Oh Mann!

Erwin Sternadl (Foto: Foto: Privat)

Heute im Interview: Erwin Sternadl, Diplomhistoriker,
Sprachspezialist, Nachhilfelehrer und Latein-Experte aus Bamberg



Herr Sternadl, Sie gehen bei der Unterrichtsgebung neue Wege, in dem sie gar keine Schule im eigentlichen Sinn führen, sondern zu ihren Schülern kommen. Welche Vorteile bietet das?

Richtig, zunächst gibt es ein Telefonat, dann kann man am besten besprechen, wie man das weitere Vorgehen gestaltet. Außerdem ist das Telefon soundso ein wichtiges Instrumentarium, denn ich gebe auch Nachhilfe übers Telefon. So ist zuletzt erst eine Verbindung zu einem Schüler aus Schweden entstanden. Manchmal gehe ich aber auch mit Schülern in Cafés. Das sind neutrale Orte, dort sind sie weniger befangen und durch die Geräuschkulisse können sie sich gleich an spätere Großraumbüros gewöhnen und lernen, sich besser zu konzentrieren.In Schweinfurt treffe ich mich gerne mit meinen Schülern im Cafe Ambiente. Wer Probleme hat, kann sich jederzeit bei mir melden, Tel.: 0951/203668.

Herr Sternadl, Sie versprechen, dass sie auch potenzielle Sechserschüler auf die Noten eins, zwei oder drei bringen können. Wie soll das gehen?

Ich erteile schon seit 30 Jahren Nachhilfe in Latein, da weiß man mit der Zeit schon, wo der Schuh am meisten drückt und wie man Abhilfe schafft. Ich kombiniere dabei alte und neue Methoden. Zum einen bespreche ich den aktuellen Stoff, zum anderen baue ich aber auch von unten auf und wiederhole alles von Anfang an, damit das Basiswissen sitzt. So bekommen meine Schüler jede Lektion in einzelnen Häppchen mundgerecht serviert. Aus einem Satz im Lateinbuch werden sieben bis acht in meinem Skript, das ich dann dem Kind oder Jugendlichen aushändige. Jede Verbform, jeder Fall werden darin in Klammern erklärt, geschichtlichen Hintergrund gibt es noch dazu. Und ich lasse hören, reden und laut vorlesen, die Sprache soll mit allen Sinnen begriffen werden.

Wie sind Sie selbst zum Nachhilfespezialisten geworden?

Ich habe an der Uni auch Theologie, Altgriechisch und Politikwissenschaft studiert. Später habe ich dann ein eigenes Verlagshaus gegründet, über das ich auch heute noch Sprachenposter und Bücher vertreibe. Zu Hause stehen bei mir in riesigen Regalen nicht nur die kompletten Lateinbücher sämtlicher Jahrgangsstufen, ich verfüge auch über eine gigantische Sammlung von Schulaufgaben. Über 10.000 Stück habe ich im Laufe der Jahre angehäuft, übersetzt und bearbeitet. Ist einer gerade bei Lektion sechs in der achten Klasse, bespreche ich mit ihm alle Schulaufgaben, die ich zu Lektion sechs der achten Jahrgangsstufe besitze und fertige Lösungen dafür an. Natürlich gehört auch Glück dazu, aber Schulaufgaben wiederholen sich teilweise wirklich und wenn nicht, ist der Schüler trotzdem perfekt vorbereitet.

Wie sind Sie an diese wirklich exorbitante Anzahl von Schulaufgaben gelangt?

Einen großen Teil an Prüfungstexten bekam ich von einem Gymnasium in Landau. Die haben mir aus ihrem Archiv 1000 Texte vermacht. Ansonsten erhalte ich diese über Lehrer und Schüler. In meinem Büro in Bamberg befinden sich allerdings nicht nur Bücher und Ordner, sondern auch Sprachposter, die ich selbst entworfen habe. Ich hatte selber kein überragendes Gedächtnis und habe vollstes Verständnis dafür, wenn sich Schüler etwas nicht merken können.

Wie kam es zu der Idee mit Sprachpostern?


Es ist das A und O zunächst einmal die Grundwortarten zu beherrschen. Nur etwa 100 Wörter beherrschen etwa zur Hälfte die Satzstruktur unserer täglichen Gespräche, kommen also ständig vor. Das Wortschatz-Poster mit den Grundvokabeln kann man sich überall hinhängen, wo man Zeit hat mal drauf zu schauen. Diese Poster gibt es mittlerweile auch für Französisch, Englisch, Spanisch und Italienisch. Zudem habe ich für Experten einen Stadtführer über Bamberg auf Latein geschrieben. Inzwischen bin ich zu Expertengremien, die die lateinische Sprache betreffen, in ganz Europa eingeladen.

Was machen Sie sonst, wenn Sie sich nicht gerade mit Sprachen beschäftigen?

Ich spiele gerne Schach. Bin dazu auch gerne in Schweinfurt um die Schweinfurter herauszufordern. Aber ich bin auch ein echter „60er“, also Fan vom TSV 1860 München. Einmal im Jahr reise ich außerdem zu einer Sonnenkur nach Israel.
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