Oh Mann!

Adb Elsalam Hammoud

Heute im Interview: Adb Elsalam Hammoud, anerkannter Flüchtling
aus Syrien mit mobilem vegetarischem/veganen
Imbiss „Mr. Hammoud“ am Marktplatz

Herr Hammoud, was hat Sie dazu bewogen ein Geschäft mit typisch syrischen Speisen zu eröffnen?

Ich habe viele Bewerbungen geschrieben, um in meinem Beruf eine Arbeit zu finden. Leider ist mir das nicht gelungen. Es ist mir aufgefallen, dass es ein großes Angebot an Essen in Schweinfurt gibt, für Vegetarier das Angebot allerdings knapp ist. Die syrische Küche hat viele vegetarische Gerichte und ich bereite alles nach Familienrezepten selbst frisch zu. Mittlerweile habe ich schon viele Stammkunden und freue mich immer über neue Gäste.

Wie schwer war es die behördliche Genehmigung zu bekommen, bzw. was hat Sie für Anforderungen erfüllen müssen?

Es war schwer, alle Anforderungen zu erfüllen und die Genehmigung zu bekommen. Es sind so viele Behörden und Ämter beteiligt, man weiß gar nicht, an wen man sich alles wenden muss. Und dann noch die deutsche Buchhaltung. Aber durch viel Eigeninitiative und große Unterstützung von meinen deutschen Freunden, meiner Familie, der Stelle „Gern daheim in Schweinfurt“ und dem Jobcenter habe ich es dann doch geschafft, mein Geschäft zu eröffnen.Wo stammen Sie ursprünglich her und als was haben Sie in ihrer Heimat gearbeitet?
Ich komme aus der syrischen Hauptstadt Damaskus. Dort war ich selbständig mit einem eigenen Studio als Kameramann, Videoproduzent und Fotograf.

Wie sind ihre Eindrücke von Deutschland, haben sich ihre Erwartungen erfüllt?

In Deutschland habe ich und auch meine Frau mit den Kindern nach dem Erlernen der deutschen Sprache gute Freunde gefunden. Wir haben bisher sehr nette und hilfsbereite Menschen getroffen. Natürlich hatte ich die Hoffnung in meinem Beruf arbeiten zu können, aber ich bin mit meiner Arbeit jetzt zufrieden. Die Entwicklung läuft etwas langsamer als geplant, drei feste Tage am Marktplatz sind mir noch zu wenig. Und so versuche ich, bei den vielen Festen in Schweinfurt und Umgebung meine Spezialitäten anbieten zu dürfen. Wer also bei seinem Vereinsfest etwas Vegetarisches anbieten möchte, ich komme gerne mit meinem Wagen, ihr findet mich bei Facebook unter Mr. Hammoud.


Was wünschen Sie sich für ihre Zukunft, was könnte für ehrgeizige Flüchtlinge, die ein Geschäft eröffnen möchten verbessert, werden?


Der größte Wunsch ist es, dauerhaft meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Wir wurden in Deutschland gut aufgenommen, darüber sind wir sehr dankbar und möchten gerne etwas zurückgeben. Flüchtlingen, die ein Geschäft eröffnen möchten, würde vielleicht ein Basisseminar in einfacher Sprache helfen, bei dem man das deutsche System kennenlernen kann. Die IHK bietet Existenzgründerseminare an, aber für Leute, die erst Deutsch gelernt haben, ist die Sprache zu fachspezifisch. Aber ich denke am meisten hilft es, deutsche Freunde zu haben, die einen auf dem Weg begleiten. Ich hatte dieses Glück und möchte mich bei allen bedanken, die mich unterstützt haben und noch unterstützen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.