Oh Mann!

(Foto: Foto: Veranstalter)

Heute im Interview: Gregory M. Kelly – Der Grammy Award Preisträger und Dirigent des beliebten New Yorker Chors „The best Of Harlem Gospel“, ist am Sonntag, 18. Dezember, in der St. Michael Kirche in Schweinfurt zu Gast.

Wer so singen und komponieren kann wie sie, muss den Gospel wohl mit der Muttermilch aufgesogen haben.
Mein Talent und meine Stimme betrachte ich als Gottgegeben, ich habe schon als kleiner Junge in unserer Gemeinde mitgesungen und mich für das Klavier- und Orgelspielen begeistert. Sicher fleißiges Üben gehörte auch noch dazu (lacht).

Was macht Gospel für sie aus?
Gospel ist für mich Kraft und Inspiration, Gospel trägt immer die Botschaft der Liebe in sich, Gospel stellt eine spirituelle Verbindung her und erzeugt in mir einen tiefen inneren Frieden.

Ihr neues Programm „Sing for love and Peace“ hat also diese Lebenserfahrung zum Inhalt?
Sicher, zur Liebe gehört aber wohl auch Selbsterkenntnis oder dass sie nie an ein egoistisches Bedürfnis geknüpft sein sollte. Liebe ist auch die Akzeptanz der eigenen Unzulänglichkeiten. Wenn man das erkannt hat kann man auch die Ambivalenz seiner Mitmenschen lieben lernen. Die Kraft der Liebe treibt mich schließlich auch auf die Bühne.

Gelingt es ihnen so die Sorgen des Alltäglichen einfach abzustreifen?
Vieles um uns im Alltag kann armselig und krank machen, Krisen oder Kriege, die Medien und der gesellschaftliche Leistungsdruck. Die barmherzige Botschaft des Gospel gibt mir eine Möglichkeit mich authentisch im Gesang mitzuteilen und so meinen inneren Frieden an meine Gemeinde und die Mitmenschen weiterzureichen.

Sind Europäer da etwas gehemmt? Immerhin gibt es große Unterschiede in der Kirchenmusik.
Nun wir wachsen in ganz verschiedenen Kulturkreisen auf. Die Wurzeln des Gospel gehen zurück in die Sklavenzeit und dieser Gesang war eine eigene Kommunikationsform. Der feste Glaube an Gott und das Vertrauen in eine bessere Zukunft, manifestierte sich so durch gesungene Gebete und die tiefe Freude am Leben. Wir Afroamerikaner rufen unsere Freude hinaus in die Welt, es gibt keine Fesseln mehr, seid frei und klatscht in die Hände, preiset den Herren.

Die moderne Popkultur wurde sehr durch die Gospel Musik inspiriert.
Ja sicher, die Wurzeln des Blues, Jazz, Rock, Soul oder Hip Hop liegen in der Gospelmusik und große Künstler wie Billie Holiday, Ray Charles, Aretha Franklin, Little Richards, Elvis Presley oder Tina Turner haben so unsere Popkultur maßgebend geprägt. Auch Beyonce oder Alicia Keys stammen aus Familien bei denen diese Wurzeln durch Eltern, Großeltern, Tanten und Onkels weiter vererbt wurden.

Was inspiriert sie wenn sie mit „The Best of Harlem Gospel“ wieder auf große Tournee gehen?
Zunächst liebe ich das, was ich tue und ich will lernen und mich im Leben weiterentwickeln. Die Menschenrechte sind mir in der heutigen Zeit ein großes Anliegen. Wir können würdevoll und liebevoll miteinander umgehen, wenn wir das wollen. Ich möchte unsere Zuhörer in den Konzerten dazu ermutigen sich von Ängsten und Vorurteilen zu befreien. Musik und Gesang können dabei helfen Gräben in unserer Gesellschaft zu überwinden. Deshalb werde ich solange ich kann gerne die frohe Botschaft bei unseren Konzerten weiter verbreiten. Karten für unser wundervolles Konzert sind erhältlich an den bek. VVK Stellen. Hotline 0931-60016000, Einlass ab 17 Uhr.
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