Mehr Frauen in die Parlamente – Knapp 50 Frauen aus ganz Unterfranken beteiligen sich am Mentoring-Programm des Helen Weber Kollegs

Gruppenfoto aller Teilnehmerinnen und Gleichstellungsbeauftragen aus Unterfranken. (Foto: Landratsamt Scheinfurt, Uta Baumann)
Mehr Frauen in die Parlamente – das ist das Ziel des in Berlin ansässigen Helene Weber Kollegs (HWK). In überparteilichen Mentoring-Programmen führt das HWK erfahrene Kommunalpolitikerinnen mit politischen Einsteigerinnen zusammen. Gemeinsam mit den unterfränkischen kommunalen Gleichstellungsbeauftragten führt das HWK dieses Mentoring-Programm nun erstmalig in Bayern durch. Am 21. Januar haben sich die knapp 50 Teilnehmerinnen zur Auftaktveranstaltung im Landratsamt Schweinfurt getroffen.

„Es ist ein gutes Zeichen, dass das Mentoring-Programm auf so großes Interesse stößt. Wir alle können uns eine Steigerung der Frauenquote in der Kommunalpolitik nur wünschen. Auch hier im Landkreis Schweinfurt muss sich das noch ändern. Drei von unseren 29 Gemeinden im Landkreis haben noch immer keine Frau in ihren Gemeinderäten sitzen“, sagte Landrat Florian Töpper (Landkreis Schweinfurt) in seiner Begrüßung.

Das HWK ist die erste bundesweite, parteiübergreifende Plattform für mehr Frauen in der (Kommunal)-Politik. Es wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Projektträgerin ist die EAF Berlin. „Für politische Einsteigerinnen ist es oft eine große Herausforderung, sich in den Routinen der Politik selbstbewusst zu bewegen. Da ist es gut, wenn man eine persönliche Ansprechpartnerin und Beraterin zur Seite hat“, weiß Uta Kletzing, die das Programm von Seiten der EAF nun in Unterfranken betreut.

Die Teilnehmerinnen aus ganz Unterfranken wurden zu 23 Tandems bunt zusammengesetzt – unabhängig der Parteizugehörigkeit oder des Wohnorts. So werden politisch einsteigende Mentees bei ihren ersten Schritten in der Politik durch politisch erfahrene Mentorinnen unterstützt. „Bei unserem Programm geht es nicht um politische Inhalte, sondern um die Frage: Wie mache ich Politik“, erklärt Kletzing.

Noch immer sind Frauen in den meisten Parlamenten und Gremien in der Minderheit. Im Bayerischen Landtag etwa sitzen gerade einmal 51 Frauen (28 %). Von den neun Landkreisen in Unterfranken, wo das Mentoring-Programm nun durchgeführt wird, wird nur einer von einer Landrätin regiert (Landkreis Kitzingen).

Bei der Kommunalwahl 2014 haben in Unterfranken in den Gemeinderäten der kreisangehörigen Gemeinden 19,87 % Frauen einen Sitz errungen, in den kreisfreien Städten 32,61 %. In den Kreistagen des Regierungsbezirks haben 27,14 % Frauen ein Mandat. Das entspricht auch dem Ergebnis für Bayern.

„Auch bei der Besetzung der Stühle in den Bürgermeisterbüros sind Frauen unterrepräsentiert: Rund 11 % der Büros von berufsmäßigen und auch ehrenamtlichen Bürgermeistern werden von Frauen besetzt. Und damit liegen die Unterfranken noch über dem bayernweiten Gesamtergebnissen“, weiß Ute Suckfüll. Die Gleichstellungsbeauftrage des Landkreises Schweinfurt konnte mit insgesamt 16 Teilnehmerinnen die meisten Frauen für das Programm begeistern.

Doch auch in den übrigen unterfränkischen Landkreisen und kreisfreien Städten stieß das Angebot auf Interesse. Die Anzahl der Teilnehmerinnen verteilt sich wie folgt: Stadt Aschaffenburg (1), Landkreis Aschaffenburg (2), Landkreis Haßberge (9), Landkreis Kitzingen (2), Landkreis Main-Spessart (3), Landkreis Miltenberg (1), Stadt Schweinfurt (2), Landkreis Schweinfurt (16), Stadt Würzburg (1), Landkreis Würzburg (2), Sonstige (5).


Teilnehmerinnen aus dem Landkreis Schweinfurt:
Bettina Bärmann, Niederwerrn
Christine Bender, Kolitzheim
Helga Fleischer, Gochsheim
Patricia Kaspar, Sulzheim
Jutta Keller, Schwebheim
Anna Felizia Krause, Sennfeld
Andrea Lettwosky, Euerbach
Karin Model, Schwebheim
Sina Nürnberger, Geldersheim
Birgid Röder, Gerolzhofen
Anneke Schilling, Oberschwarzach
Birgit Schmitt, Werneck-Ettleben
Teresa Schmitt, Üchtelhausen
Annemarie Schuler, Geldersheim
Brigitte Stevenson, Werneck
Ursula Weidinger, Grafenrheinfeld
Friederike Weippert, Bergrheinfeld
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