem Thema Netzwerken. Sie klärte auf, woran man Netzwerke erkennt, die (politisch) gut für einen selbst sind, was diese gut macht und was wiederum andere zum Scheitern bringt. Zuvor hatten die Teilnehmerinnen sich mithilfe des Stilmittels Fastnetworking (ähnlich des Speeddatings) untereinander bereits mit einigen Aspekten des Themas beschäftigt.

Den Finger in die Wunde gelegt, hatte schon bei der Begrüßung Marion Schäfer-Blake, Bürgermeisterin von Würzburg. Seit den 1990er Jahren, berichtete sie, stagnierten die Zahlen der Frauen in kommunalpolitischen Gremien, bei etwa 25 Prozent „Und das, obwohl die Wahllisten teilweise paritätisch besetzt werden.“ Angesichts eines Bevölkerungsanteils von 50,7 Prozent Frauen, sei daher nach wie vor die große Frage, „wie kann eine entsprechende Abbildung dessen in den politischen Mandaten gelingen“.

Die Zeichen dafür seien gut, erläuterte Hildegund Rüger, Präsidentin des bayerischen Landesfrauenrates, nach einem kurzen historischen Abriss über die Entwicklung des überkonfessionellen und überparteilichen Frauenrates. Angesichts des Fachkräftemangels und der demografischen Entwicklung könne man heute auf Einsatz und Mitarbeit von Frauen in allen Bereichen nicht mehr verzichten, glücklicherweise. „Nur gleichberechtigte Teilhabe“, so Rüger, „führt zu gleichberechtigter Gesellschaft.“

Konkret wurde es am Nachmittag mit drei praktischen Kurz-Workshops. Unter Anleitung von Hiltrud Höreth, Gleichstellungsbeauftragte Aschaffenburg, packten die Frauen ihren politischen Koffer. Von den politischen Erfolgen anderer lernen, war das Motto bei Ute Suckfüll (Landkreis Schweinfurt) und Gabriele Rottmann-Heidenreich (Landkreis Würzburg).
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