Meister Adebar kann kommen

In der Wipfelder Mainaue finden Störche jetzt wieder ein Zuhause: Die ÜZ-Monteure André Biegner, Matthias Braun und Björn Johanni setzen den neuen Nestaufbau auf den Masten der Nisthilfe.
 
Hoch hinaus: Alexander Schira (vorne) und Franz Metz schauen sich das Storchennest, an dem sie mitgeflochten haben, mithilfe einer Teleskop-Arbeitsbühne aus der Nähe an. (Foto: Matthias Braun)

ÜZ Lülsfeld und Lebenshilfe Schweinfurt erneuern Storchennisthilfe

| Wipfeld - Am Freitag hat die Unterfränkische Überlandzentrale (ÜZ) Lülsfeld den Nestaufbau der Storchennisthilfe auf der Wipfelder Mainaue erneuert. Mit einem Kran und einer Teleskop-Arbeitsbühne setzten Monteure das Nest auf den 13 Meter hohen Masten in dem im Landkreis Schweinfurt gelegenen Naturschutzgebiet. Mit dabei waren auch Mitarbeiter der zur Werkstatt für behinderte Menschen Sennfeld gehörenden Tagesgruppe. Sie hatten das Nest vergangenes Jahr für die ÜZ neu geflochten.

1997 hatten Wipfelds damaliger Bürgermeister, Peter Zeißner, und Jürgen Kiefer, Naturschutzbeauftragter bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Schweinfurt, in der Mainaue die Storchennisthilfe aufstellen lassen. Die ÜZ hatte den dafür notwendigen Betonmasten und Nestaufbau spendiert und das Aufstellen übernommen. Rund 21 Jahre ist das nun her und das Nest von damals verwittert.

Ersatz musste her. Dass die ÜZ diesen ausgerechnet bei der Tagesgruppe der zur Lebenshilfe Schweinfurt gehörenden Werkstatt Sennfeld in Auftrag gab, ist für Jochen Schneider naheliegend. Die Grünanlagen von etwa 600 bis 800 Umspannwerken der ÜZ in fünf verschiedenen Landkreisen werden von einem Lebenshilfe-Dienstleister für den Landschaftsbau in Schuss gehalten. Wie der Teamleiter für Energieanlagenbau erklärte, läuft die Zusammenarbeit sehr gut. „Da haben wir beschlossen, auch das Storchennest bei der Lebenshilfe Schweinfurt machen zu lassen.“

Den Kontakt zur Tagesgruppe hatte Konrad Schneider, Vorstandsmitglied der Lebenshilfe Schweinfurt, hergestellt. Ein schönes Nest sei es geworden, freute er sich. Gleichzeitig war er dankbar für den Bodenfrost an diesem Tag. Ohne ihn hätte die ÜZ die Mainaue mit ihrem schweren Gerät nicht befahren und den Nestaufbau nicht anbringen können. „Dann ziehen die Störche vorbei“, erklärte Schneider, der mit der Ankunft der Zugvögel in Deutschland im März rechnet.

Entstanden war das neue Nest unter der Federführung von Josef Weinbeer. Zusammen mit vier Mitarbeitern hatte der Leiter der Tagesgruppe den Nistplatz im vergangenen Jahr aus Weidenzweigen und Birkenreisig nach den Vorgaben der Unteren Naturschutzbehörde geflochten. „Flechten strukturiert Körper, Geist und Seele“, erläuterte Weinbeer den pädagogischen Hintergrund des Projekts. Zudem habe die Arbeit bei den Teilnehmern großes Interesse am Leben der Störche geweckt. „Jetzt hoffen wir, dass das Nest gut angenommen wird.“

In der Tagesgruppe der Sennfelder Lebenshilfe-Werkstatt nehmen Mitarbeiter mit Behinderung an mehrwöchigen „Auszeiten“ teil. Anstelle von Lohnarbeiten für industrielle Auftraggeber stehen dann kreative und lebenspraktische Tätigkeiten auf dem Programm. Malen, schnitzen, töpfern, gärtnern, kochen und vieles mehr: In Kleingruppen entdecken die Teilnehmer der Tagesgruppe oft ungeahnte Talente und entwickeln neue Fertigkeiten.

Und manchmal erleben sie auch ein Abenteuer. So wie Alexander Schira, der zum festen Mitarbeiterstamm der Tagesgruppe gehört, und Franz Metz, der in der Werkstatt Sennfeld in einer Montageabteilung arbeitet. Die beiden stiegen am Freitag mit der Teleskop-Arbeitsbühne in schwindelerregende Höhen, um sich ihr Werk, das Storchennest, aus der Nähe anzuschauen. „Schöne Aussicht. Da freut sich der Storch“, scherzte Metz, als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte.
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