Neubau des Berufsbildungszentrum-Alfons-Goppel kostet 50 Mio. Euro – Der Haushaltsplan 2017 für den Landkreis

Im Bild von links: Landrat Florian Töpper, Finanzexperte Wolfgang Schraut, Beauftragte für Regionalmangement und der Hauptverwaltung Gabriele Frühwald, Beauftragter des Regionalmangements Ulfert Frey.
Schweinfurt (mg). Der Neubau des Berufsbildungszentrum-Alfons Goppel mit rund 50 Mio. Euro stellt die höchste finanzielle Herausforderung für den Landkreis dar. Dies machte Landrat Florian Töpper mit Kreiskämmerer Wolfgang Schraut bei einer Pressekonferenz deutlich. Im Ergebnishaushalt schlagen die Gemeinkosten mit 21,6 Millionen Euro als größter Posten zu buche. Insgesamt will der Landkreis in diesem Jahr 114 Mio. Euro umsetzen.
Abgedeckt sind damit insbesondere Personalkosten und infrastrukturelle Maßnahmen, aber auch Umlage in den Bezirk mit 18,6 Millionen Euro ist ein dicker Brocken. Für Schulen und Kultur werden insgesamt 13,1 Mio. ausgegeben, für soziales und Jugend 9,6 Mio. Euro. Zusammen mit den Posten Gestaltung und Umwelt 1,7 Mio. und Gesundheit 3,1 Mio. ergibt sich eine Summe von 68 Mio. Euro bei der Verwendung der Nettomittel. Vor Allem auf die mit 2,5 Mio. teuere Sanierung der Tiefgarage des Landratsamt wurde hingewiesen.
Ulfert Frey, Beauftragter des Regionalmangement erläuterte die Veränderungen im Ergebnishaushalt. Die gestiegenen Personalaufwendungen begründete er mit erwartenden Tariferhöhungen, die alleine 0,5 Mio. an Mehrkosten verursachen werden. Gestiegen sind auch die Rückstellungen für Beamtenpensionen. Insgesamt arbeitet die Behörde jedoch mit 2,2 Stellen weniger.
Erfreulich sei die erneute Aufnahme in das Leader-Förderprogramm, das auch für die nächsten Jahre Zuschüsse aus EU-Mitteln sprudeln lässt. Des Weiteren gelte es wohnortnahe Verkehrsstrukturen zu erhalten und verbessern. Bei der Abstimmung zwischen den verschiedenen Mobilitätsformen wird der ÖPNV weiter ein Grundgerüst bilden. Nachdem sich der Rufbus als unpraktikabel erwiesen habe, gelte es nun bedarfsgerechte Angebote als Ersatz zu finden. Dazu soll zunächst ein Haltestellenkataster erstellt werden.
Erfreulich sei zudem dass die Bevölkerungsentwicklung bis 2035 entgegen früherer Prognosen weiterhin relativ stabil bleiben wird. Derzeit leben 114.800 Menschen im Landkreis. Deren Anzahl wird bis 2035 wohl nur um etwa 2.000 sinken, was lediglich einen Minus von 1,7% entspricht, statt den vor zehn Jahren prognostizierten 4,1%. Für Unterfranken wird im gleichen Zeitraum derzeit ein Bevölkerungsrückgang von 2,6% erwartet.
Auch 2016 war ein Anstieg der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent könne schon fast als Vollbeschäftigung bezeichnet werden, so Frey weiter. Die älter werdende Gesellschaft stelle zusätzliche Herausforderung dar., deren Mobilitätsbedürfnisse aufgenommen werden sollen. Zudem zeige sich, dass selbst bei den stadtnahen Gemeinden immer mehr Leerstände in den Innenorten zu verzeichnen sind. Dem wird mit speziellen Förderprogrammen entgegen gewirkt.
Beim Blick auf die Investitionen zeigt sich, dass die Baumaßnahmen mit 8,5 Mio. Euro das größte Budget beanspruchen. Der Erwerb von beweglichen Sachvermögen beansprucht einen Wert von 4,4 Mio. Euro und der Erwerb von Finanzvermögen beansprucht 3,7 Mio. Euro.
Beim Blick auf die Vorausschau zeigt sich, dass vor Allem der Bau des Berufsbildungszentrum Alfons-Goppel eine Herausforderung darstellt. Der Landkreis plant ausßerdem, sich an der Enwicklungsgesellschaft-Conn zu beteiligen. Baumaßnahmen stehen auch an der Heidenschule in Schweibheim und an der Geomed Klinik in Gerolzhofen an.
Insgesamt konnte die Pro-Kopf-Verschuldung der Einwohner kontinuierlich heruntergefahren werden. Sie liegt derzeit bei 160 Euro pro Einwohner. Lag die Landkreisverschuldung 2006 noch bei über 30 Mio. Euro, so ist derzeit ein Schuldenstand von nur noch 11 Mio. Euro zu verzeichnen. Schraut wies aber darauf hin, dass bis 2021 wegen des Goppel-Schulprojektes ein Anstieg auf 25 Mio. Euro zu erwarten sei.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.