Oh Mann!

(Foto: Foto: Veranstalter/privat)

Heute im Interview: Raoul Schoregge, Produzent des Chinesischen Nationalcircus zur neuen Show the grand HONGKONG Hotel, die am Donnerstag, 9. Februar in der Schweinfurter Stadthalle zu sehen sein wird


Herr Schoregge, Sie präsentieren mit Ihrem Ausnahmeensemble des Chinesischen Nationalcircus in Kürze ihre neue Show the grand HONGKONG Hotel. Worauf können die Zuschauer sich bei Ihrer Produktion freuen?
Der Chinesischen Nationalcircus steht auch wieder mit seiner Produktion the grand HONGKONG Hotel für hochkarätige Akrobatik und besondere Einblicke in die fremde Kultur Chinas. Hongkong war von Mitte des 19. bis zum Ende des letzten Jahrhunderts die britische Kronkolonie im südchinesischen Meer, umgeben von dem großen allgegenwärtigen Reich der Mitte. Ihrer jahrtausendealten Tradition verpflichtet und der neuen modernen Welt zugewandt, sucht sich Hongkong so seinen Platz im globalen Wettstreit der Metropolen. Diese spannungsgeladene Situation spiegelt sich auf der Bühne in einem alten viktorianischen Grandhotel wider. Das Ganze wird erzählt durch außergewöhnliche Akrobatik die immer wieder der Schwerkraft trotzt und so den Zuschauer in reinstes Staunen versetzt.

Sie verfolgen ihren eigenen Trend der letzten Jahre, dem Zuschauer den Einblick in eine fremde faszinierende Kultur zu erleichtern und ihn tief emotional zu berühren. Wodurch gelingt Ihnen das?
Ein authentischer Einblick in eine fremde Kultur kann nur durch die Menschen geschehen. Erst der Mensch, dann die Kultur. Mir liegt nicht daran die großen abstrakten Kollektive Chinas zu zeigen und emotionslose Akrobatiksoldaten zu präsentieren, die einfach nur Höchstleistung aneinanderreihen. Mich interessiert viel mehr dem Zuschauer Menschen zu zeigen, die eine Geschichte haben und ihr außergewöhnliches Können dazu benutzen um aus ihrer Heimat und Kultur zu erzählen.

Sie haben seit mehr als zwei Jahrzehnten ein begeistertes Millionenpublikum an Ihren wundervollen Produktionen teilhaben lassen. Was macht den Chinesischen Nationalcircus so einzigartig?
Im Mittelpunkt der chinesischen Akrobatik stehen der Mensch und alles das, was der Mensch mit seinem Körper und einfachen Requisiten des Alltages machen kann. So wird sehr schnell jedem Betrachter die Schwierigkeit deutlich, da der Vergleich mit eigenen Stärken und Schwächen auf der Hand liegt. Dies und die Tatsache, dass die fremde und so vielseitige chinesische Kultur eine große Faszination ausüben, machen unter anderem den Erfolg des CHINESISCHEN NATIONALCIRCUS aus.

Sie präsentieren den Zuschauern jedes Jahr eine komplett neue Show. Wie schaffen Sie es, diese immer wieder neu zu konzipieren?
Das frage ich mich auch oft und glauben Sie mir, es ist jedes Jahr wieder eine spannende Entwicklung, die wir hier im Team durchlaufen bis wieder eine neue Show das Licht der Welt erblickt. 5.000 Jahre Geschichte und eine 2.000-jährige Kulturform bieten allerdings immer wieder neue Anekdoten und neue Geschichten, die erzählt werden wollen.

In ihren Programmen treten außergewöhnliche und technisch brilliante Künstler aus Chinas Talentschmieden auf. Was sind die elementaren Grundlagen, die die Ausnahmeartisten des Chinesischen Nationalcircus bei ihrer Ausbildung lernen?
Eine der wesentlichen Grundlagen der chinesischen Akrobatik ist sicher die Einheit von Körper, Geist und Seele. Im Gegensatz zur westlichen Philosophie bringt diese Einheit auch eine höhere Identifikation mit dem was man tut mit sich. Daher ist es insbesondere auffällig, dass ein chinesischer Akrobat niemals einen Handstand macht, sondern immer der Handstand selber ist! In der Regel durchläuft ein Artist aus dem Reich der Mitte eine Ausbildung von zehn Jahren in der er alle verschiedenen Sparten der darstellenden Künste und der Kampfkunst erlernt.

Wie können Sie die unglaubliche Akrobatik der Artisten als Brücke zwischen den Kulturen nutzen?
Die puren und unglaublichen Versionen der Akrobatik Chinas erzeugen großes Staunen beim Betrachter. Staunen ist ein Phänomen, welches Wirkung zeigt durch alle Altersgruppen hindurch und in jeder sozialen Schicht. Sie haben die Möglichkeit Kinder wie Großeltern, Arbeiter wie Hochschulprofessoren damit zu beeindrucken, und deren ungeteilte Aufmerksamkeit zu bekommen.

Sie sind zu einer festen Größe im europäischen Kulturleben geworden. Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Etwas in den Köpfen der Zuschauer bewirken zu können und so an einem miteinander zwischen Menschen, Völkern und Kulturen mitzuwirken. Das hört sich nun pathetischer an als es ist. Es ist nur die Sehnsucht eines Clowns nach Harmonie, und der Anspruch des Produzenten mit seiner kleinen Arbeit die Welt zu verändern. Das gelingt nicht in großen Schritten, aber in vielen kleinen. Wie sagt noch ein altes chinesisches Sprichwort: Der Mann der den Berg weggeräumt hat, war derselbe der angefangen hatte vorher kleine Steine wegzuräumen.
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